Chronische, Erkrankungen

Chronische Erkrankungen: 60% aller TodesfÀlle vermeidbar

18.06.2026 - 14:52:44 | boerse-global.de

Ein neuer Bericht zeigt: Über 60 Prozent der TodesfĂ€lle in Wuppertal sind auf vermeidbare chronische Erkrankungen zurĂŒckzufĂŒhren.

Wuppertaler Gesundheitsreport: Chronische Krankheiten als Haupttodesursache
Chronische - Ein Ă€lterer Mensch sitzt nachdenklich auf einer Parkbank in Wuppertal, mit Blick auf die Stadt, umgeben von Herbstlaub. 18.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das zeigt ein im Juni 2026 veröffentlichter Gesundheitsbericht der Stadt. Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes Typ 2 und chronische Atemwegserkrankungen sind die Hauptursachen. Fachleute sehen enormes Potenzial in der PrÀvention.

Herz und Kreislauf an der Spitze

Die Zahlen fĂŒr das Jahr 2024 sind eindeutig: Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachten 26,7 Prozent aller TodesfĂ€lle, Krebserkrankungen folgen mit 23,4 Prozent. Besonders betroffen sind Ă€ltere Menschen. Ab 45 Jahren ist jede zweite Person wegen Bluthochdrucks in Behandlung, jede fĂŒnfte leidet an Diabetes Typ 2.

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Die lokalen Daten passen zu bundesweiten Trends. Ein Bericht des Zentralinstituts fĂŒr die kassenĂ€rztliche Versorgung (Zi) von 2024 zeigt: Rund 45 Prozent der Frauen und 43 Prozent der MĂ€nner zwischen 50 und 59 Jahren haben mindestens zwei chronische Erkrankungen. Ein europĂ€ischer Report vom September 2025 belegt zudem, dass sozial benachteiligte Gruppen eine deutlich geringere gesunde Lebenserwartung haben.

Vier Hebel fĂŒr die PrĂ€vention

Die Gesundheitsbehörden sind optimistisch: Bis zu 70 Prozent der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und rund die HĂ€lfte aller KrebsfĂ€lle ließen sich durch PrĂ€vention vermeiden. Der Wuppertaler Bericht nennt vier zentrale Handlungsfelder: Bewegung und gesunde ErnĂ€hrung fördern, Gesundheitskompetenz stĂ€rken, FrĂŒherkennung ausbauen sowie Tabak- und Alkoholkonsum reduzieren.

Konkrete Angebote gibt es bereits. Bei extremen Temperaturen ĂŒber 30 Grad bietet die Stadt ein Hitzeportal mit Verhaltenstipps fĂŒr Senioren und chronisch Kranke. Und seit dem 1. April 2026 haben gesetzlich Versicherte zwischen 50 und 75 Jahren mit starkem Risikoprofil Anspruch auf eine LungenkrebsfrĂŒherkennung per Niedrigdosis-CT.

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LebensqualitÀt im Alter sichern

Neben der Krankheitsvermeidung rĂŒckt die Verbesserung der LebensqualitĂ€t in den Fokus. Der Verein Lebensraum e.V. baut mit 293.500 Euro von der Deutschen Fernsehlotterie das „Haus Am Bilten“ aus. Das Gesamtprojekt kostet ĂŒber 1,7 Millionen Euro und schafft 32 barrierefreie Appartements fĂŒr Menschen mit Behinderungen – inklusive therapeutischem Bewegungsbad.

Ein weiterer Schwerpunkt: die Hospiz- und Palliativkultur in stationĂ€ren Einrichtungen. Die Diakonische Altenhilfe Wuppertal hat ihre acht Seniorenheime bereits seit 2012 umstrukturiert. Ziel ist ein Versterben in vertrauter Umgebung. WĂ€hrend bundesweit rund 40 Prozent der Menschen im Krankenhaus sterben, sind es in den betroffenen Wuppertaler Einrichtungen nur etwa 10 Prozent. Möglich wird das durch regelmĂ€ĂŸige Schulungen, ethische FallgesprĂ€che und die Einbindung ehrenamtlicher Hospizdienste.

de | wissenschaft | 69572982 |