COPD-Therapie, Tozorakimab

COPD-Therapie: Tozorakimab senkt Exazerbationen um 30%

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AstraZenecas Tozorakimab reduzierte COPD-Exazerbationen in zwei Phase-3-Studien; die FDA-Entscheidung wird im ersten Quartal 2027 erwartet.

AstraZeneca: Tozorakimab senkt COPD-SchĂĽbe in Phase-3-Studien
Saubere Laborumgebung mit wissenschaftlichem Glasgeschirr in einer modernen medizinischen Forschungseinrichtung. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) steht vor möglichen neuen medikamentösen Optionen. Mit dem Abschluss der beiden Phase-3-Studien OBERON und TITANIA liegen detaillierte Auswertungen zum Interleukin-33-Inhibitor Tozorakimab von AstraZeneca vor.

Die im Fachjournal New England Journal of Medicine (NEJM) publizierten und im Rahmen des Kongresses der European Respiratory Society (ERS) in Barcelona vorgestellten Ergebnisse untersuchen die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer subkutanen Verabreichung über einen Zeitraum von 52 Wochen.

Studienergebnisse der Phase-3-Programme OBERON und TITANIA

In beiden Studien wurde die subkutane Gabe von 300 mg Tozorakimab im Abstand von vier Wochen mit einem Placebo verglichen. Primärer Endpunkt war die Reduktion der jährlichen Rate mittelschwerer bis schwerer Exazerbationen bei Patientinnen und Patienten mit COPD, die bereits eine intensivierte Standardbehandlung erhielten.

An der Studie OBERON nahmen 877 Personen teil, von denen 446 Tozorakimab und 431 ein Placebo erhielten. Das mittlere Alter lag bei 67,1 Jahren, der Männeranteil betrug 65,8 Prozent. Zudem standen 91 Prozent der Teilnehmenden unter einer Dreifach-Inhalationstherapie.

In der Gesamtpopulation verringerte sich die jährliche Ereignisrate unter Tozorakimab auf 1,41 gegenüber 2,0 Ereignissen in der Placebogruppe (Relatives Risiko [RR] 0,7; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,58–0,85). Bei ehemaligen Rauchern lag die Rate bei 1,34 gegenüber 1,9 Ereignissen (RR 0,71; 95%-KI 0,57–0,88).

Die Schwesterstudie TITANIA umfasste 873 Probanden, aufgeteilt in 438 Behandelte und 435 Kontrollpersonen. Das Durchschnittsalter betrug 68 Jahre bei einem Männeranteil von 68,1 Prozent und einer Quote von 90 Prozent mit Dreifach-Inhalationstherapie.

Hier ergab sich in der Gesamtpopulation eine Rate von 1,44 gegenüber 2,03 Ereignissen (RR 0,71; 95%-KI 0,59–0,84). Bei ehemaligen Rauchern fiel der Unterschied mit 1,37 gegenüber 2,07 Ereignissen (RR 0,66; 95%-KI 0,55–0,8) noch deutlicher aus.

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Differenzierte Wirkung nach Eosinophilenwerten und Sicherheitsprofil

Die Auswertungen beider Studien zeigen zudem Unterschiede in Abhängigkeit von den Eosinophilenzahlen im Blut. Bei Betroffenen mit Werten unter 150 Zellen/µL lag das relative Risiko für Exazerbationen bei 0,77 (95%-KI 0,62–0,94).

In der Gruppe von 150 bis unter 300 Zellen/µL betrug das relative Risiko 0,75 (95%-KI 0,6–0,92). Den stärksten Rückgang verzeichneten Patienten mit Werten ab 300 Zellen/µL mit einem relativen Risiko von 0,57 (95%-KI 0,44–0,74).

Das Auftreten unerwĂĽnschter Ereignisse zeigte ein insgesamt vergleichbares Niveau zwischen den Gruppen. In OBERON wurden bei 70,4 Prozent der Behandelten und 77,2 Prozent der Kontrollgruppe unerwĂĽnschte Ereignisse verzeichnet.

In TITANIA lagen die Werte bei 80,1 Prozent gegenüber 79,8 Prozent. Reaktionen an der Injektionsstelle traten unter dem Wirkstoff häufiger auf: In OBERON betraf dies 6,5 Prozent im Vergleich zu 3,3 Prozent unter Placebo, in TITANIA 9,8 Prozent gegenüber 4,6 Prozent.

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Zulassungsprozess bei der US-Arzneimittelbehörde

Auf Basis der Phase-3-Daten durchläuft Tozorakimab bei der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) ein vorrangiges Prüfverfahren (Priority Review). AstraZeneca erwartet die behördliche Entscheidung im Rahmen des PDUFA-Termins im ersten Quartal 2027.

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