Clone2Pwn, Sicherheitslücken

Clone2Pwn: Sicherheitslücken bedrohen Smartphone-Transfers mit 12 Milliarden Downloads

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 07:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
TU Graz und A-SIT deckten Angriffswege in sieben Umzugs-Apps auf; alle betroffenen Hersteller stellten Updates bereit.
Ein minimalistischer, leerer Raum mit einem leuchtenden WLAN-Zugangspunkt an einer rohen Betonwand in einer dunklen Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsforscher der Technischen Universität Graz und des Zentrums für sichere Informationstechnologie Austria (A-SIT) haben erhebliche Sicherheitslücken in Datenübertragungs-Apps großer Smartphone-Hersteller identifiziert.

Unter dem Titel „Clone2Pwn“ untersuchte das Team aus Österreich Migrationswerkzeuge von sieben Anbietern: Google Android Switch, Samsung Smart Switch, Vivo EasyShare, Xiaomi Mi Mover, Oppo Clone Phone, Huawei Phone Clone sowie Honor Device Clone.

Nach Angaben der Forscher bringen es die untersuchten Anwendungen zusammen auf mehr als 12 Milliarden Downloads. Die Ergebnisse wurden auf der Sicherheitskonferenz ESORICS 2026 präsentiert, wie mehrere Fachmedien am 17. Oktober 2026 berichteten.

Geringer Aufwand für weitreichende Angriffe

Die Analyse der Wissenschaftler verdeutlicht, dass Angreifer mit minimalem finanziellem Aufwand sensible Daten abfangen konnten. Mit einer Ausrüstung im Wert von unter 100 Euro gelang es im Rahmen der Tests, Übertragungen innerhalb eines WLAN-Radius von etwa 20 bis 45 Metern in Innenräumen zu attackieren. Dabei ließen sich verschiedenste persönliche Informationen wie Kurznachrichten, Kontaktlisten, Fotos, Gesundheitsdaten, App-Passwörter und WLAN-Zugangsdaten unbefugt auslesen oder manipulieren.

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Insgesamt dokumentierten die Experten von TU Graz und A-SIT 14 Angriffsszenarien in 16 unterschiedlichen Varianten. Im Zuge der Untersuchungen wurden acht offizielle Schwachstellen-Kennungen (CVE) vergeben, von denen fünf eine hohe Schwere aufweisen.

Besonders heikel: Bei fünf der sieben untersuchten Hersteller-Tools bestand zudem die Gefahr einer Schadcode-Ausführung, etwa indem Installationspakete während des Übertragungsvorgangs unbemerkt ausgetauscht wurden.

Hersteller reagieren mit Software-Updates

Das Risiko betrifft den praktischen Alltag vieler Smartphone-Nutzer. Als besonders gefährdet stuften die Forscher Umgebungen ein, in denen routinemäßig viele Datenumzüge stattfinden, darunter Elektronikmärkte und Mobilfunkfilialen. Dort könnten Angreifer den drahtlosen Datenverkehr zwischen Alt- und Neugeräten unbemerkt aus der Nähe ins Visier nehmen.

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Alle sieben betroffenen Hersteller – Google, Samsung, Vivo, Xiaomi, Oppo, Huawei und Honor – bestätigten die festgestellten Sicherheitsmängel und stellten entsprechende Updates für ihre Anwendungen bereit.

Nutzerinnen und Nutzern wird geraten, vor dem Wechsel auf ein neues Endgerät sowohl das zugrunde liegende Betriebssystem als auch die jeweilige Migrations-App auf beiden Smartphones auf den neuesten Stand zu bringen, um bekannte Angriffspfade zu schließen.

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