Chronische Schmerzen: Schlafende Nozizeptoren eröffnen neue Therapiewege
14.06.2026 - 22:31:49 | boerse-global.de
Die Medizin macht Fortschritte – von bahnbrechenden Erkenntnissen über chronische Schmerzen bis hin zu robotischer Gangtherapie für Kinder. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen.
Schlafende Nozizeptoren: Neue Hoffnung bei chronischen Schmerzen
Forscher der UT Dallas und der RWTH Aachen haben sogenannte schlafende Nozizeptoren identifiziert. Diese Nervenzellen spielen eine zentrale Rolle bei neuropathischen Schmerzen. Die Studie erschien am 12. Juni im Fachjournal Cell. Parallel dazu entschlüsselte eine Nature-Untersuchung einen spezifischen Hirnschaltkreis, der für die Verarbeitung chronischer Schmerzen verantwortlich ist.
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Die Erkenntnisse kommen zum richtigen Zeitpunkt. Das Unternehmen Vertanical erhielt für das Cannabis-Extrakt Exilby die Zulassung für den deutschen Markt. Die Markteinführung ist für September 2026 geplant. Und die Klinik am Hainberg eröffnet zum 1. Juli eine psychosomatische Institutsambulanz.
Roboter helfen Kindern mit Zerebralparese
In der pädiatrischen Rehabilitation setzt das Programm Origin NeuroCare RA-MPD in Otwock auf robotische Gangtherapie. Es richtet sich an Kinder mit Zerebralparese ab einer Körpergröße von 120 Zentimetern. Die Behandlung umfasst mindestens 15 Sitzungen über drei bis acht Wochen. Jede Einheit beginnt mit einer vorbereitenden Muskelmassage.
Auch die pflegerische Infrastruktur wächst. In Leipzig nahm die Einrichtung Bärenfamilie im April 2026 ihren Betrieb auf – nach acht Jahren Planung und Bau. Das Haus bietet Platz für bis zu 14 Kinder und Jugendliche in der außerklinischen Intensivpflege. Beim Tag der offenen Tür am 13. Juni wurden bereits vier Patienten betreut.
Leberdiagnostik ohne Nadel: Elastographie wird Standard
Das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg untersuchte die Elastographie (Fibroscan) zur Messung der Leberfestigkeit bei Kindern. Im Vergleich zu 80 Leberbiopsien erwies sich das Verfahren als geeignet für die Verlaufskontrolle fortgeschrittener Fibrosen. Die Methode wurde inzwischen in die Regelversorgung übernommen. Zur Erstdiagnose kann sie die Biopsie jedoch nicht vollständig ersetzen.
Die Dietmar Hopp Stiftung förderte die Technik bereits 2009 mit 100.000 Euro.
Diabetologie: Langzeitdaten geben Entwarnung
Eine Auswertung der Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation aus den Jahren 1995 bis 2012 bringt neue Sicherheit. Die in PLOS Medicine veröffentlichte Studie untersuchte über 53.000 Patienten aus 372 Zentren. Ergebnis: Bei modernen Therapien wie Analoginsulinen und Insulinpumpen ist ein HbA1c-Wert unter 7,5 Prozent kein Risikofaktor mehr für schwere Unterzuckerungen. Die Fallzahlen für hypoglykämisches Koma sanken von 13,5 auf 1,8 pro 100 Patientenjahre.
Klinikalltag: Jubiläum, Protest und ein Zwischenfall
Am Universitätsklinikum des Saarlandes feierte die flexible Kinderbetreuung FlexiMedKids am 13. Juni ihr 15-jähriges Bestehen. Die Einrichtung am Campus Homburg erleichtert Klinikpersonal die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
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Gleichzeitig beteiligten sich süddeutsche Kliniken – darunter das Klinikum Bayreuth – am 12. Juni an Protesten gegen geplante Gesetze im Gesundheitswesen. Das Klinikum Bayreuth bildet als Standort des Medizincampus Oberfranken jährlich rund 100 Medizinstudenten aus. Zudem löste am 13. Juni ein technischer Zwischenfall an einer Deckenlampe einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus.
Autismus und Inklusion: Öffentlicher Diskurs gewinnt an Fahrt
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Menschen & Themen" findet am 15. Juni in Reutlingen ein Austausch mit Jason und Mirco von Juterczenka statt. Ihr Projekt „Wochenendrebellen" thematisiert das Leben mit Autismus. Der Stern berichtete zudem am 13. Juni über die medizinische Neubewertung einer über 50 Jahre bestehenden Lähmung – ein Fall, der die Bedeutung regelmäßiger diagnostischer Überprüfungen unterstreicht.
