Chrome, Google

Chrome 150: Google deaktiviert Werbeblocker am 30. Juni

20.06.2026 - 16:16:58 | boerse-global.de

Google beendet mit Chrome 150 die Unterstützung alter Werbeblocker und stellt das Android-Tracking auf Privacy Sandbox um.

Google Chrome 150: Ende für Werbeblocker und neues Android-Tracking
Chrome - Ein stilisiertes, leuchtendes digitales Schildsymbol über einem Smartphone-Bildschirm, der einen Webbrowser anzeigt, mit einem unscharfen Netzwerk im Hintergrund. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleichzeitig stellt der Konzern das Tracking auf Android komplett um.

Manifest-V2-Aus: uBlock Origin verliert Funktion

Mit Chrome 150 am 30. Juni 2026 entfernt Google die letzten Reste der alten Erweiterungsplattform Manifest V2. Populäre Werbeblocker wie uBlock Origin laufen danach nicht mehr richtig.

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Google begründet den Schritt mit Sicherheitsrisiken und veralteter Technik. Wer weiter blocken will, muss auf Alternativen ausweichen: Datenschutz-Browser wie IronFox, Cromite oder Brave führen die aktuellen Rankings an. Auch Mozilla Firefox reagiert und plant einen integrierten Werbe- und Tracker-Blocker für mobile Geräte.

Android wechselt das Tracking-System

Parallel dazu baut Google die Werbe-Infrastruktur auf Android um. Die alte Advertising ID (GAID) wird durch die Privacy Sandbox ersetzt. Statt einer Geräte-ID kategorisiert die Topics API Interessen direkt auf dem Smartphone. Die Protected Audiences API übernimmt das Remarketing.

Die alte Werbe-ID läuft noch dieses Jahr aus, komplett abgeschaltet wird sie bis 2027. Kurzfristig erwarten Analysten Einbußen von 10 bis 20 Prozent bei den Werbeeinnahmen pro tausend Impressionen.

Ab dem 3. August 2026 führt Google zudem eine neue IP-basierte Messlösung für Werbung in EU, Großbritannien und der Schweiz ein. IP-Adressen dienen dann als Basis für Standort und Geräteerkennung. Die Verantwortung für die Einwilligung tragen die Website-Betreiber – ein direktes Opt-out über Google kommt erst Ende 2026 oder Anfang 2027.

Trojaner bedroht Banking-Apps

Die Umstellung fällt mit einer steigenden Bedrohungslage zusammen. Sicherheitsforscher entdeckten im Juni den Android-Trojaner Rokarolla, der über manipulierte Webseiten verbreitet wird. Er zielt auf über 200 Banking- und Krypto-Apps ab.

Zusätzlich fanden Analysten 77 schädliche Apps im offiziellen Google Play Store. Sie wurden über 19 Millionen Mal installiert und enthalten unter anderem den Banking-Trojaner Anatsa.

Neue Browser wie die Veilo-App reagieren auf die Lage. Seit dem 19. Juni integriert sie Werbeblocker, VPN und Proxy-Unterstützung direkt in die Anwendung.

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Snapchat drängt in den Werbemarkt

Während Google das Ökosystem umkrempelt, erweitern andere Plattformen ihre Werbeformate. Snapchat führt seit Mitte Juni gesponserte Inhalte direkt im Chat-Feed ein. Erste Kampagnen mit Handels- und Telekommunikationspartnern sollen die Konversionsraten gesteigert haben.

Google selbst veröffentlichte am 19. Juni 2026 Android 17. Die neue Version bringt KI-Funktionen für Bild- und Videobearbeitung – aber auch WLAN-Probleme auf mehreren Pixel-Modellen, wie Nutzer sofort meldeten.

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