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Cloud-Sicherheit: Amazon, Google und Anthropic führen CMEK-Standard ein

Veröffentlicht am: 03.06.2026 um 07:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Amazon, Google, IBM und Anthropic führen neue Sicherheitsfeatures für kundenkontrollierte Kryptoschlüssel ein, um strengere Auflagen zu erfüllen.

Cloud-Sicherheit: Amazon, Google und Anthropic führen CMEK-Standard ein Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
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Amazon, Google, IBM und der KI-Vorreiter Anthropic haben innerhalb von 48 Stunden umfassende Sicherheits-Updates vorgestellt. Die Branche reagiert damit auf wachsende regulatorische Anforderungen, die Unternehmen weltweit betreffen – auch in Deutschland und der EU.

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Anthropic öffnet Claude für firmeneigene Schlüssel

Anthropic hat am 2. Juni 2026 Customer-Managed Encryption Keys (CMEK) für die Claude-Workspace-Daten aktiviert. Große Unternehmen können damit ihre eigenen kryptografischen Schlüssel verwalten und so die Sicherheit ihrer KI-Interaktionen deutlich erhöhen. Ein Schritt, der vor dem Hintergrund der rasanten Expansion des Unternehmens kommt: Erst am 1. Juni reichte Anthropic vertraulich die Unterlagen für einen Börsengang ein – nach einer Finanzierungsrunde über 65 Milliarden Euro, die das Unternehmen mit rund 965 Milliarden Euro bewertet.

Parallel dazu weitet Anthropic sein Sicherheitsprogramm „Project Glasswing“ auf rund 150 neue Organisationen in über 15 Ländern aus. Das Projekt nutzt das Claude-Mythos-Modell zur Identifikation kritischer Sicherheitslücken. Die Bilanz ist beeindruckend: Über 10.000 schwere Schwachstellen in den Sektoren Energie, Wasser und Gesundheitswesen wurden bereits aufgespürt.

AWS und Google Cloud ziehen nach

Auch die Cloud-Giganten legen nach. Amazon Web Services unterstützt ab sofort KMS-Customer-Managed-Keys für Managed Workflows for Apache Airflow (MWAA) . Die Schlüssel müssen dabei in derselben Region wie die MWAA-Umgebung liegen. Eine neue API namens „GetKeyLastUsage“ hilft Administratoren zudem, ungenutzte Schlüssel zu identifizieren und versehentliche Löschungen zu verhindern – ein Feature, das seit dem 23. April im Einsatz ist.

Google Cloud wiederum hat seinen RAG Engine (Retrieval-Augmented Generation) für CMEK via Cloud KMS geöffnet. Die Datenbank RagManagedDb erlaubt sowohl exakte K-Nearest-Neighbor-Suchen als auch approximative Abfragen für Datensätze ab 10.000 Dateien. Die Verschlüsselungsschlüssel bleiben dabei vollständig in der Hand des Kunden.

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Digitale Souveränität wird messbar

IBM Cloud bringt ein neues Werkzeug namens „Sovereignty Risk Profile“ an den Start. Es soll Unternehmen helfen, Compliance und digitale Souveränität zu dokumentieren – auf Basis von vier Säulen: Nachweisbarkeit, Prävention, Privatsphäre und Portabilität. Kernstück ist der „Keep Your Own Key“-Ansatz (KYOK) nach dem höchsten US-Sicherheitsstandard FIPS 140-3 Level 4.

Die Notwendigkeit ist offensichtlich: Eine IBM-Studie zeigt, dass zwar 93 Prozent der Führungskräfte digitale Souveränität als strategische Priorität sehen – aber weniger als ein Drittel weiß, wo ihre KI-Workloads tatsächlich laufen oder welche Modelle genau zum Einsatz kommen.

Satelliten-Kommunikation als nächste Herausforderung

Die Entwicklung hin zu kundenkontrollierter Verschlüsselung erfasst auch Nischenbereiche. Sicherheitsexperten fordern kundenverwaltete Verschlüsselung für Satellitenkommunikation im Low Earth Orbit (LEO) , etwa bei Starlink. Da Satellitendaten oft mehrere Rechtsräume durchqueren, reichen herkömmliche VPNs nicht mehr aus. Gefragt sind direkt kontrollierte Schlüssel – auch mit Blick auf quantensichere Datenübertragung.

Im Bereich der automatisierten Identitätsverwaltung hat Echoworx die Integration von AWS Private CA bekanntgegeben. Regulierte Unternehmen können damit S/MIME-Zertifikate aus ihrer eigenen privaten Zertifizierungsstelle ausstellen – ein Schritt zu mehr Unabhängigkeit von Drittanbietern.

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