Chrome, Google

Chrome 150: Google stopft rekordverdächtige 433 Sicherheitslücken

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 18:27 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Google und Microsoft schließen hunderte Sicherheitslücken in ihren Browsern und rüsten sie für KI-Assistenten.

Chrome 150 und Edge 150: Rekord-Patch mit über 400 Fixes
Chrome - Nahaufnahme einer Webbrowser-Oberfläche mit abstraktem Binärcode und Spiegelungen, die Sicherheitsupdates und KI-Integration symbolisieren. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die neuen Versionen von Chrome und Edge stopfen über 400 Sicherheitslücken und bringen Funktionen für KI-Agenten mit.

Google und Microsoft haben zeitgleich große Updates für ihre Webbrowser veröffentlicht. Chrome 150 und Edge 150 beheben Hunderte von Sicherheitslücken, optimieren den Arbeitsspeicher und bereiten die Browser auf die Zusammenarbeit mit Künstlicher Intelligenz vor. Die Updates stehen für Windows, Mac und Linux bereit.

Rekordverdächtiger Patch für Chrome

Google veröffentlichte Chrome 150.0.7871.46/.47 am 7. Juli – und stopft damit ganze 433 Sicherheitslücken. Darunter finden sich auch kritische Schwachstellen, die einen Ausbruch aus der Browser-Sandbox ermöglichen. Nutzer sollten das Update umgehend installieren.

Microsoft zog parallel nach: Der Konzern schloss eine Use-after-Free-Lücke in der Chromium-Engine von Edge. Die als CVE-2026-57992 registrierte Schwachstelle könnte Angreifern theoretisch die Ausführung von Schadcode ermöglichen – allerdings nur mit Benutzerinteraktion und bei hoher Komplexität. Microsoft schloss das Leck bereits am 3. Juli mit Edge 150.0.4078.48.

Schlanker und KI-fit

Beide Browser führen mit Version 149 das Feature „Selective format read" ein. Statt bei jedem Einfügevorgang sämtliche Zwischenablage-Daten zu laden, fordert der Browser nur noch die benötigten Datenformate an. Das spart Arbeitsspeicher und beschleunigt das Einfügen in Webanwendungen. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert. Mozilla Firefox könnte laut Branchenkreisen ähnliche Funktionen übernehmen.

Für Entwickler und die KI-Branche besonders spannend: Chrome 149 startet einen Origin-Trial für WebMCP. Die Schnittstelle nutzt die navigator.modelContext-API und erlaubt Websites, bestimmte Aktionen als strukturierte Werkzeuge für KI-Agenten bereitzustellen. Google und Microsoft haben den Entwurf gemeinsam als W3C-Standard eingereicht. Möglich sind sowohl deklarative Registrierungen über HTML-Formulare als auch imperative über JavaScript.

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Neue Sicherheitsrisiken durch KI-Browser

Die Integration von KI in Browser birgt jedoch neue Gefahren. Forscher der University of Washington zeigten Anfang Juli, dass KI-gestützte Browser – darunter Chrome mit Gemini und ChatGPT Atlas – die Same-Origin-Policy umgehen können. Die Folge: Datendiebstahl durch Prompt-Injection oder Memory-Poisoning. Der KI-Modus von Firefox schnitt in den Tests am sichersten ab.

Edge wechselt auf Zwei-Wochen-Rhythmus

Microsoft kündigte am 7. Juli an, Edge ab Version 152 auf einen zweiwöchentlichen Update-Zyklus umzustellen. Damit will der Konzern häufiger Wartungsupdates und neue Funktionen ausliefern.

Mysteriöses weißes Fenster unter Windows

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Windows-10- und -11-Nutzer berichten seit Tagen von einem seltsamen Phänomen: Nach dem Systemstart oder der Entsperrung erscheint ein leeres weißes Fenster. Branchenberichte vom 6. Juli führen das Problem auf eine Chrome-Aufgabe namens „RunPlatformExperienceHelperOnUnlock" zurück. Weder Google noch Microsoft haben die Ursache offiziell bestätigt. Betroffene können das Problem beheben, indem sie die entsprechende Aufgabe in der Windows-Aufgabenplanung deaktivieren.

Ein weiterer Windows-11-Bug betrifft die CapabilityAccessManager-Datei: Sie kann bis zu 500 Gigabyte Speicherplatz fressen. Ein Fix lag im Juni als optionales Update vor, der vollständige Rollout ist für den Juli-Patch-Day vorgesehen.

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