Chrome-Warnung: CERT-In stuft 30 Schwachstellen als gravierend ein
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 15:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Indian Computer Emergency Response Team (CERT-In) hat eine hochriskante Sicherheitswarnung für Nutzer des Browsers Google Chrome herausgegeben. Die Behörde stuft mehrere neu entdeckte Schwachstellen als gravierend ein und empfiehlt allen Anwendern dringend, ihre Software umgehend zu aktualisieren, um potenzielle Angriffe zu verhindern.
Nach Angaben der Behörde könnten die identifizierten Sicherheitslücken es Angreifern ermöglichen, Schadcode auf betroffenen Systemen auszuführen oder Sicherheitsbeschränkungen zu umgehen. Google hat in diesem Zusammenhang bereits reagiert und rund 30 Schwachstellen in seinem Browser behoben.
Davon wurden vier Sicherheitslücken als kritisch eingestuft. Das Unternehmen rät ebenfalls zum Einspielen der neuesten Updates, um die Stabilität und Sicherheit der Anwendung zu gewährleisten.
Einführung neuer Sicherheitsmechanismen gegen Kontodiebstahl
Parallel zu den aktuellen Sicherheits-Patches führt Google neue Funktionen ein, um den Diebstahl von Nutzerkonten zu erschweren. Mit den sogenannten „Device-Bound Session Credentials“ (DBSC) sollen Anmeldedaten fest an die Hardware des jeweiligen Geräts gebunden werden.
Hierfür nutzt der Browser Technologien wie das Trusted Platform Module (TPM) oder die Secure Enclave. Ziel dieses Verfahrens ist es, das sogenannte Session-Hijacking zu verhindern, bei dem Angreifer gültige Sitzungsschlüssel stehlen, um unbefugten Zugriff auf Benutzerkonten zu erhalten.
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Google testet diese gerätegebundenen Anmeldedaten derzeit in einem begrenzten Umfang. Die Erprobung findet unter anderem in der Chrome-Version 147 für Windows-Systeme sowie in der Version 150 für macOS statt. Eine breitere Integration dieses Sicherheitsfeatures wird für zukünftige Veröffentlichungen erwartet.
Effizienzsteigerung durch Künstliche Intelligenz
Bei der Identifizierung und Behebung von Schwachstellen setzt Google verstärkt auf künstliche Intelligenz. Laut Unternehmensangaben hat der Einsatz von KI im Juni dieses Jahres dazu beigetragen, mehr Sicherheitslücken zu schließen als in den vorangegangenen zwei Jahren insgesamt.
Ein prominentes Beispiel für diesen Erfolg ist die Entdeckung eines 13 Jahre alten Bugs innerhalb des Chrome-Quellcodes, der erst durch KI-gestützte Analysetools aufgespürt werden konnte.
In den Versionen Chrome 149 und 150 wurden insgesamt 1.072 Schwachstellen behoben. Damit übertrifft die Anzahl der Fehlerbehebungen in diesen beiden Versionen die Summe der vorangegangenen 23 Browser-Versionen. Google setzt hierfür auf spezialisierte KI-Agenten, welche die Entdeckung von Fehlern, die Reproduktion von Exploits und das Erstellen von Patches weitgehend automatisieren.
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Auch externe Akteure nutzen fortschrittliche Modelle zur Fehlererkennung. OpenAI gab bekannt, dass das Modell GPT-5.6-Cyber zwei spezifische Schwachstellen in der V8-Engine von Chrome identifiziert hat, darunter die Kennung CVE-2026-15903, welche bereits durch entsprechende Patches geschlossen wurde.
Das Modell gilt als das erste mit einer hohen Einstufung in Bezug auf Cyber-Fähigkeiten. Im Zuge erhöhter Sicherheitsanforderungen kündigte OpenAI zudem an, dass physische Sicherheitsschlüssel für den Zugriff auf Daybreak-Konten ab dem 1. September 2026 verpflichtend sein werden.
Maßnahmen gegen unerwünschte Benachrichtigungen und ChromeOS-Updates
Neben der Schließung technischer Lücken hat Google Maßnahmen ergriffen, um die Nutzererfahrung auf Android-Geräten zu verbessern. Im ersten Quartal 2026 konnte das Unternehmen die Anzahl unerwünschter Benachrichtigungen um rund 7 Milliarden pro Tag reduzieren. Dies wurde durch eine Kombination aus Berechtigungsentzug, Missbrauchserkennung und der Implementierung von Sender-Ratenlimits erreicht.
Websites sind nun auf den Versand von maximal 1.000 Nachrichten pro Minute begrenzt, wobei On-Device-Machine-Learning zur Erkennung von Spam eingesetzt wird.
Auch für Nutzer von ChromeOS wurden Sicherheitsmaßnahmen intensiviert. Mit der Version 151 werden fünf hochriskante Sicherheitslücken geschlossen, die unter anderem die Komponenten V8 und Blink sowie Browser-Erweiterungen betrafen. Zudem wird auch in ChromeOS die DBSC-Technologie integriert, um die Abwehr gegen Session-Hijacking zu stärken. Der Rollout dieses Updates hat bereits begonnen.
