CMA-Vorschlag: Microsofts Software-Ökosystem soll strenger überwacht werden
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 22:32 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde CMA plant schärfere Regeln für den US-Technologiekonzern Microsoft. Die Aufsichtsbehörde hat vorgeschlagen, das Business-Software-Ökosystem des Konzerns als Plattform mit strategischer Marktbedeutung einzustufen. Ein solcher Status würde den Weg für eine deutlich verstärkte Aufsicht und gezielte behördliche Eingriffe im Vereinigten Königreich ebnen.
Umfassender Fokus auf Kernsoftware und KI-Dienste
Der aktuelle Vorstoß der Wettbewerbshüter zielt auf zentrale Säulen des Microsoft-Portfolios ab. Erfasst sind Betriebssysteme wie Windows, Produktivitätsanwendungen rund um Office, die Kommunikationsplattform Teams, Sicherheitstools sowie Server-Software und der KI-Assistent Copilot.
Die Behörde plant potenzielle Vorschriften, die insbesondere die Produktbündelung, die Interoperabilität mit Programmen anderer Anbieter sowie den Datenzugang betreffen.
Im Zentrum der Prüfung steht die Frage, ob Microsofts Kontrolle über weit verbreitete Unternehmenskanäle – darunter Windows, Microsoft 365, Outlook, Teams und Azure – dem konzerneigenen Dienst Copilot einen nicht replizierbaren Marktvorteil verschafft.
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Die Regulierer untersuchen, inwiefern konkurrierende Anbieter von künstlicher Intelligenz in der Lage sind, ihre Lösungen in gängige Workplace-Software einzubinden. Ebenso stehen die freie Wahl von KI-Werkzeugen, der Wettbewerb rund um Copilot sowie Microsofts Lizenzierungspraxis und die freie Auswahl von Cloud-Anbietern im Blickfeld der Aufsicht.
Hohe Wechselhürden und Marktmacht
Nach vorläufigen Befunden der CMA verfügt Microsoft über eine starke Marktstellung in mehreren Schlüsselsegmenten: bei PC-Betriebssystemen, Produktivitätslösungen, IT-Sicherheit sowie beim Server- und Datenbankmanagement. Bestehende Hürden bei einem Anbieterwechsel verstärken nach Einschätzung der Aufseher diese Marktposition zusätzlich.
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Parallel dazu richtet die Behörde Vorgaben an das Cloud-Segment: Die CMA fordert sowohl Microsoft als auch den Branchenkonkurrenten AWS auf, bestehende Hürden für Anbieterwechsel und den Betrieb von Multi-Cloud-Umgebungen abzubauen. Eine formelle Untersuchung des Cloud-Markts hält sich die Behörde weiterhin offen.
Entscheidung bis Februar 2027 erwartet
Bei dem aktuellen Schritt handelt es sich ausdrücklich um einen Vorschlag; eine Endentscheidung liegt bislang nicht vor, und ein Rechtsverstoß wurde von der Behörde nicht festgestellt. Microsoft widerspricht dem behördlichen Vorstoß und verweist zur Begründung auf bestehende offene Schnittstellen sowie die Unterstützung von Multi-Cloud-Architekturen.
Für Marktteilnehmer und betroffene Unternehmen läuft nun eine Konsultationsphase, die bis Mitte November angesetzt ist. Die endgültige Entscheidung der britischen Aufsichtsbehörde über die Einstufung und mögliche Auflagen ist für Februar 2027 vorgesehen.
