Chronische Krankheiten: 131.000 TodesfÀlle durch Rauchen jÀhrlich
03.07.2026 - 04:33:20 | boerse-global.de
Tabak, Alkohol und zuckerhaltige GetrĂ€nke stehen im Fokus der PlĂ€ne. Ziel ist nicht nur mehr Einnahmen fĂŒr den Haushalt, sondern vor allem weniger chronische Krankheiten.
Tabaksteuer: Stufenweise Erhöhung bis 2030
Ein Referentenentwurf zur Ănderung des Tabaksteuergesetzes sieht schrittweise höhere Abgaben vor. Besonders Wasserpfeifentabak soll betroffen sein â die Steuer könnte sich bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als verdreifachen.
Die Deutsche Krebshilfe und das AktionsbĂŒndnis Nichtrauchen (ABNR) unterstĂŒtzen die PlĂ€ne grundsĂ€tzlich. Sie fordern aber eine umfassendere Strategie. Ihr Ziel: Die Raucherquote bei Erwachsenen auf unter fĂŒnf Prozent drĂŒcken, bei Jugendlichen auf unter zwei Prozent â und das bis 2040. Derzeit rauchen noch ĂŒber 40 Prozent der 18- bis 29-JĂ€hrigen. JĂ€hrlich sterben 131.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens.
Kritik kommt von der Thrombose Initiative e.V. In einer Stellungnahme vom Anfang Juli 2026 bemĂ€ngelt sie das Fehlen einer schadensadaptierten Besteuerung. Die hohen Steuern auf Tabakerhitzer erschwerten den Umstieg von der klassischen Zigarette. Tabakfreie Nikotinbeutel blieben im Entwurf zudem völlig unberĂŒcksichtigt.
Alkohol und Zucker: Neue Abgaben ab 2027
Die Alkoholsteuer soll ab 2027 steigen â und zwar um 20 Prozent auf Spirituosen. Der Steuersatz pro Liter Reinalkohol klettert dann von 13,03 auf 15,64 Euro. Eine handelsĂŒbliche Flasche Wodka wĂŒrde sich um etwa 87 Cent verteuern. Bier und Wein bleiben von der Erhöhung ausgenommen. Das Finanzministerium rechnet mit jĂ€hrlichen Mehreinnahmen von rund 400 Millionen Euro.
Ab 2028 plant die Regierung eine Zuckersteuer auf gesĂŒĂte GetrĂ€nke wie Limonaden und Colas. Die Staffelung: Ab fĂŒnf Gramm Zucker pro 100 Milliliter werden 20 Cent pro Liter fĂ€llig, ab acht Gramm sind es 30 Cent. Die erwarteten Einnahmen: rund 450 Millionen Euro pro Jahr. Das Geld soll in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) flieĂen.
Der hohe Zuckerkonsum durch Limonaden und Softdrinks ist ein wesentlicher Risikofaktor fĂŒr Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Typ 2. Wie Sie Ihre Werte durch die richtige ErnĂ€hrung auch ohne strikten Verzicht kontrollieren, erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber. Die 6 goldenen Regeln der Diabetiker-ErnĂ€hrung gratis sichern
Die GetrĂ€nkewirtschaft wehrt sich. In einem offenen Brief vom 1. Juli 2026 warnen Branchenvertreter vor einer Ăberlastung des Mittelstands und einkommensschwacher Haushalte. Sie verweisen auf eine freiwillige Zuckerreduktion von 15 Prozent seit 2018.
Krankenkassen in der Krise: Milliardenloch treibt Reformen
Hintergrund der SteuerplĂ€ne ist die prekĂ€re Finanzlage der GKV. FĂŒr 2026 wird eine DeckungslĂŒcke von rund 19 Milliarden Euro erwartet. Hinzu kommt: Die KassenĂ€rztliche Bundesvereinigung (KBV) warnt vor geplanten KĂŒrzungen der BundeszuschĂŒsse um 4,75 Milliarden Euro bis 2030.
Ărzte und Krankenkassen fordern deshalb eine Zweckbindung der neuen Steuereinnahmen. Klaus Reinhardt, PrĂ€sident der BundesĂ€rztekammer, plĂ€dierte Anfang Juli 2026 dafĂŒr, die Mehreinnahmen direkt in PrĂ€vention und Gesundheitsversorgung zu investieren. Auch der AOK-Bundesverband will die Mittel aus der Softdrink-Steuer und anderen Genussmittelabgaben der GKV zufĂŒhren.
Neben der ErnĂ€hrung spielt Bewegung eine SchlĂŒsselrolle bei der PrĂ€vention und Behandlung von Typ-2-Diabetes. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen einfache 3-Minuten-Ăbungen, mit denen Sie Ihren Blutzucker ganz natĂŒrlich senken können. 7 Gratis-Ăbungen mit Sofortwirkung jetzt herunterladen
Der Koalitionsausschuss beschloss am 1. Juli 2026 ein umfassendes Reformpaket. Es sieht unter anderem Entlastungen bei der Einkommensteuer ab 2027 und eine GKV-Entlastung von 16,3 Milliarden Euro fĂŒr 2027 vor. Doch die Debatte um die konkrete Verwendung der Genussmittelsteuern bleibt offen.
Experten warnen: Fiskalische MaĂnahmen allein reichen nicht. Sie mĂŒssten durch eine StĂ€rkung der primĂ€ren PrĂ€vention und FrĂŒherkennung flankiert werden. MedizintechnikverbĂ€nde wie der VDGH Ă€uĂerten Besorgnis ĂŒber neue Budgetgrenzen fĂŒr Vorsorgeleistungen â etwa Darmkrebs- oder Mammographie-Screenings. Das könnte die PrĂ€ventionsbemĂŒhungen konterkarieren.
