Claude-KI, Microsoft

Claude-KI: Microsoft und Meta halbieren interne Nutzung und setzen auf eigene Tools

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 15:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Beide Konzerne senken die interne Nutzung von Anthropics Claude und setzen stärker auf eigene oder alternative KI-Werkzeuge.

Microsoft und Meta reduzieren Claude-Einsatz zugunsten eigener KI-Tools
Ein modernes, minimalistisches Großraumbüro in der Abenddämmerung mit leeren Arbeitsplätzen und ausgeschalteten Monitoren. Illustration mit AI erstellt.

Die Technologiekonzerne Microsoft und Meta fahren die interne Nutzung des KI-Modells Claude von Anthropic deutlich zurück, um Kosten zu senken und verstärkt auf eigene Werkzeuge zu setzen.

Wie Medienberichte vom 5. Oktober 2026 übereinstimmend darlegen, kürzt Microsoft seine geplanten internen Ausgaben für Anthropic um über ein Drittel. Zeitgleich hat Meta die Zahl der internen Nutzer des Programmierassistenten Claude Code halbiert. Beide Konzerne zählen zu den größten Unternehmenskunden des KI-Entwicklers.

Microsoft setzt auf GitHub Copilot und spart Budgets ein

Bei Microsoft lag die ursprüngliche Prognose für die interne Claude-Nutzung im Jahr 2026 bei mindestens 1 Milliarde US-Dollar. Diese Schätzung wird nun um mehr als ein Drittel gesenkt. Als Hauptgründe gelten Kostensenkungen und die Priorisierung konzerneigener KI-Lösungen. In der Cloud-und-AI-Sparte wurden die monatlichen Limits für KI-Ausgaben drastisch von 100.000 US-Dollar auf rund 10.000 US-Dollar reduziert.

Entwickler des Konzerns werden nun verstärkt zu Modellen von OpenAI über GitHub Copilot sowie GitHub Copilot CLI gelenkt, wenngleich alternative Modelle wählbar bleiben.

Microsoft hatte Claude Code ab Dezember an Tausende Mitarbeiter verteilt, bevor der Wechsel auf GitHub Copilot CLI eingeleitet wurde. Die Sparte Experiences+Devices, zu der Windows, Microsoft 365 und Surface gehören, beabsichtigte, die meisten Lizenzen für Claude Code bis Ende Juni auslaufen zu lassen.

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Die Reduzierung beschränkt sich ausschließlich auf die interne Verwendung bei Microsoft. Die Kundenausgaben für Anthropic-Modelle über Microsoft-Plattformen steigen weiter an. Claude bleibt zudem über Microsoft Foundry sowie in Microsoft 365 und Copilot verfügbar.

Auch die strategische Partnerschaft bleibt unangetastet: Weder Microsofts Investition von bis zu 5 Milliarden US-Dollar in Anthropic noch Anthropics Verpflichtung zur Nutzung von Azure-Rechenkapazitäten im Umfang von 30 Milliarden US-Dollar sind von den internen Sparmaßnahmen betroffen.

Meta substituiert Claude durch eigene Programmier-Tools

Bei Meta sank die Zahl der internen Anwender von Claude Code von rund 60.000 zu Jahresbeginn 2026 auf etwa 30.000. Ein Teil dieses Rückgangs lässt sich durch den Stellenabbau im Frühjahr erklären, bei dem rund 10 Prozent der 78.000 Beschäftigten das Unternehmen verließen.

Die Hauptursache liegt jedoch im Umstieg auf eigene Lösungen. Das konzerneigene Werkzeug MetaCode zählt mittlerweile über 30.000 Nutzer, während das im August getestete Tool Muse Code intern mehr als 6.000 Anwender verzeichnet.

Ursprünglich hatte Meta Ausgaben von bis zu 10 Milliarden US-Dollar pro Jahr für Anthropic-Modelle projiziert, wobei Claude Code das meistgenutzte Werkzeug darstellte. Für 2026 plante der Konzern Milliardenausgaben für interne KI-Tools. Zu den aktuellen Berichten gab Meta keine Stellungnahme ab.

Druck auf ausufernde KI-Budgets in der Branche

Die Berichte basieren auf Medieninformationen und nicht auf offiziellen Pflichtmitteilungen. An den Finanzmärkten legten die Aktien beider Konzerne am Montag zu: Meta stieg um 2,04 Prozent beziehungsweise 2 Prozent, während Microsoft ein Plus von 1,4 Prozent verzeichnete.

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Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursgewinn bei Meta auf 13 Prozent, bei Microsoft auf 8 Prozent. Laut Jessica Lessin von The Information fragten Investoren am Morgen des Berichts nach weiteren Details.

Der Schritt verdeutlicht die zunehmende Kontrolle von KI-Kosten in Unternehmen. Laut dem Wall Street Journal können nur 11 Prozent von fast 400 befragten Firmen ihre Ausgaben für künstliche Intelligenz präzise prognosticieren.

Der Ramp AI Index vom 12. August zeigt enorme Unterschiede: Die obersten 1 Prozent der US-Unternehmen gaben im Juli im Median 7.400 US-Dollar pro Mitarbeiter für KI aus, während der Median aller Unternehmen bei 11,95 US-Dollar lag.

Bis Juli zahlten 43,5 Prozent der US-Unternehmen für Abonnements oder Tokens von Anthropic. Wie kostspielig der Einsatz werden kann, zeigte ein Bericht von Axios aus dem Mai, wonach ein KI-Berater von einer Monatsrechnung für Claude in Höhe von rund 500 Millionen US-Dollar bei einem einzigen Kunden berichtete.

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