Chilischoten, Regelmäßiger

Chilischoten: Regelmäßiger Verzehr senkt das Risiko um bis zu 17 Prozent

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sechs Gewürze und weniger Natrium können die Herzgesundheit unterstützen; bei Fertiggerichten lohnt sich ein genauer Nährwertvergleich.
Frische Gewürze wie Knoblauch, Ingwer, Nelken und Zimt auf einem hölzernen Untergrund als Symbol für gesunde Ernährung. Illustration mit AI erstellt.

Chronische Entzündungen gelten in der Medizin als wesentlicher Treiber von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aktuelle ernährungsmedizinische Ratgeber zeigen auf, wie sich das kardiovaskuläre Risiko durch gezielte Anpassungen des Speiseplans langfristig reduzieren lässt. Neben der Integration spezifischer, entzündungshemmender Gewürze steht dabei vor allem die Kontrolle der Natriumaufnahme über Alltagsprodukte und Fertiggerichte im Fokus.

Entzündungshemmende Gewürze im Fokus

Eine gezielte pflanzliche Ernährung kann entzündliche Prozesse dämpfen. Nach Angaben der Ernährungswissenschaftlerin Michelle Routhenstein lässt sich das Erkrankungsrisiko durch entzündungshemmende Nahrungsmittel verringern. Fachberichte heben sechs Gewürze hervor, die besondere Eigenschaften aufweisen:

  • Zimt (Ceylon): Ernährungsberaterin Kaytee Hadley verweist darauf, dass Ceylon-Zimt Blutdruck, Blutzucker, Cholesterinspiegel sowie Entzündungsmarker positiv beeinflussen kann. Bei hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln ist jedoch Vorsicht geboten, da diese mit Krebsmedikamenten, Nikotin, Blutverdünnern sowie Diabetes- und Blutdruckpräparaten interagieren können.
  • Nelken: Etwa ein Viertel Teelöffel gemahlen oder zwei bis drei ganze Nelken täglich reichen laut Routhenstein aus. Der Inhaltsstoff Eugenol unterstützt dabei die Funktion der Arterien.
  • Knoblauch: Ein Verzehr von ein bis zwei frischen Zehen pro Tag wird empfohlen. Diese sollten zerdrückt oder gehackt und einige Minuten stehen gelassen werden, da der Wirkstoff Allicin erst beim Zerkleinern freigesetzt wird und regulierend auf Blutdruck, Cholesterin und Entzündungen wirkt.
  • Ingwer: Fachleute raten zu ein bis zwei Teelöffeln frischem oder einem halben Teelöffel gemahlenem Ingwer täglich. Die enthaltenen Gingerole und Shogaole fördern die Durchblutung und unterstützen die Regulierung von Blutzucker und Triglyceriden.
  • Chilischoten: Ein regelmäßiger Konsum wird mit einem um bis zu 17 Prozent geringeren Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle in Verbindung gebracht. Der Wirkstoff Capsaicin trägt zur Entspannung der Blutgefäße bei.
  • Kurkuma: Der enthaltene Wirkstoff Curcumin senkt das C-reaktive Protein im Blut. Für eine verbesserte Aufnahme empfiehlt sich die Kombination mit schwarzem Pfeffer beziehungsweise Piperin. Hochdosierte Extrakte können allerdings Wechselwirkungen mit Antikoagulanzien, Antidiabetika oder Antazida hervorrufen.

Ernährungsexperten betonen zudem, dass viele wissenschaftliche Untersuchungen Dosen nutzen, die über dem üblichen Küchengebrauch liegen. Hochdosierte Präparate sollten daher nicht ohne ärztliche Absprache eingenommen werden.

Natriumaufnahme und Salzersatz in der Praxis

Anzeige

Wer sich mit dem Einfluss der Ernährung auf Entzündungen befasst, kann seinen Körper mit den richtigen Lebensmitteln gezielt unterstützen. Dieser kostenlose Ratgeber stellt die 12 stärksten natürlichen Entzündungs-Killer vor und bietet praktische Rezepte für den Alltag. Kostenlosen Ratgeber: Entzündungshemmende Ernährung herunterladen

Ein weiterer zentraler Hebel für die Herzgesundheit liegt in der Reduktion von Natrium. Die American Heart Association empfiehlt eine Obergrenze von maximal 2.300 Milligramm Natrium pro Tag. Für Personen mit bestehendem Risiko für Bluthochdruck oder Herzerkrankungen gilt ein strengerer Richtwert von maximal 1.500 Milligramm täglich. Natürliche Natriumquellen wie Sellerie, Rote Bete oder Milch fallen dabei kaum ins Gewicht.

Beim Kochen lässt sich Speisesalz durch Kräuter, Gewürze, säurehaltige Zutaten wie Zitrone und Essig sowie Umami-Komponenten wie Pilze oder Fischsauce ersetzen. Garmethoden wie Schmoren, Grillen und Rösten intensivieren das Aroma ohne zusätzlichen Salzbedarf.

Bei fertigen, natriumfreien Würzmischungen ist allerdings auf den Gehalt an Kaliumchlorid zu achten, der insbesondere bei Nierenproblemen relevant wird. Beim Einkauf empfiehlt sich der Blick auf Kennzeichnungen wie „natriumarm“ oder „ohne Salz“, da Produkte mit dem Label „reduziert“ oft weiterhin erhebliche Mengen Natrium enthalten.

Fallstricke bei Fertiggerichten

Anzeige

Chronische Entzündungen und Blutdruckwerte stehen oft in einem engen Zusammenhang mit der täglichen Nährstoffzufuhr. Ein spezieller Selbsttest hilft Ihnen dabei herauszufinden, ob Ihr Körper bereits betroffen ist und wie Sie mit einfachen Ernährungsregeln gegensteuern können. Zum kostenlosen PDF-Ratgeber inklusive Selbsttest

Auch im Bereich der Fertiggerichte, beispielsweise bei asiatischen Erzeugnissen, bestehen erhebliche Qualitätsunterschiede bezüglich Salzgehalt, Zutatenliste, Gemüseanteil und Proteingehalt.

Vor allem Instant-Ramen, Cup-Nudeln und stark gewürzte Suppen schneiden ernährungsphysiologisch oft schwach ab, da sie erhebliche Salzmengen, aber lediglich 5 bis 8 Gramm Eiweiß und kaum Gemüse liefern. Sie eignen sich daher allenfalls für den gelegentlichen Verzehr.

Als ernährungsphysiologisch vorteilhafter gelten Mikrowellen-Currys oder Reisgerichte mit einer klaren Proteinquelle und sichtbarem Gemüseanteil. Noch bessere Optionen stellen tiefgekühlte Wok- und Komplettgerichte dar, wie etwa Hähnchen-Teriyaki mit Gemüse. Verbrauchern wird geraten, Nährwerttabellen pro 100 Gramm oder Portion gezielt zu vergleichen und den tatsächlichen Nährwert vor dem Kauf kritisch zu prüfen.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70421055 |