China, Schuljahr

China: KI wird ab Schuljahr 2026/ 27 verpflichtendes Fach

03.07.2026 - 14:56:29 | boerse-global.de

Ab 2026 wird Künstliche Intelligenz Pflichtfach in China. Ziel ist technologische Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit.

China führt KI-Pflichtfach an allen Schulen und Hochschulen ein
China - Schüler interagieren mit holografischen KI-Displays in einem modernen chinesischen Klassenzimmer, während ein Lehrer komplexe Algorithmen erklärt. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab dem Schuljahr 2026/27 müssen sämtliche Schulen und Hochschulen des Landes KI-Unterricht in ihren Kernlehrplänen verankern. Das sieht der neue Fünfjahresplan des Staatsrates vor.

Strategisches Ziel: Technologische Unabhängigkeit

Der Schritt ist Teil von Pekings umfassender Strategie, technologisch eigenständig zu werden und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA zu stärken. Regierungsvertreter bezeichnen die Maßnahme als unverzichtbar für die digitale Grundbildung und die langfristige technologische Souveränität des Landes.

Der 15. Fünfjahresplan setzt dabei auf das Konzept „KI+ Bildung". Ziel ist es, die Lernumgebung durch Digitalisierung zu modernisieren und gleichzeitig das kritische Denken der Schüler zu fördern. Die chinesische Strategiegesellschaft für Bildung hatte zuvor bereits spezifische Richtlinien für KI- und Programmierunterricht an Grund- und weiterführenden Schulen verabschiedet. Diese Empfehlungen, an denen Experten wie Zheng Zengyi und Zhong Yixin sowie das Bildungsunternehmen TDOG mitwirkten, sehen Pilotprojekte zur Erprobung verschiedener Lehrmethoden vor.

Weltweit erste Schule für humanoide Roboter

Parallel dazu eröffnete am 3. Juli 2026 in Hangzhou die weltweit erste Fachschule für humanoide Roboter. Die Einrichtung konzentriert sich auf vier Spezialgebiete der sogenannten „verkörperten Intelligenz": technische Fertigkeiten, Pflege, Kunst und Sport. Die Eröffnung folgt den nationalen Prioritäten, China an die Spitze des Marktes für humanoide Roboter zu bringen. Branchenanalysten erwarten, dass dieser Markt bis 2035 umgerechnet über 130 Milliarden Euro überschreiten wird.

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Auch private Unternehmen treiben die Entwicklung voran. Die Firma Banma, auch bekannt als Zebra, setzt bereits KI-gestützte Lernwerkzeuge ein. Ihr „Zebra-KI-Modell" und die dazugehörige Kompetenzentwicklungsmatrix sollen personalisierte Lernerfahrungen mit Fokus auf zwölf Schlüsselqualifikationen ermöglichen.

Kündigungen durch KI sind illegal

Während die Integration von KI immer schneller voranschreitet, haben chinesische Gerichte auch die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt adressiert. Aktuelle Urteile stellen klar: Arbeitnehmer allein deshalb zu entlassen, um sie durch KI-Systeme zu ersetzen, ist rechtswidrig. Damit schafft die Justiz einen rechtlichen Rahmen für den Übergang in eine KI-gestützte Wirtschaft.

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Regionaler Trend: Nachbarn ziehen nach

Die Bildungsinitiative ist Teil einer breiteren regionalen Entwicklung. Am 2. Juli kündigte der Präsident Kasachstans die Eröffnung zweier KI-Schulen und die Gründung der ersten KI-Universität der Region an. Nur einen Tag später, am 3. Juli, erklärte der Bildungsminister des indischen Bundesstaates Punjab, dass ab August 2026 ein verpflichtender KI-Lehrplan in allen staatlichen Schulen eingeführt werde. Die Lernziele sollen dann offiziell in den Zeugnissen der Schüler vermerkt werden.

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