Chinesische GPU-Hersteller: Vier Firmen knacken Milliarden-Marke
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 16:51 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie fĂŒhrende Riege der chinesischen Entwickler von Grafikprozessoren (GPU) hat in der ersten HĂ€lfte des Jahres 2026 eine signifikante wirtschaftliche Schwelle ĂŒberschritten.
Wie aus aktuellen Branchendaten hervorgeht, verzeichneten die vier Spitzenunternehmen MetaX, Iluvatar CoreX, Biren und Moore Threads im ersten Halbjahr 2026 UmsĂ€tze, die jeweils die Marke von 1 Milliarde Yuan (entspricht etwa 148,8 Millionen US-Dollar) erreichten oder ĂŒbertrafen.
Moore Threads und Biren mit enormem Wachstum
Moore Threads meldete fĂŒr das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von 1,7 Milliarden Yuan. Dies entspricht einer Steigerung von 147,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dem Unternehmen gelang es zudem, seine RentabilitĂ€t deutlich zu verbessern: Der Fehlbetrag wurde im Jahresvergleich um 95,7 Prozent reduziert.
Noch stĂ€rker fiel das prozentuale Wachstum bei Biren aus. Mit einem Halbjahresumsatz von 1,2 Milliarden Yuan verzeichnete der Entwickler ein Plus von rund 2.000 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Trotz dieses massiven Zuwachses blieb Biren in der ersten JahreshĂ€lfte 2026 defizitĂ€r, konnte jedoch den Fehlbetrag um 76,4 Prozent verringern.
MetaX und Iluvatar CoreX melden erste Gewinne
MetaX erreichte in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Yuan, was einer Steigerung von 44,7 Prozent entspricht. Das Unternehmen konnte eine Verlustumkehr verbuchen und wies ein Nettoergebnis von 612,4 Millionen Yuan aus. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass dieses positive Ergebnis maĂgeblich durch einen Gewinn von 887 Millionen Yuan aus Finanzanlagen beeinflusst wurde.
Auch Iluvatar CoreX meldete eine RĂŒckkehr in die Gewinnzone. Bei einem Umsatz von 945,7 Millionen Yuan â ein Anstieg von 191,6 Prozent â stand ein Nettoergebnis von 106,3 Millionen Yuan zu Buche.
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Die detaillierte Bilanz zeigt jedoch, dass dieser Gewinn maĂgeblich auf unrealisierte Gewinne aus Beteiligungen in Höhe von 756 Millionen Yuan zurĂŒckzufĂŒhren ist. Ohne diese Sondereffekte hĂ€tte sich rechnerisch ein Verlust von etwa 650 Millionen Yuan ergeben.
Besonders dynamisch entwickelte sich bei Iluvatar CoreX das Inferenz-GeschĂ€ft mit einem Plus von 651,8 Prozent auf 654 Millionen Yuan, wĂ€hrend der Bereich Training um 38 Prozent auf 262 Millionen Yuan wuchs. Das Unternehmen fĂŒhrt derzeit GesprĂ€che mit ByteDance ĂŒber die Lieferung von mindestens 50.000 Inferenz-Chips fĂŒr den Dienst Doubao.
Hohe Innovationskosten und strategische Investitionen
Ein gemeinsames Merkmal der Branche bleibt die hohe Forschungs- und EntwicklungsintensitĂ€t. Die Ausgaben fĂŒr F&E machten bei den vier genannten Unternehmen zwischen 40 und 65 Prozent ihrer UmsĂ€tze aus.
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Parallel zu den operativen Fortschritten der etablierten Akteure vollzog der Entwickler Enflame (Suiyuan) Anfang September 2026 den Gang an die Börse. Das IPO am STAR Market in Shanghai zum Preis von 142,18 Yuan pro Aktie war bei den Anlegern hochbegehrt: Die Online-Zeichnung war 6.109-fach ĂŒberzeichnet, woraus eine finale Zuteilungsquote von lediglich 0,025 Prozent resultierte.
Enflame strebt ein Emissionsvolumen von etwa 6,1 Milliarden Yuan an, um die Entwicklung der fĂŒnften und sechsten Generation seiner KI-Chips zu finanzieren.
Enflame weist eine starke AbhĂ€ngigkeit von seinem gröĂten externen AktionĂ€r Tencent auf, der vor dem Börsengang ĂŒber 20 Prozent der Anteile hielt. Im Jahr 2025 entfielen mehr als 80 Prozent des Enflame-Umsatzes auf GeschĂ€fte mit Tencent.
Das Unternehmen, das im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 1,12 Milliarden Yuan erzielte, erwartet fĂŒr das laufende Jahr den Break-even und rechnet fĂŒr 2027 mit dauerhafter ProfitabilitĂ€t. Zu den weiteren strategischen Investoren von Enflame zĂ€hlen namhafte Konzerne wie Xiaomi, GigaDevice und ZTE.
