Chronische, Schmerzen

Chronische Schmerzen: Melatonin wirkt wie Paracetamol und Ibuprofen

01.07.2026 - 08:32:40 | boerse-global.de

Eine Meta-Analyse zeigt: Melatonin lindert chronische Schmerzen ähnlich effektiv wie Ibuprofen oder Paracetamol.

Melatonin gegen Schmerzen: Neue Studie belegt Wirksamkeit
Chronische - Eine Hand legt eine kleine weiße Pille auf eine dunkle Oberfläche, die Linderung von Schmerzen symbolisiert. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine neue Meta-Analyse zeigt: Melatonin reduziert chronische Schmerzen vergleichbar mit klassischen Schmerzmitteln.

Wirkung auf der Schmerzskala

Forscher der University of Sydney werteten 23 Studien mit über 2.000 Erwachsenen aus. Das Ergebnis: Melatonin senkt chronische Schmerzen auf einer Skala von 0 bis 100 um durchschnittlich 9 bis 10 Punkte.

Diese Linderung ist vergleichbar mit Paracetamol, Ibuprofen oder Opioiden. Zusätzlich verbesserten die Patienten konsequent ihre Schlafqualität. Die Studie erschien am 1. Juli im Fachjournal PAIN.

Dosierung bleibt uneinheitlich

Die optimale Dosis? Unklar. Die ausgewerteten Studien verabreichten zwischen 1 und 10 Milligramm. Bei chronischen muskuloskelettalen Schmerzen lagen die Dosen meist zwischen 3 und 10 Milligramm, im postoperativen Bereich zwischen 1 und 10 Milligramm. Eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung konnten die Forscher nicht feststellen.

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Melatonin ersetzt keine herkömmlichen Schmerzmittel. Es kann sie aber ergänzen – und so die Abhängigkeit von stärkeren Medikamenten verringern. Wichtig: Die Einnahme gehört in ärztliche Hände. Die Langzeitsicherheit über drei Monate hinaus ist nicht ausreichend belegt.

Melatonin plus Sport bei MS

Eine zweite Studie untersuchte die Kombination von Melatonin und Bewegung. 49 MS-Patienten trainierten zwölf Wochen lang dreimal pro Woche hochintensiv und nahmen nachts Melatonin ein.

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Die Kombination senkte oxidativen Stress, Entzündungswerte, LDL-Cholesterin und Körperfett deutlich stärker als jede Einzelmaßnahme. Die Forscher sehen darin einen vielversprechenden Ansatz, um die positiven Effekte von Sport bei MS zu verstärken. Die Ergebnisse erschienen im Brain Research Bulletin.

Vorsicht vor Selbstmedikation

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor Nebenwirkungen: Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen – aber auch Blutdruckabfall, Unterkühlung und Herzrhythmusstörungen sind möglich.

In den Studien traten die Nebenwirkungen als mild auf, vergleichbar mit einer Placebo-Gruppe. Ein Abhängigkeitspotenzial zeigte sich bei kurzer Anwendung nicht. Dennoch: Ohne ärztliche Absprache bleibt die Einnahme riskant. Die individuelle Abwägung ist gerade bei älteren Patienten essenziell.

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