Chronische, Schmerzen

Chronische Schmerzen: KI erkennt mentale Überlastung in VR mit bis zu 88 Prozent

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
KI-Modelle unterscheiden kognitive Belastungsstufen bei Gesunden mit bis zu 88 Prozent Genauigkeit; Schmerzpatienten benötigen individuelle Kalibrierung.
Ein minimalistischer, moderner medizinischer Forschungsraum mit einem leeren Behandlungsstuhl in einer sterilen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Forschende untersuchen zunehmend digitale Technologien, um therapeutische Ansätze bei chronischen Schmerzen präziser zu steuern. Eine Untersuchung der University of East Anglia unter Leitung von Dr. Jordan Tsigarides zeigt nun auf, wie sich die mentale Beanspruchung von Patienten in virtuellen Umgebungen über Augenbewegungsdaten erfassen lässt.

Die unter dem Namen VR-FOCUS durchgeführte Forschungsarbeit demonstriert das Potenzial von Künstlicher Intelligenz, kognitive Überlastungen während einer Anwendung frühzeitig zu erkennen.

Pupillendaten erfassen kognitive Belastung

Im Rahmen der Forschungsarbeit analysierten die Wissenschaftler die Pupillendilatation sowie die Blinzelrate von Probanden während spezifischer Gedächsaufaufgaben in einer Virtual-Reality-Umgebung.

Bei diesen Aufgaben weiteten sich die Pupillen der Teilnehmenden, während zugleich die Blinkfrequenz mit steigender mentaler Last zunahm. Die virtuelle Umgebung wurde von den Testpersonen gut vertragen, wobei nur geringe Anzeichen von Bewegungskrankheit auftraten.

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Mithilfe von Algorithmen gelang es dem Team, Phasen niedriger von Phasen hoher kognitiver Beanspruchung verlässlich abzugrenzen. Bei gesunden Freiwilligen erzielten die eingesetzten Modelle eine Genauigkeit von bis zu 88 Prozent.

Die Arbeit entstand in Kooperation mit Revolve Labs Ltd. und wurde durch die Universität sowie das Partnerunternehmen finanziert. Die Veröffentlichung der Resultate erfolgte im Fachjournal Scientific Reports unter der DOI-Kennung 10.1038/s41598-026-74975-6.

Unterschiede bei chronischen Schmerzpatienten

An der Untersuchung nahmen insgesamt 84 Personen teil, von denen 42 an chronischen muskuloskelettalen Erkrankungen wie Arthritis oder Fibromyalgie litten. Bei dieser Patientengruppe fiel die Genauigkeit der KI-Modelle jedoch deutlich geringer aus als bei den gesunden Kontrollpersonen.

Die Forschenden leiten daraus ab, dass standardisierte Algorithmen nicht ohne Weiteres übertragbar sind und künftige Anwendungen zwingend eine individuelle Kalibrierung voraussetzen.

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Die Relevanz präziserer Behandlungsansätze ist hoch. Laut Dr. Jordan Tsigarides sind weltweit schätzungsweise 1,5 Milliarden Menschen von chronischen Schmerzen betroffen. Ziel der Weiterentwicklung von VR-gestützten Systemen ist eine Anpassung der virtuellen Umgebung in Echtzeit.

Indem die Programme auf physiologische Belastungssignale reagieren, soll eine mentale Überforderung der Patienten während der Übungen verhindert werden. Als nächster Schritt in diesem Forschungsbereich sind größere klinische Studien vorgesehen, um die Algorithmen für den therapeutischen Einsatz weiterzuentwickeln.

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