China-Behörde, MIIT

China-Behörde MIIT: Verstärkte Kontrolle gegen manipulative App-Werbung

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 00:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chinas Regulierer kündigen härtere Kontrollen gegen irreführende App-Werbeformate an. Betroffene Firmen müssen ihre Strategien überarbeiten, sonst drohen Sanktionen.

China verschärft Regeln gegen manipulative App-Werbung und Pop-ups
Nahaufnahme einer Person, die ein Smartphone in der Hand hält und besorgt auf den Bildschirm schaut. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnik (MIIT) hat eine verstärkte Kontrolle von Smartphone-Applikationen angekündigt. Ziel der Maßnahme ist es, unerwünschte Weiterleitungen zu unterbinden, die durch manipulative Werbeformate ausgelöst werden. Insbesondere Praktiken, die Nutzer ohne deren ausdrückliche Zustimmung zu Drittanbietern oder Verkaufsseiten führen, stehen im Fokus der Regulierungsbehörden.

Die Abteilung für Informations- und Kommunikationsverwaltung des MIIT erklärte in diesem Zusammenhang, dass insbesondere während der großangelegten 618-Verkaufsförderungsperiode im Frühsommer zahlreiche Verstöße registriert worden seien.

Mehrere Apps hätten gegen geltende Vorschriften verstoßen, indem sie Anwender gezielt zu Klicks verleiteten. Das Ministerium forderte die betroffenen Unternehmen nun zur umfassenden Selbstprüfung und zur unverzüglichen Korrektur ihrer Werbestrategien auf.

Manipulative Mechanismen im Visier der Behörden

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Nach Erkenntnissen der Behörde wurde rechtswidrige Werbung vor allem auf Startbildschirmen und in Form von Pop-ups geschaltet, um Nutzer unkontrolliert zu externen Inhalten weiterzuleiten.

Besonders kritisch bewertete das MIIT hochempfindliche Fehlfunktionen bei sogenannten „Shake-to-open“-Mechanismen. Diese Sensoren lösen bereits bei geringsten Bewegungen des Smartphones eine Aktion aus, was in der Praxis häufig zu ungewollten App-Öffnungen und Weiterleitungen führt.

Im Rahmen der Untersuchungen wurden spezifische Anwendungen benannt, die Gegenstand zahlreicher Nutzerbeschwerden waren. Dazu gehören nach Angaben des Ministeriums unter anderem die Apps Xiaoying Kankan (????) und Maomao Wuyu (????). Den Betreibern wird vorgeworfen, die Nutzererfahrung durch die erzwungenen Werbe-Interaktionen erheblich beeinträchtigt zu haben.

Rechtliche Grundlagen und drohende Sanktionen

Juristische Experten weisen darauf hin, dass diese Formen der Pop-up-Werbung gegen geltendes Recht verstoßen. Konkret werde Artikel 44 des chinesischen Werbegesetzes verletzt. Diese Vorschrift schreibt zwingend vor, dass Werbeeinblendungen in digitaler Form über eine deutliche Ein-Klick-Schließfunktion verfügen müssen, damit Anwender die Anzeige sofort und unkompliziert beenden können.

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Das MIIT kündigte an, die Überwachung des App-Marktes künftig zu normalisieren und verstetigen. Sollten Unternehmen die geforderten Korrekturen nicht umsetzen oder erneut durch regelwidrige Praktiken auffallen, werde die Behörde strikte Maßnahmen ergreifen.

Das Spektrum der Sanktionen umfasst dabei offizielle Vorladungen zu Gesprächsführungen mit den Verantwortlichen sowie die öffentliche Bekanntmachung der Verstöße. Als letzte Konsequenz sieht das Ministerium die Entfernung der betreffenden Anwendungen aus den nationalen App-Stores vor.

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