Connected TV: Betrug springt um 140% – IAB warnt vor Plattformen
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 01:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Auf dem Cannes-Festival präsentierte das Unternehmen am Montag und Dienstag eine neue Strategie: Statt auf isolierte Daten einzelner Händler zu setzen, nutzt PayPal seine einzigartige Position im Zahlungsverkehr, um Werbeinvestitionen präzise zu messen.
Mark Grether, Senior Vice President von PayPal Ads, erklärte, dass die Plattform einen „horizontalen" Blick auf das Einkaufsverhalten biete. Das Besondere: PayPal sieht Transaktionen über verschiedene Händler hinweg – und nicht nur innerhalb eines geschlossenen Systems. Für Finanzvorstände bedeutet das endlich verlässliche Zahlen zur Rendite ihrer Werbeausgaben.
Das Problem mit den ĂĽbertriebenen Versprechen
Die Skepsis gegenüber traditionellen Werbeplattformen wächst. Und das aus gutem Grund. Drittanbieter-Analysetools wie Northbeam und Triple Whale belegen: Automatisierte Systeme wie Googles Performance Max überschätzen den Werbeertrag um 30 bis 45 Prozent. Der Grund liegt in der Art, wie sie Conversions sogenannten Branded-Search-Keywords zuschreiben.
Die Zweifel sind nicht neu. Schon ein eBay-Experiment aus dem Jahr 2013 zeigte, dass bezahlte Suchanzeigen auf Marken-Keywords kaum kurzfristige Effekte brachten. Facebook-Studien von 2019 kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Die aktuellen Zahlen sind alarmierend: Eine IAB-Studie von 2026 ergab, dass nur 33 Prozent der Vermarkter den Leistungsdaten großer Plattformen vollständig vertrauen. Im Bereich Connected TV stieg der Betrug im ersten Quartal 2026 um 140 Prozent – fast die Hälfte der CTV-Käufer zweifelt an der Transparenz ihrer Anzeigenplatzierungen.
Erste Erfolge bei großen Händlern
PayPal kann auf einen gewaltigen Datenschatz zurückgreifen: 25 Milliarden Transaktionen, über 400 Millionen Konten und 30 Millionen Händler. Erste Kunden berichten von Erfolgen. Die Elektronikhändler Adorama und Best Buy nutzen bereits die händlerübergreifenden Daten. Auch Watches of Switzerland setzt auf PayPal, um wohlhabenden Kunden ein besseres Zahlungserlebnis zu bieten.
Wer die 140% mehr Betrug im Connected TV nicht verpasst hat, sollte jetzt handeln: PayPal bietet einen horizontalen Blick auf Transaktionen – und entlarvt Plattform-Überschätzungen um 30-45%. Whitepaper: Werbe-RoI präzise messen
Wettlauf der Giganten: KI-gesteuerte Werbung
PayPal ist nicht allein im Rennen um die Zukunft der Werbemessung. Walmart Connect startete im Juni 2026 „Luminate Bid Intelligence" – ein KI-gesteuertes Biet-System, das 240 Echtzeit-Signale verarbeitet. Dazu gehören Ladenbesuche und Transaktionsdaten von Walmart+. Das System passt Gebote alle 15 Minuten an und steigerte die Werberendite bei Konsumgütern um 18 bis 24 Prozent. Der Haken: Im Elektroniksektor stieg die Volatilität der Kosten pro Klick.
Google und Meta setzen auf eigene Messsysteme. Google bewirbt sein Open-Source-Tool „Meridian", das mit YouTube und Google Analytics zusammenarbeitet. Meta stellt sein Tool „Robyn" dagegen ein. Amazon hält sein Marketing-Mix-Modell weiterhin unter Verschluss.
Schnellere Kassen, bessere Konversionen
Neben der Werbung treibt PayPal auch das Bezahlen voran. Die Funktion „Fastlane" ermöglicht Gästen einen schnelleren Checkout, indem sie E-Mail-Adressen mit der Datenbank von 430 Millionen Konten abgleicht. Auf Plattformen wie BigCommerce steigert dies die Konversionsrate bei wiederkehrenden Kunden um 32 bis 41 Prozent. Das Tool läuft auf WooCommerce und Adobe Commerce – nicht jedoch auf Shopify.
Nur 33% der Vermarkter vertrauen den Leistungsdaten großer Plattformen. PayPal setzt auf echte Transaktionsdaten von 25 Milliarden Zahlungen – und zeigt, wo Ihr Werbebudget wirklich wirkt. Checkliste: 5 Warnsignale für Werbebetrug
Der Blick nach vorn: Zero-Click-Commerce
Die Branche bereitet sich auf das Jahr 2027 vor. Der Trend geht zum „Zero-Click-Commerce" – Einkäufe ohne klassische Klicks auf Werbung. Der Partnerize Zero-Click-Commerce-Index von 2026 zeigt: Publisher beeinflussen Käufe heute fast viermal stärker durch Entdeckung, als es traditionelle Last-Click-Modelle messen. Besonders in den Bereichen Luxusmode und Smart Wearables verschieben sich die Machtverhältnisse.
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