Cholesterintherapie, Kombination

Cholesterintherapie: Kombination senkt HerzkranzgefĂ€ĂŸ-Plaques um 21,1 Prozent

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach 18 Monaten verringerte Rosuvastatin plus Ezetimib das Plaque-Volumen stÀrker als Atorvastatin allein; klinische Ereignisse wurden nicht untersucht.
Ein minimalistischer, klinischer Untersuchungsraum mit moderner Medizintechnik in einer sterilen, professionellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Eine intensivierte medikamentöse Cholesterinsenkung kann das Volumen arterieller Ablagerungen in den HerzkranzgefĂ€ĂŸen deutlicher verringern als eine Standardmonotherapie. Dies belegen detaillierte Auswertungen der FLOWPROMOTE-Studie, die Ende Oktober 2026 im Fachjournal JAMA Cardiology veröffentlicht wurden.

Die Untersuchung von Mortensen und Kollegen zeigt, dass eine Kombinationstherapie aus Rosuvastatin und Ezetimib das Gesamtplaque-Volumen ĂŒber einen Zeitraum von 18 Monaten um 21,1 Prozent reduzierte, wĂ€hrend eine Monotherapie mit Atorvastatin einen RĂŒckgang um 13,6 Prozent erzielte.

Signifikante Unterschiede bei Plaque-Volumen und Zusammensetzung

Die Studie begleitete 104 zuvor Statin-naive Erwachsene aus DĂ€nemark mit stabiler Angina pectoris, einer Koronarstenose von ĂŒber 50 Prozent sowie einem FFR-CT-Wert von 0,80 oder darunter.

Das Durchschnittsalter der Kohorte lag bei 64 Jahren, der MĂ€nneranteil betrug 79 Prozent. Die Patienten wurden in zwei Gruppen zu je 52 Personen aufgeteilt und mittels koronarer Computertomographie-Angiographie (CCTA) zu Studienbeginn sowie nach 9 und 18 Monaten untersucht.

In der Interventionsgruppe sank das Gesamtplaque-Volumen um 69,8 Kubikmillimeter, verglichen mit einer Abnahme um 39,0 Kubikmillimeter unter Atorvastatin. Dies entspricht einer Differenz von minus 30,9 Kubikmillimetern.

Anzeige

Wer sich mit der Bedeutung von Blutwerten fĂŒr die Herzgesundheit befasst, sollte die Interpretation seiner Laborberichte nicht allein dem Zufall ĂŒberlassen. Dieser kostenlose 25-seitige Report erklĂ€rt verstĂ€ndlich, welche Werte wirklich wichtig sind und wie man Fehldiagnosen vermeidet. Laborwerte-Selbstcheck jetzt kostenlos herunterladen

Besonders ausgeprĂ€gt fiel der Unterschied bei den nichtkalzifizierten Plaques aus: Hier sank das Volumen unter der Kombinationstherapie um 82,3 Kubikmillimeter beziehungsweise 28,2 Prozent gegenĂŒber einem RĂŒckgang um 53,5 Kubikmillimeter beziehungsweise 20,0 Prozent im Kontrollarm. Die Differenz belief sich auf minus 28,9 Kubikmillimeter.

Eine Plaque-Regression insgesamt trat bei 90 Prozent der Patienten in der Kombinationsgruppe auf (47 von 52 Patienten), verglichen mit rund 75 Prozent unter der Monotherapie (38 von 51 Patienten).

Bei nichtkalzifizierten Plaques zeigte sich bei 98 Prozent (51 von 52) gegenĂŒber 77 Prozent (39 von 51) eine Regression. Kalzifizierte Plaques nahmen hingegen in beiden Gruppen leicht zu, was im klinischen Kontext als Hinweis auf eine Plaque-Stabilisierung gewertet wird.

Ausmaß der LDL-Senkung und wissenschaftliche Einordnung

Der RĂŒckgang des Plaque-Volumens ging mit einer ausgeprĂ€gteren Reduktion des LDL-Cholesterins (LDL-C) einher. Unter der Gabe von 40 Milligramm Rosuvastatin in Kombination mit 10 Milligramm Ezetimib fiel der LDL-C-Wert von 127,4 auf 42,5 Milligramm pro Deziliter, was einer Senkung um 65 Prozent entspricht.

Anzeige

Tausende Menschen nutzen bereits gezielte Informationen ĂŒber ihre Vitalstoff-Werte, um ihre Gesundheit aktiv zu steuern und besser zu verstehen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden eines Experten, wie Sie entscheidende Blutwerte richtig einordnen und fĂŒr Ihre Vorsorge nutzen. Kostenlosen 25-Seiten-Report hier anfordern

Unter 40 Milligramm Atorvastatin ging der Wert von 119,7 auf 69,5 Milligramm pro Deziliter zurĂŒck, ein Minus von 38 Prozent. Aus den Daten ging eine lineare Assoziation zwischen dem erreichten LDL-C-Wert und dem Ausmaß der Plaque-Regression hervor.

FrĂŒhere bildgebende Studien wiesen hĂ€ufig lediglich Plaque-RĂŒckgĂ€nge im Bereich von 1 bis 5 Prozent nach. Eine Vergleichbarkeit besteht unter anderem mit der PRECISE-IVUS-Studie aus dem Jahr 2015, die bei 202 Patienten Regressionsraten von 78 Prozent gegenĂŒber 58 Prozent ermittelte, sowie mit Untersuchungen wie PACMAN-AMI mit 300 Patienten oder der IMPROVE-IT-Studie an 18.144 Patienten, bei der die kardiovaskulĂ€ren Ereignisse nach sieben Jahren bei 32,7 Prozent gegenĂŒber 34,7 Prozent lagen.

Zudem ist bekannt, dass jede Senkung des LDL-Werts um 38,6 Milligramm pro Deziliter mit 22 Prozent weniger atherosklerotischen kardiovaskulÀren Erkrankungen und 25 bis 30 Prozent weniger koronaren Herzerkrankungen assoziiert ist.

Die Autoren halten fest, dass eine Atherosklerose zumindest teilweise reversibel sei. Gleichzeitig weisen sie auf Limitationen hin: Neben dem vergleichsweise kleinen Gesamteffekt und der Betrachtung sekundĂ€rer Endpunkte stĂŒtzt sich die Untersuchung auf Surrogatmarker.

Da keine harten klinischen Ereignisdaten erhoben wurden, sei weitere Forschung erforderlich, um den direkten Einfluss dieser Plaque-VerÀnderungen auf kardiovaskulÀre Ereignisse zu bestÀtigen.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70468025 |