ChatGPT-Werbung, Datenschützerin

ChatGPT-Werbung: Berliner Datenschützerin warnt vor Profilbildung aus Chats

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 03:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Meike Kamp sieht Risiken durch die geplante Werbepersonalisierung und empfiehlt, Erinnerungsfunktionen sowie personalisierte Werbung abzuschalten.

ChatGPT-Werbung: Berliner Datenschützerin warnt vor Nutzerprofilen
Ein leerer, modern gestalteter Büroflur mit Glaswänden und Schattenwürfen auf einem Betonboden. Illustration mit AI erstellt.

Die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Meike Kamp, warnt vor Risiken durch geplante Werbeeinblendungen beim KI-Assistenten ChatGPT. Nach ihrer Einschätzung könnten persönliche Chatverläufe, Informationen über verwendete Geräte sowie allgemeine Nutzungsdaten herangezogen werden, um umfassende Profile der Anwender zu erstellen.

Richtlinienänderung und zweistufiges Werbemodell

Hintergrund der Warnung ist eine Anpassung der Datenschutzrichtlinie des Entwicklers OpenAI von Ende August 2026. Wie die Datenschutzbeauftragte darlegt, soll personalisierte Werbung über ein gesondertes Zustimmungsverfahren für Anwender der kostenlosen ChatGPT-Version sowie für Nutzer von ChatGPT Go eingeführt werden.

Für den Fall, dass Anwender dieser Personalisierung nicht zustimmen, plant OpenAI nach eigenen Angaben die Ausspielung kontextbezogener, generischer Werbung. Diese Werbeform stützt sich laut dem Unternehmen nicht auf langfristige Profile, sondern greift auf die Inhalte der jeweils aktuellen Unterhaltung, den allgemeinen geografischen Standort sowie die gewählte Sprache zurück.

Als rechtliche Grundlage für diese kontextuelle Vermarktung beruft sich OpenAI auf das sogenannte berechtigte Interesse. Nach Angaben des Anbieters machen Fragen rund 49 Prozent der gesamten Texteingaben auf der Plattform aus.

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Risiken durch Gedächtnisfunktionen und Vorsorgemaßnahmen

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Datenschützerin den Speicherfunktionen des Sprachmodells. Das integrierte Gedächtnis von ChatGPT erfasst automatisch Interessen, Zielsetzungen und persönliche Antwortpräferenzen der Anwender, um zukünftige Antworten entsprechend anzupassen. Kamp warnt davor, dass derartige Details zusammen mit technischen Gerätedaten die Gefahr einer weitreichenden Profilbildung verstärken.

Kamp empfiehlt daher konkrete Schutzmaßnahmen beim Umgang mit dem Dienst. Nutzer sollten sowohl die Personalisierung als auch die Erinnerungsfunktionen in den Einstellungen deaktivieren. Zudem rät die Datenschützerin dazu, grundsätzlich auf die Eingabe vertraulicher Informationen zu verzichten und bei sensiblen Themen auf temporäre Chats auszuweichen.

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Die technischen Einstellungen bieten hierfür bereits entsprechende Steuerungsmöglichkeiten: Gespeicherte Erinnerungen lassen sich im Nutzerprofil im Menübereich für Personalisierung überprüfen, nachträglich anpassen oder vollständig entfernen. Ebenso kann das Anlegen neuer Erinnerungen dort unterbunden werden. Bei der Nutzung temporärer Chat-Sitzungen werden nach vorliegenden Berichten generell keine neuen Erinnerungswerte dauerhaft gesichert.

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