COPD-Patienten, Atemkraft

COPD-Patienten: 23,6% erreichen notwendige Atemkraft nicht

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie aus Österreich zeigt: Fast ein Viertel der COPD-Patienten erreicht nicht den nötigen Atemfluss für Pulverinhalatoren, was die Therapie gefährdet.

Österreich-Studie: Viele COPD-Patienten scheitern an Inhalationsgeräten
Nahaufnahme einer medizinischen Fachkraft, die in einer klinischen Umgebung einen Trockenpulverinhalator in der Hand hält. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Wirksamkeit einer medikamentösen Behandlung bei chronischen Atemwegserkrankungen hängt maßgeblich von der korrekten Anwendung der Inhalationsgeräte ab. Eine im Juni 2026 in der Fachzeitschrift Respiratory Medicine veröffentlichte Real-World-Studie aus Österreich liefert neue Erkenntnisse darüber, inwieweit Patienten mit Asthma bronchiale oder einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) in der Lage sind, die für Trockenpulverinhalatoren notwendigen physikalischen Voraussetzungen zu erfüllen. Die Untersuchung legt nahe, dass ein signifikanter Anteil der Betroffenen nicht die erforderliche Atemkraft aufbringt, um eine leitliniengerechte Therapie sicherzustellen.

Methodik und Untersuchungszeitraum

Die Studie konzentrierte sich auf die Überprüfung der Inhalationstechnik unter Alltagsbedingungen. Im Zeitraum zwischen Juli 2023 und März 2024 wurden insgesamt 257 Patientinnen und Patienten in die Untersuchung einbezogen. Ziel war es festzustellen, ob die Betroffenen den sogenannten Peak Inspiratory Flow (PIF) erreichen. Dieser Spitzenfluss bei der Einatmung ist eine kritische Messgröße für die Nutzung von Trockenpulverinhalatoren (DPI), da das Medikament nur bei ausreichendem Sog effektiv in die tiefen Atemwege transportiert werden kann.

Die Forscher untersuchten dabei gezielt, ob die Patienten die spezifischen Anforderungen der ihnen verschriebenen Geräte erfüllten oder ob Barrieren bestanden, die den therapeutischen Erfolg potenziell gefährden.

Differenzierte Ergebnisse nach Krankheitsbildern

Die Auswertung der Daten zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Patientengruppen, wobei COPD-Patienten häufiger Schwierigkeiten bei der Anwendung aufweisen als Personen mit Asthma. Den Ergebnissen zufolge erreichten 12,7 % der untersuchten Asthma-Patienten nicht den optimalen Peak Inspiratory Flow, der für eine effiziente Wirkstofffreisetzung aus einem Trockenpulverinhalator notwendig gewesen wäre.

Bei den Teilnehmern mit einer COPD-Diagnose fiel die Quote der unzureichenden Atemkraft signifikant höher aus. Hier wurde bei 23,6 % der Patienten festgestellt, dass sie den erforderlichen Spitzenfluss für ihre Inhalationsgeräte nicht erreichten. Diese Diskrepanz verdeutlicht, dass insbesondere bei fortgeschrittenen chronischen Lungenerkrankungen die physische Kapazität der Patienten oft nicht mit den technischen Anforderungen gängiger Inhalationssysteme korreliert.

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Bedeutung für die Qualitätssicherung in der Versorgung

Die Ergebnisse der österreichischen Studie unterstreichen die Notwendigkeit einer individuellen Geräteschulung und -auswahl in der pneumologischen Praxis. Fachleute weisen darauf hin, dass eine leitliniengerechte Therapie nicht allein durch die Verschreibung der korrekten Wirkstoffkombination gewährleistet ist. Vielmehr müsse sichergestellt werden, dass das gewählte Applikationssystem zu den körperlichen Möglichkeiten des Patienten passt.

Wenn der Peak Inspiratory Flow nicht ausreicht, um die Widerstände eines Pulverinhalators zu überwinden, bleibt ein Teil des Medikaments im Rachenraum hängen oder erreicht die Bronchien erst gar nicht. Dies kann zu einem mangelnden Therapieansprechen führen, was wiederum häufige Dosiserhöhungen oder zusätzliche Notfallmedikationen zur Folge hat. Die vorliegenden Daten legen nahe, dass eine regelmäßige Überprüfung der Inhalationstechnik und gegebenenfalls der Wechsel auf alternative Systeme, wie etwa Dosieraerosole oder Soft-Mist-Inhalatoren, die ohne hohen Einatemsog funktionieren, für einen beträchtlichen Teil der Patienten sinnvoll sein könnte.

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