China-Standards: 389 neue Regeln für KI, Blockchain und Cybersecurity
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 02:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In China hat das National Cybersecurity Standardisation Technical Committee die öffentliche Konsultationsphase für eine Reihe bedeutender nationaler Standards im Bereich der Datensicherheit und Cybersicherheitstechnologie abgeschlossen.
Die Konsultationen, die Mitte Juni begannen, endeten am 16. August 2026. Sie markieren einen wesentlichen Schritt in der Weiterentwicklung des chinesischen Regulierungsrahmens für digitale Infrastrukturen und den Schutz persönlicher Informationen.
Fokus auf Automatisierung und Zero-Trust-Modelle
Die nun abgeschlossene Konsultationsrunde umfasst vier zentrale Standardentwürfe, die unterschiedliche Akteure der digitalen Wirtschaft adressieren. Ein wesentlicher Teil betrifft automatisierte Werkzeuge für die Erfassung der Datensicherheit, die künftig für Netzwerkdatenverarbeiter verbindliche Orientierungshilfen bieten sollen.
Parallel dazu wurden Standards für ein Zero-Trust-Reifegradmodell sowie entsprechende Bewertungsmethoden für Cybersicherheitstechnologien zur Diskussion gestellt. Diese richten sich allgemein an Organisationen innerhalb Chinas, um die Sicherheit der Netzwerkarchitekturen zu erhöhen.
Des Weiteren befasste sich das Komitee mit spezifischen Sicherheitsprüf- und Bewertungsmethoden für kritische Informationsinfrastrukturen. Ein vierter Standardentwurf fokussiert sich auf die Datensicherheitstechnologie im Zusammenhang mit dem Schutz persönlicher Informationen. Diese Spezifikationen gelten für alle Organisationen und unterstreichen das Ziel der Behörden, den Umgang mit Nutzerdaten landesweit zu vereinheitlichen.
Wer sich mit dem Thema Datensicherheit befasst, muss neue rechtliche Pflichten und Bedrohungen genau kennen. Dieser kostenlose Report klärt auf, was Unternehmer jetzt über neue KI-Gesetze und Cyberrisiken wissen müssen. Gratis-Report zu Cyberrisiken und neuen Gesetzen anfordern
Breite Standardisierungswelle durch die Marktregulierung
Flankierend zu diesen Konsultationen hat die staatliche Verwaltung für Marktregulierung (SAMR) bereits am 15. August 2026 insgesamt 389 neue nationale Standards genehmigt. Diese decken ein breites technologisches und industrielles Spektrum ab.
Im digitalen Sektor entfallen 33 Standards auf die Blockchain-Technologie, während sechs weitere den Bereich des industriellen Internets und digitaler Zwillinge betreffen. Auch für die künstliche Intelligenz wurden neue Richtlinien verabschiedet, darunter Standards für KI-gestützten Kundenservice.
Die Standardisierungswelle erstreckt sich zudem auf klassische Industrie- und Umweltsektoren. Die SAMR nannte unter anderem 40 Standards für hochwertige Metallwerkstoffe, 36 für neue Materialien sowie 53 für grüne Baumaterialien.
Im Bereich der Energieversorgung wurden fünf Standards für die Wind- und Solarenergie sowie Richtlinien für das Laden von Elektrofahrzeugen festgesetzt. Weitere Regelungen betreffen die Luft- und Raumfahrt mit 15 Standards, den Maschinenbau mit 21 sowie die Schiffsausrüstung mit acht Standards.
Die neuen globalen Anforderungen an KI-Systeme stellen viele Unternehmen vor enorme Herausforderungen bei der Risikodokumentation. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden verschafft Ihnen jetzt den nötigen Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen. EU AI Act Umsetzungsleitfaden kostenlos herunterladen
Einheitliche Rahmenbedingungen für KI-Agenten und Finanzdaten
Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Regulierungsbehörden der Interkonnektivität von KI-Agenten. Hierfür veröffentlichte die SAMR sieben spezifische Standards, die von der Gesamtarchitektur über Identitätsmanagement bis hin zum Aufruf von Werkzeugen reichen.
Ziel sei es, einen einheitlichen Rahmen für die Authentifizierung und Rückverfolgbarkeit zu schaffen. Dies solle die Wiederverwendung von Komponenten ermöglichen und die Entwicklungszeit für neue Anwendungen verkürzen.
Im Finanzsektor haben mehrere Behörden, darunter die Cyberspace-Verwaltung und die Volksbank, neue Richtlinien zur Datenklassifizierung herausgegeben.
Finanzinformationsdienstleister in China müssen ihre Daten künftig gemäß der Norm GB/T 43697-2024 in drei Ebenen – Geschäft, Nutzer und Unternehmen – sowie in vier Sensibilitätsstufen einteilen. Dieser Prozess umfasst ein detailliertes Ressourceninventar und die Meldung wichtiger Datenkataloge an die Aufsichtsbehörden.
Bereits im Mai des Jahres wurden auf der China Internet Civilization Conference die „KI-Anwendungsethik- und Sicherheitsrichtlinien 1.0“ vorgestellt. Diese Richtlinien, an deren Entwurf Institutionen wie die Tsinghua-Universität sowie Branchenvertreter wie Alibaba und Huawei beteiligt waren, dienen als grundlegende Sicherheitsanleitung für die Entwicklung und Nutzung von KI-Diensten.
Die aktuellen Standardisierungsschritte bauen auf diesen Prinzipien auf und konkretisieren die technischen Anforderungen für Unternehmen im chinesischen Markt.
