Updates, BootROM-Schwachstellen

checkm8 und usbliter8: Alte iPhones bleiben trotz Updates angreifbar

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 11:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BootROM-Schwachstellen betreffen ältere Apple-Modelle; physischer Zugriff ist nötig, und ein direkter Zugriff auf Wallet-Daten folgt daraus nicht automatisch.
Eine schwere, teilweise geöffnete Stahltresortür in einem minimalistischen, betonartigen Tresorraum bei gedimmtem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Der Gründer des Wallet-Herstellers OneKey, Yishi Wang, hat auf der Plattform X davor gewarnt, Seed-Phrasen von Krypto-Wallets auf dem iPhone 11 sowie älteren Apple-Modellen zu sichern. Als Grund nannte er grundlegende Schwachstellen im BootROM der Geräte wie checkm8 und usbliter8. Da diese hardwarenah verankert sind, können sie nicht durch reguläre Software-Updates für das Betriebssystem iOS geschlossen werden.

Nach Angaben des CERT/CC betrifft die bereits seit 2019 öffentlich bekannte Schwachstelle checkm8 den BootROM der Apple-Chips A5 bis A11, was die Gerätegenerationen vom iPhone 4S bis zum iPhone X umfasst. In einem weiteren Bericht werden abweichend das iPhone 6s, 7, 8 und das iPhone SE der zweiten Generation mit den Chipsätzen A9, A10 oder A11 als betroffen aufgeführt.

Wang erklärte am 31. Oktober 2026, dass Geräte ab dem iPhone 12 nicht von der Problematik betroffen seien. Zuvor hatte er das iPhone grundsätzlich als Cold Wallet empfohlen, dies jedoch auf das iPhone 17 oder neuere Generationen eingegrenzt.

Physischer Zugriff und Hürden der Ausnutzung

Die Ausnutzung der Sicherheitslücken setzt laut Wang zwingend physischen Zugriff auf das Mobiltelefon voraus. Nötig seien eine Kabelverbindung über USB sowie das Versetzen des Geräts in den sogenannten DFU-Modus, um fremden Programmcode vor dem regulären Start von iOS auszuführen.

Ein aktivierter Flugmodus biete hiergegen keinen Schutz. Selbst wenn alte Modelle auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt und offline gelagert wurden, blieben sie bei einem physischen Zugriff mit Spezialwerkzeugen über die Schnittstelle angreifbar.

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Gleichzeitig wies der OneKey-Gründer darauf hin, dass ein erfolgreicher Hardware-Exploit keinen automatischen Durchgriff auf hinterlegte Wallets ermögliche. Der Gerätepasscode, geräteeigene Verschlüsselungsverfahren und die Secure Enclave stellten weiterhin erhebliche Barrieren dar.

So ergebe bereits ein einfacher sechsstelliger Passcode 1 Mio. mögliche Kombinationen. Auch nach Einschätzung des CERT/CC ist allein über checkm8 ohne zusätzliche Entsperrinformationen kein direkter Zugriff auf Daten in der Secure Enclave möglich.

Die Entdecker von usbliter8 betonten, dass die Schwachstelle die Secure Enclave zwar nicht direkt aushebele, Angreifern jedoch weiter reichende Angriffswege eröffnen könne. Bislang existieren nach Angaben von Wang keine öffentlich belegten Fälle, in denen Seed-Phrasen ausschließlich über diese Schwachstellen entwendet wurden.

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Handlungsempfehlungen für betroffene Nutzer

Als Vorsichtsmaßnahme riet Wang Besitzern von Geräten bis einschließlich des iPhone 11, keine Recovery-Phrasen auf diesen Modellen einzusetzen. Bestehe der Verdacht einer Kompromittierung oder eines unbefugten Zugriffs, sollten Betroffene eine neue Seed-Phrase in einer vertrauenswürdigen Umgebung generieren und sämtliche Vermögenswerte vollständig übertragen, statt lediglich eine neue Wallet-Adresse zu nutzen.

Darüber hinaus empfahl er das Einspielen verfügbarer Software-Updates, die Wahl komplexer Passwörter, den Verzicht auf öffentliche USB-Ladestationen sowie erhöhte Aufmerksamkeit, falls ein Gerät über längere Zeit unbeaufsichtigt war.

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