Cloudflare, OpenAI

Cloudflare und OpenAI: Ein Prozent des Netzwerks findet Hunderte Millionen Seiten

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 06:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Testlauf erfasste zahlreiche unbekannte Webseiten; unabhĂ€ngige Belege fĂŒr Reichweite und Nutzen fehlen bislang.
Moderne Glasfaser-Infrastruktur in einer Industrieanlage bei DĂ€mmerung. Illustration mit AI erstellt.

Der Netzwerkinfrastruktur-Anbieter Cloudflare und der KI-Entwickler OpenAI haben am 15. Oktober 2026 Zwischenergebnisse eines gemeinsamen Discovery-Pilots zur Web-Indexierung vorgelegt. Nach Angaben beider Unternehmen konnten ĂŒber Signale aus rund einem Prozent des globalen Cloudflare-Netzwerks hunderte Millionen zuvor unbekannter Webseiten entdeckt und erfasst werden. Eine unabhĂ€ngige PrĂŒfung dieser Zahlen liegt bislang nicht vor.

Die AnkĂŒndigung des Projekts erfolgte durch Matthew Conroy und Jack Galilee seitens Cloudflare sowie Henry Aspegren und James Balfour fĂŒr OpenAI. Das Ziel des Testlaufs besteht darin, die Auffindbarkeit von Webinhalten fĂŒr Suchfunktionen effizienter zu gestalten. Dabei ĂŒbernimmt Cloudflare die Bereitstellung netzwerkbasierter Discovery-Signale, wĂ€hrend OpenAI die Relevanz der ermittelten Seiten bewertet und ein entsprechendes Ranking vornimmt.

Drei Signaltypen steuern die Erfassung

Im Rahmen des Pilotbetriebs kommen drei verschiedene Signaltypen zum Einsatz: direkte Discovery-Meldungen zu neuen Seiten, Hinweise auf inhaltliche Änderungen sowie eine Vorfilterung. Diese VorabprĂŒfung zielt darauf ab, Duplikate, Weiterleitungen und nicht mehr erreichbare URLs frĂŒhzeitig auszusortieren. Durch diese Bereinigung soll der Aufwand fĂŒr Web-Crawler spĂŒrbar verringert werden.

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ZusĂ€tzlich erproben die Projektpartner Signale fĂŒr kompromittierte Einzelseiten, beispielsweise bei gefĂ€lschten Anmeldeseiten. Solche seitenbezogenen Sicherheitskennzeichnungen ermöglichen es, betroffene Unterseiten gezielt zu isolieren, ohne die gesamte Domain mit einer Abstrafung zu belegen. Angaben zur Genauigkeit dieser Sicherheitsfilter machten die beteiligten Unternehmen bisher nicht.

Metadaten bleiben vom Modelltraining getrennt

Beide Konzerne hoben hervor, dass die ĂŒbermittelten Signale keine Zugriffsrechte auf geschĂŒtzte Inhalte einrĂ€umen. Die Informationen beschrĂ€nken sich auf reine Metadaten zur Webseiten-Entdeckung und werden nicht fĂŒr das Training von KI-Modellen verwendet. Auch Klickdaten der Nutzer seien nicht Teil des Testbetriebs.

Der fĂŒr die Abfrage zustĂ€ndige OAI-SearchBot agiere zudem unabhĂ€ngig vom allgemeinen Trainings-Crawler GPTBot und halte sich strikt an die Vorgaben der robots.txt-Dateien der jeweiligen Webseitenbetreiber.

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Offene Fragen zu Reichweite und Nutzen

Trotz der gemeldeten ZwischenstĂ€nde bleiben wesentliche Parameter des Versuchs unklar. Weder der genaue Messzeitraum noch die Kriterien fĂŒr die Auswahl des einprozentigen Netzwerkausschnitts wurden offengelegt; auch die Freiwilligkeit der Teilnahme von Website-Betreibern ist nicht nĂ€her definiert. Es fehlen zudem belastbare Vergleiche mit einer Kontrollgruppe, weshalb Nachweise ĂŒber qualitativ bessere Antworten, tatsĂ€chliche Entlastungen beim gesamten Crawling-Aufwand oder Traffic-ZuwĂ€chse fĂŒr Publisher noch ausstehen.

Eine Aufnahme in den Index bedeutet den Angaben zufolge nicht automatisch, dass Webseiten kĂŒnftig hĂ€ufiger in ChatGPT zitiert werden oder zusĂ€tzliche Besucherströme erhalten. FĂŒr eine spĂ€tere Phase des Projekts kĂŒndigten die Partner an, die gezielte Seitenauswahl weiter zu verbessern, Signale zu InhaltsĂ€nderungen schneller zu verarbeiten und die Auswirkungen auf erfasste Seiten nach der Discovery systematisch zu messen.

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