CKMAI, Alterungsindex

CKMAI: Neuer Alterungsindex sagt Sterblichkeit bei Herz-Nieren-Syndrom voraus

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der CKMAI sagte in einer Studie die Sterblichkeit voraus und schnitt bei der FĂŒnf-Jahres-Prognose besser ab als drei Vergleichsindizes.

CKMAI: Neuer Index bewertet Sterberisiken beim Herz-Nieren-Stoffwechsel-Syndrom
Abstrakte Darstellung komplexer Datennetzwerke durch leuchtende Glasfasern in einem Laborumfeld. Illustration mit AI erstellt.

Zur prÀzisen AbschÀtzung individueller Gesundheitsrisiken gewinnen Modelle der biologischen Alterung in der klinischen Forschung an Bedeutung. In einer am 9. Oktober 2026 in der Fachzeitschrift PLOS Medicine veröffentlichten Forschungsarbeit stellte ein Team um Zhu et al. den Cardiovascular-Kidney-Metabolic Aging Index (CKMAI) vor. Das auf maschinellem Lernen basierende Verfahren dient dazu, die Sterblichkeit bei Vorliegen eines Herz-Nieren-Stoffwechsel-Syndroms vorherzusagen und komplexe systemische Risiken zu quantifizieren.

Methodischer Ansatz und Datengrundlage

FĂŒr die Entwicklung und Evaluation des Index griffen Zhu et al. auf Erhebungen von 6.896 US-Erwachsenen aus der NHANES-Datenbank fĂŒr den Zeitraum von 2005 bis 2018 zurĂŒck. Die gewichtete Studienpopulation wies ein Medianalter von 48 Jahren auf. Das System berĂŒcksichtigte insgesamt 18 Variablen zur Berechnung des biologischen Alters.

FĂŒr das Modelltraining nutzten die Wissenschaftler einen Datensatz von 4.827 Personen, wĂ€hrend die Validierung an einer Testgruppe von 2.069 Probanden erfolgte.

WĂ€hrend des medianen Nachbeobachtungszeitraums von 9,2 Jahren wurden 660 TodesfĂ€lle erfasst, von denen 201 auf kardiovaskulĂ€re Ursachen zurĂŒckzufĂŒhren waren. Nach einer Pareto-Optimierung erwies sich ein einfaches Cox-Modell mit einem mittleren Konkordanzindex von 0,893 als die leistungsfĂ€higste Modellvariante.

PrognosegĂŒte im Vergleich zu etablierten Biomarkern

In den statistischen Auswertungen erzielte der CKMAI eine hohe Vorhersagekraft fĂŒr die GesamtmortalitĂ€t. FĂŒr diesen Bereich lag die ermittelte FlĂ€che unter der ROC-Kurve (AUC) nach 3 Jahren bei 0,893, nach 5 Jahren bei 0,907 und nach 10 Jahren bei 0,890. Bei der rein kardiovaskulĂ€ren MortalitĂ€t belief sich der Wert auf 0,904 nach 3 Jahren sowie jeweils auf 0,937 nach 5 und 10 Jahren.

BezĂŒglich der 5-Jahres-MortalitĂ€t ĂŒbertraf das neue Instrument etablierte biologische Altersindizes. WĂ€hrend der CKMAI eine AUC von 0,907 erreichte, kamen PhenoAge auf 0,902, KDM auf 0,801 und CMI auf 0,525. Auch in fortgeschrittenen Krankheitsphasen (Stadien 3 und 4 des Herz-Nieren-Stoffwechsel-Syndroms) wies der CKMAI mit einem Wert von 0,790 eine stĂ€rkere Differenzierung auf als PhenoAge (0,767), KDM (0,720) und CMI (0,599).

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Die Hazard Ratio betrug 1,08 (95%-Konfidenzintervall: 1,07–1,10) fĂŒr die GesamtmortalitĂ€t sowie 1,06 (95%-Konfidenzintervall: 1,03–1,09) fĂŒr kardiovaskulĂ€re TodesfĂ€lle.

Risikoschwellen, PhÀnotypen und Einflussfaktoren

Die Forscher definierten spezifische Inflektionspunkte fĂŒr den Index. Diese lagen bei 61,587 fĂŒr die GesamtmortalitĂ€t, bei 60,732 fĂŒr kardiovaskulĂ€re Ereignisse und bei 34,092 fĂŒr ein Hochrisiko-Syndrom.

Zudem zeigte sich eine superadditive Interaktion mit dem PhenoAge-Index, beziffert durch einen RERI-Wert von 15,06 (95%-Konfidenzintervall: 8,14–38,44).

Zhu et al. identifizierten auf Basis der Berechnungen sechs distinkte PhÀnotypen des Altersstoffwechsels. Innerhalb dieser Untergruppen zeigte der als gebrechlich eingestufte Cluster eine Hazard Ratio von 11,74. Weiterhin untersuchte das Team den Einfluss psychischer Faktoren: Depressionen vermittelten 5,6 % des GesamtmortalitÀtseffekts, 8,2 % des Effekts bei kardiovaskulÀren TodesfÀllen und 11,1 % im Zusammenhang mit Hochrisiko-VerlÀufen.

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Validierung und wissenschaftliche Einordnung

In einer ersten externen Validierung anhand einer chinesischen Kohorte von 261 Patienten erreichte der Algorithmus eine AUC von 0,789. Trotz dieser Ergebnisse wiesen Zhu et al. auf bestehende methodische EinschrĂ€nkungen hin. Vor einem breiten klinischen Einsatz sei eine geografisch unabhĂ€ngige Validierung mit einem vollstĂ€ndigen MortalitĂ€ts-Follow-up erforderlich, um die Übertragbarkeit der Grenzwerte auf andere Populationen zu ĂŒberprĂŒfen.

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de | wissenschaft | 70290717 |