Chrome, Googles

Chrome: Googles Gemini-Modell warnt vor verdächtigen Webseiten und Betrug

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 21:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Chrome soll verdächtige Seiten und gefährliche Befehle erkennen; die Neuerungen erfordern den erweiterten Safe-Browsing-Modus.
Abstrakte Schichten aus Glas und Licht symbolisieren digitale Sicherheit und mehrstufige Schutzmechanismen. Illustration mit AI erstellt.

Google hat am 20. Oktober 2026 neue Sicherheitsfunktionen auf Basis künstlicher Intelligenz für den Webbrowser Chrome angekündigt. Zur Abwehr von Betrugsversuchen im Netz setzt das Unternehmen künftig auf ein serverseitiges Modell der Gemini-Reihe sowie auf ein erweitertes, zweistufiges Warnsystem.

Konkrete Einführungstermine, eine Übersicht der unterstützten Plattformen, Versionsnummern oder Angaben zu potenziellen Fehlalarmraten nannte der Konzern bei der Ankündigung jedoch nicht. Unabhängige Tests der neuen Schutzmechanismen lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung ebenfalls noch nicht vor.

Zweistufiges Warnsystem und serverseitige Textanalyse

Bislang setzte Chrome bei erkannten Gefahren vor allem auf eine auffällige rote Vollbildwarnung. Das neue System differenziert nun zwischen zwei Risikostufen: Für bestätigte, hochgradig gefährliche Webseiten bleibt die rote Vollbildmeldung bestehen.

Neu hinzu kommt eine Warnstufe für Webseiten, die als verdächtig eingestuft werden. Bei geringerer Urteilssicherheit über ein mögliches Risiko weist der Browser Nutzer künftig über ein Pop-up-Fenster mit einem Schild-Symbol auf die potenzielle Bedrohung hin.

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Das serverseitig arbeitende Gemini-Modell prüft dabei mehrere Faktoren einer Internetseite. Es bewertet die Markendarstellung, die mutmaßliche Absicht der Seite sowie die Betrugswahrscheinlichkeit. Diese Daten werden mit der bestehenden Domain-Reputation aus Googles Safe-Browsing-Dienst kombiniert.

Der Dienst besteht bereits seit 2007. Nach Angaben von Google wird der Text einer Webseite nur dann serverseitig verarbeitet, wenn starke Betrugsindikatoren vorliegen. Diese Datenübertragung erfolge vorübergehend; die Inhalte würden weder protokolliert noch gespeichert oder zum Trainieren von KI-Modellen verwendet.

Schutz vor Befehlskopien und gefälschten Updates

Die Erkennungsmuster wurden zudem gezielt auf gefälschte Browser-Updates und nachgeahmte Antiviren-Warnungen ausgeweitet. Ein weiterer Bestandteil der Neuerungen ist ein Mechanismus gegen sogenannte ClickFix-Angriffe.

Bei dieser Betrugsmasche versuchen Angreifer, Internetnutzer zur manuellen Ausführung von bösartigem Programmcode über Systemkonsolen zu bewegen. Frühere Berichte hatten in diesem Kontext bereits über 250 ClickFix-Domains dokumentiert, die auf Malware für das Betriebssystem macOS abzielten.

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Chrome soll kopierte Befehle für Schnittstellen wie PowerShell oder die Windows-Eingabeaufforderung überprüfen. Vor einer Analyse über Safe Browsing entfernt der Browser laut Google personenbezogene Daten aus dem Zwischenspeicher. Stuft das System den kopierten Befehl als gefährlich ein, warnt der Browser die Nutzer vor dessen Ausführung.

Erweiterter Schutz als zwingende Voraussetzung

Sämtliche Neuerungen greifen nicht standardmäßig, sondern setzen zwingend den im Jahr 2020 eingeführten erweiterten Safe-Browsing-Schutz voraus. Dieser Modus lässt sich in den Chrome-Einstellungen unter dem Pfad für Datenschutz und Sicherheit aktivieren. Für Unternehmensnetzwerke steht die Richtlinie SafeBrowsingProtectionLevel zur Verfügung.

Jasika Bawa aus dem Chrome-Produktteam erklärte, Anwender mit aktiviertem erweitertem Schutz seien zehnmal sicherer vor Social Engineering, Phishing, missbräuchlichen Benachrichtigungen und anderen Betrugsformen als im Standardmodus.

Eine entsprechende Fußnote relativiert diese Aussage jedoch: Der angegebene Vergleichswert bezieht sich auf die durchschnittliche Anzahl der angezeigten Sicherheitswarnungen und spiegelt nicht die Zahl der tatsächlich verhinderten Angriffe wider.

Grundsätzlich weisen die Angaben darauf hin, dass die Warnmeldungen nicht sämtliche bösartigen Aktionen unterbinden können. Das Ausbleiben einer Sicherheitswarnung bedeutet daher nicht automatisch, dass eine aufgerufene Webseite sicher ist.

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