Chronische EntzĂŒndung: 30 Pflanzen pro Woche senken Risiko um 31%
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 07:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Neue Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2026 zeigen komplexe Wechselwirkungen zwischen dem Immunsystem und Organen wie Herz, Niere und Darm.
Herzschutz bei Rheuma: Neue S3-Leitlinie veröffentlicht
Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Rheumatologie (DGRh) hat eine neue S3-Leitlinie zum kardiovaskulĂ€ren Risiko bei entzĂŒndlich-rheumatischen Erkrankungen veröffentlicht. Betroffen sind vor allem Patienten mit Rheumatoider Arthritis, Systemischem Lupus erythematodes und Vaskulitiden.
Entscheidend fĂŒr das erhöhte Herz-Kreislauf-Risiko sei primĂ€r die KrankheitsaktivitĂ€t â nicht die Erkrankungsdauer. Die Fachleute empfehlen eine regelmĂ€Ăige Risikofaktor-Erfassung und eine konsequente âTreat-to-Targetâ-Strategie. Glukokortikoide und nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sollen auf die niedrigst mögliche Dosis beschrĂ€nkt werden. Bei JAK-Inhibitoren raten die Experten zur Vorsicht: Hier bestehen potenzielle Risiken fĂŒr schwerwiegende kardiovaskulĂ€re Ereignisse und venöse Thromboembolien.
OxalsÀure: Verbindung zwischen Nieren- und HerzschÀden entdeckt
Forscher haben im Fachmagazin Cardiovascular Research eine direkte Verbindung zwischen Nieren- und HerzschĂ€den durch OxalsĂ€ure nachgewiesen. In Versuchsmodellen fĂŒhrte eine oxalatreiche ErnĂ€hrung zur systemischen Aktivierung des Immunsystems und reduzierte die Herzfunktion.
Oxalat löst eine EntzĂŒndungsreaktion aus, die durch den Botenstoff Interleukin-17A (IL-17A) gesteuert wird. Dieser Prozess stört den Energiestoffwechsel von Immunzellen und fördert GewebeschĂ€den in beiden Organen. Eine Blockade von IL-17A konnte die SchĂ€den mildern.
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Diese Erkenntnisse sind besonders relevant fĂŒr Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen oder primĂ€rer Hyperoxalurie. Bei ihnen liegen hĂ€ufig erhöhte Oxalatspiegel und ein gesteigertes kardiovaskulĂ€res Risiko vor. Eine Validierung in gröĂeren Patientenkohorten steht allerdings noch aus.
Vitamin-E-Metabolite: Neue Wirkmechanismen entdeckt
Ein Forschungsteam um Andreas Koeberle von der UniversitĂ€t Graz identifizierte neue Wirkmechanismen von langkettigen Vitamin-E-Metaboliten (LCM). Wie in der Fachzeitschrift Acta Pharmaceutica Sinica B dargelegt, besitzen diese eine duale Wirkung: Sie wirken entzĂŒndungshemmend und fördern gleichzeitig die Auflösung bestehender EntzĂŒndungen.
In Untersuchungsmodellen reduzierten die LCM entzĂŒndliche Immunzellen, ohne den natĂŒrlichen Heilungsprozess zu stören. Zudem schĂŒtzten sie die Zellen vor der Ferroptose â einer Form des programmierten Zelltods. Die Struktur dieser Metabolite weist Ăhnlichkeiten zu Inhaltsstoffen der Bitterkola auf. Das eröffnet neue Perspektiven fĂŒr die Behandlung chronischer EntzĂŒndungen.
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Immunantworten im Darm: Von der Mundschleimhaut in den Darm
Wissenschaftler aus Kiel untersuchten den Zusammenhang zwischen Immunantworten auf Hefepilze und chronisch-entzĂŒndlichen Darmerkrankungen. Eine Studie im Journal Immunity belegt: Spezifische Th17-Zellen gegen Candida albicans entstehen ursprĂŒnglich in der Mundschleimhaut. Bei Morbus-Crohn-Patienten wandern diese Zellen jedoch in den Darm und nehmen dort gewebsschĂ€digende Eigenschaften an.
Als mögliche TherapieansÀtze werden ?4?7-Integrin-Antagonisten und Anti-IL-23-Therapien diskutiert.
PrÀvention durch ErnÀhrung: 30 Pflanzen pro Woche senken Risiko
Parallel zur medikamentösen Forschung unterstreichen Daten der Tufts University die Bedeutung des Lebensstils. Eine ErnĂ€hrung mit mindestens 30 verschiedenen Pflanzen pro Woche kann das Risiko fĂŒr Krankenhausaufenthalte aufgrund entzĂŒndlicher Erkrankungen um 31 Prozent senken.
Studien mit ĂŒber 15.000 Teilnehmenden deuten zudem darauf hin, dass fermentierte Lebensmittel die GesamtmortalitĂ€t positiv beeinflussen. Auch bei der Blutdruckregulation gibt es vielversprechende Erkenntnisse: Der tĂ€gliche Konsum von 250 ml Rote-Bete-Saft senkt den systolischen Blutdruck signifikant.
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