Chronische, Schmerzen

Chronische Schmerzen: Melatonin lindert wie Opioide laut Metaanalyse

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 22:00 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Pflanzliche Gele und Melatonin-Studie prÀgen den Schmerzmittelmarkt. Diclofenac bleibt Testsieger, wÀhrend Kosten auf 4,9 Milliarden Euro steigen.

Schmerzmittel-Markt im Wandel: Naturstoffe und neue Forschung
Eine Hand trĂ€gt ein transparentes Gel auf ein Knie auf, umgeben von PfefferminzblĂ€ttern, Fichtennadeln und roten Chilischoten. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Studien und Produktneuheiten aus dem Juli zeigen: Patienten setzen zunehmend auf Kombinationen aus Naturwirkstoffen und moderner Forschung.

Pflanzliche Gele im Trend

Mitte Juli bewarb der Hersteller Artodip ein neues Gel gegen Muskel- und Gelenkschmerzen. Die Mischung aus Pfefferminzöl, Fichtenöl, Kampfer, Beinwell-Extrakt und Paprika-Fruchtextrakt setzt auf einen cleveren Effekt: Erst kĂŒhlen Kampfer und Pfefferminzöl, dann sorgt Paprika fĂŒr Durchblutung und WĂ€rme.

Die Devise: Nicht auf offene Wunden auftragen. Das Prinzip ist simpel, aber effektiv.

Marktvergleich: Diclofenac bleibt Testsieger

Ein aktueller Vergleich von Schmerzgelen auf Welt.de zeigt die Konkurrenz zwischen synthetischen und pflanzlichen PrĂ€paraten. Produkte mit Diclofenac landeten aufgrund ihrer Wirksamkeit ganz vorne – ein deutsches Diclofenac-Gel wurde Testsieger.

Auf Platz zwei folgte ein Ă€therisches Öl-Gel von Puressentiel (geeignet ab sieben Jahren), danach das bekannte Voltaren Schmerzgel (ab 14 Jahren). Die Preisspanne? Sechs bis 20 Euro pro Packung.

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Melatonin gegen chronische Schmerzen?

Forscher der UniversitĂ€t Sydney haben eine ĂŒberraschende Entdeckung gemacht. Eine Metaanalyse von 23 Studien mit ĂŒber 2.000 Teilnehmern zeigt: Das Schlafhormon Melatonin könnte chronische Schmerzen lindern.

Konkret: Bei Arthrose, Fibromyalgie oder RĂŒckenschmerzen reduzierte Melatonin die SchmerzintensitĂ€t um etwa neun Punkte auf einer 100er-Skala. Das ist vergleichbar mit Opioiden oder NSAR. Bei postoperativen Schmerzen zeigte sich dagegen kein Effekt.

Die Studie erschien im Juli im Fachjournal „Pain“. Dr. Kangchao Wu leitete die Untersuchung.

Digitale Hilfe bei Rheuma-Verdacht

Das Uniklinikum Erlangen hat ein kostenloses Online-Tool namens „Rheumatic?“ vorgestellt. Es bereitet Patienten auf ArztgesprĂ€che vor – ersetzt aber keine Ă€rztliche Diagnose. PD Dr. Harriet Morf leitete die Entwicklung.

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Neben digitaler Beratung und medikamentöser Therapie setzen viele Experten auch auf gezielte Bewegung, um Gelenkbeschwerden langfristig vorzubeugen. Prof. Dr. med. Wessinghage hat dafĂŒr 17 einfache Übungen entwickelt, die nur 3 Minuten tĂ€glich erfordern und Ihnen helfen, Ihre MobilitĂ€t effektiv zu erhalten. Gratis-Ratgeber mit 17 WunderĂŒbungen hier herunterladen

Parallel dazu meldeten Mediziner des Uniklinikums Jena Erfolge bei einer seltenen autoimmunen Neuropathie. Eine Immuntherapie verbesserte die Nervenfunktion der Patienten signant. Die Ergebnisse veröffentlichte „Nature Communications“ im Juli.

Kostenexplosion bei Medikamenten

Die wirtschaftliche Dimension der Schmerztherapie wird in Österreich deutlich. Der Dachverband der SozialversicherungstrĂ€ger meldet fĂŒr 2025 Medikamentenkosten von 4,9 Milliarden Euro – ein Plus von 7,5 Prozent zum Vorjahr. Rund 77 Prozent entfallen auf patentgeschĂŒtzte PrĂ€parate.

Wer Medikamente ĂŒber Grenzen transportiert, sollte vorsichtig sein: Das Hauptzollamt Dortmund empfiehlt, nur den persönlichen Bedarf mitzufĂŒhren. Bei verschreibungspflichtigen Mitteln ist ein Ă€rztliches Attest nötig. Besonders bei der RĂŒckkehr aus Nicht-EU-LĂ€ndern gelten strikte Freimengen.

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