Claude Money: Anthropic testet KI-Banking in der iOS-App
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Anthropic erprobt eine Erweiterung seines KI-Assistenten Claude um persönliche Finanzdienste. Laut einem Bericht vom 15. September 2026 testet das US-amerikanische KI-Unternehmen einen speziellen Bereich namens „Money" innerhalb seiner iOS-App.
Über diese Funktion sollen Nutzer ihre Bankkonten verknüpfen können, um Ausgaben, Budgets und finanzielle Planungen direkt über das Sprachmodell zu analysieren. Bislang gibt es jedoch weder einen offiziellen Starttermin noch nähere Angaben zu Datenanbietern oder dem zugrundeliegenden Berechtigungsmodell.
Ausgaben- und Budgetabfragen im KI-Chat
Das intern und in Berichten auch schlicht als „Geld" bezeichnete Vorhaben markiert einen deutlichen Schritt hin zu integrierten Finanzdaten. Bislang existieren für Claude lediglich externe Lösungen: Drittanbieter wie Truthifi und Era stellen separate, reine Lese-Verbindungen über das Schnittstellenprotokoll Model Context Protocol (MCP) bereit.
Eine direkte Einbettung in die offizielle Mobil-App würde es Anwendern ermöglichen, ihre Transaktionen und Kontobewegungen ohne separate Konfigurationen im gewohnten Chat-Kontext auszuwerten. Unklar bleibt allerdings, welche Sicherheitsvorkehrungen Anthropic für den sensiblen Kontozugriff implementiert und ob Schnittstellendienstleister für das Open Banking eingebunden werden.
Zahlungsnetzwerke treiben autonome Finanz-Agenten voran
Der Testlauf von Anthropic fällt in eine Phase, in der die Finanz- und Technologiebranche den Einsatz von KI bei Geldtransaktionen massiv forciert. Auch traditionelle Zahlungsnetzwerke bauen ihre Schnittstellen zügig aus. Mastercard führt Berichten zufolge KI-Bots ein, die eigenständig Einkäufe für Nutzer abwickeln können, und folgt damit dem Konkurrenten Visa.
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In Kooperation mit dem Blockchain-Infrastrukturanbieter Alchemy startete Mastercard zudem eine Bezahlfunktion für KI-Agenten. Diese basiert auf der im März 2026 eingeführten AgentCard, Mastercard Agent Pay (gestartet im April 2025) sowie dem Autorisierungssystem Verifiable Intent aus dem März 2026.
Laut Chiro Aikat, Co-Präsident von Mastercard in den USA, nutzen bereits rund 132 Millionen Konsumenten Künstliche Intelligenz. Über das System von Alchemy erhalten KI-Agenten tokenisierte, einmalig nutzbare Mastercard-Zugangsdaten sowie Stablecoin-Wallets, wobei Anwender Limits für Händlerkategorien und Regionen festlegen können.
Auch Technologiekonzerne wie Meta drängen in diesen Markt: Der am 8. September 2026 in den USA gestartete Assistent Muse nutzt für Einkäufe unter anderem Stripe Link und temporäre Kartennummern.
Vorbehalte bei Konsumenten und offene Haftungsfragen
Trotz der raschen technischen Umsetzung begegnen viele Nutzer automatisierten Finanzentscheidungen mit Skepsis. Laut dem Visa Earning Trust Report vertrauen lediglich 23 Prozent der US-Konsumenten generativer KI bei Zahlungen, während 61 Prozent Vertrauen speziell in Visa setzen. 85 Prozent fordern strikte Transparenz, und die Hälfte der Verbraucher würde KI-Agenten ohne manuelle Eingriffsmöglichkeiten nicht weiter nutzen.
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Erhebungen von PYMNTS Intelligence zeichnen ein ähnliches Bild: Nur 14 Prozent der Befragten vertrauen KI-Käufen ohne vorherige manuelle Prüfung. Zudem sehen 93 Prozent der Händler die Haftung bei Fehlern beim jeweiligen KI-Anbieter. Solche Vorbehalte dürften auch für Anthropic maßgeblich sein, während das Unternehmen die Verknüpfung von Kontodaten in Claude erprobt.
