Chronische, Rückenschmerzen

Chronische Rückenschmerzen: Bei 90 Prozent sank die Schmerzsymptomatik

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 69 ausgewerteten Patienten gingen Bewegungsangst und Schmerzsymptome nach einer kombinierten Intervention zurück.
Ein heller, minimalistischer Physiotherapieraum mit einer leeren Gymnastikmatte auf einem Holzboden und medizinischen Geräten. Illustration mit AI erstellt.

Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich zählen im Gesundheitswesen zu den häufigsten Anlässen für physiotherapeutische Konsultationen. Zugleich gehört die chronische Lumbalgie zu jenen Gesundheitsproblemen, die die alltägliche Aktivität sowie die Lebensqualität der Betroffenen am stärksten einschränken.

Vor diesem Hintergrund zeigt ein klinisches Interventionsprojekt aus der spanischen Region Aragón, wie eine strukturierte Versorgung auf Ebene der Primärversorgung gestaltet werden kann.

Acht Physiotherapeuten aus fünf Einheiten des Sektors Zaragoza II entwickelten ein gemeinsames klinisches Konzept, das speziell auf Patienten mit chronischer Lumbalgie zugeschnitten ist. Die Koordination der Initiative liegt bei Raquel Sierra vom Gesundheitszentrum Muñoz Fernández.

Zum beteiligten Fachteam gehören darüber hinaus Mar Yagüe, Andrea Gayan, Noemí Usero, Laura Simón, Elena Gaspar, Luis Varga und Pilar Moreno. Für den fachlichen Ansatz wurde das Projekt bei den Jornadas de Calidad del Salud in Aragón als drittbeste Kommunikation ausgezeichnet.

Kombination aus Schmerzedukation und Bewegungstherapie

Das Programm trägt die Bezeichnung „Educación en neurociencia del dolor en el treatment fisioterápico de lumbalgia crónica“. Inhaltlich verknüpft das Konzept eine fundierte Schmerzneurowissenschafts-Edukation mit gezielter therapeutischer Bewegung.

Dieser Ansatz zielt primär darauf ab, der Kinesiophobie – also der krankheitsbedingten Angst vor Bewegung – entgegenzuwirken, die bei chronischen Schmerzverläufen häufig eine Chronifizierung begünstigt.

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Die definierte Zielgruppe der Intervention umfasst Personen im Alter zwischen 30 und 70 Jahren. Voraussetzung für die Einbindung in das Vorhaben waren anhaltende Rückenschmerzen über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten sowie ein ausgeprägtes bewegungsvermeidendes Verhalten der Patienten.

Ergebnisse der Patientenauswertung

Im Rahmen des Vorhabens wurden 69 Patienten im Alter von 30 bis 70 Jahren mit lang andauernder Lumbalgie ausgewertet. Die Bestandsaufnahme vor dem Beginn der Intervention verdeutlichte das Ausmaß der Bewegungseinschränkung: Bei 78,4 Prozent der teilnehmenden Personen lag vor der Maßnahme ein bewegungsvermeidendes Verhalten vor.

Die Auswertung der Interventionsschritte belegt deutliche Veränderungen im Schmerzverständnis sowie im Aktivitätsverhalten:

  • Nach der edukativen Informationssitzung verstanden über 65 Prozent der Patienten den tatsächlichen biologischen Ursprung ihrer Schmerzen.
  • 80 Prozent der Patienten reduzierten ihre Angst vor körperlicher Bewegung deutlich.
  • Bei 90 Prozent der Teilnehmer führte die Intervention zu einer messbaren Verringerung der Schmerzsymptomatik.
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Die Datenerhebung unterstreicht die Rolle neurobiologischer Aufklärung in Verbindung mit aktiver Therapie bei der Behandlung langwieriger Rückenschmerzen in der primärärztlichen Versorgung.

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