Copilot Business: Microsoft setzt Limit von 4.000 Credits pro Nutzer
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 15:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft setzt für Unternehmenskunden neue Leitplanken beim KI-Verbrauch: Der Softwarekonzern hat für Copilot Business ein standardmäßiges Limit von 4.000 Credits je Nutzer und Monat eingeführt. Diese Obergrenze ist flexibel gehalten und lässt sich bei Bedarf durch Administratoren anpassen. Der Schritt erfolgt im Zuge einer umfassenderen Neuausrichtung hin zu verbrauchsabhängigen Abrechnungsmodellen.
Neues Abrechnungsmodell und angepasster Zeitplan
Für berechtigte neue Lizenzen von Microsoft 365 Copilot Business über das Cloud Solution Provider (CSP)-Programm führt der Konzern standardmäßig eine nutzungsbasierte Abrechnung ein.
Allerdings verschiebt Microsoft den Start dieser automatischen Verbrauchsabrechnung für Neukäufe über Reseller vom 2. November auf den 1. Dezember 2026. Sandbox-Umgebungen, mit denen Partner das neue System vorab testen können, sollen wie geplant am 2. November 2026 bereitstehen.
Bei Neukäufen richtet Microsoft künftig automatisch ein Azure-Abonnement ein. Sämtliche verbrauchsabhängigen Kosten werden anschließend über die regulären CSP-Rechnungen abgewickelt. Die Neuerung startet zunächst nur in ausgewählten Märkten; Länder wie Deutschland, Australien und Belgien bleiben zum Auftakt außen vor.
Trennung von Routinefunktionen und komplexen Aufgaben
Das neue Modell unterscheidet klar zwischen alltäglichen Assistenztätigkeiten und rechenintensiven Prozessen. Routineaufgaben verbleiben weiterhin vollständig im regulären Nutzerabonnement. Komplexe agentische Aufgaben hingegen werden separat über die Copilot Credits abgerechnet.
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Für Copilot Cowork belaufen sich die Kosten auf 0,01 US-Dollar je Credit. Um Unternehmen vor unerwarteten Mehrausgaben zu schützen, führt Microsoft flankierend FinOps for AI sowie detaillierte Ausgabenübersichten und Kostenkontrollen ein.
Margendruck durch steigende KI-Nutzung
Die verbrauchsabhängige Preisgestaltung steht in direktem Zusammenhang mit den hohen Infrastrukturkosten der KI-Modelle. Zwar stieg Microsofts Umsatz im Segment Productivity and Business Processes im Geschäftsjahr 2026 auf 140 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 120,81 Milliarden US-Dollar im Vorjahr.
Gleichzeitig sank die Bruttomarge des Gesamtkonzerns jedoch von 69,05 Prozent im September-Quartal 2025 auf 67,20 Prozent im Juni-Quartal 2026. Finanzchefin Amy Hood führte einen Teil dieses Rückgangs auf die intensivere Nutzung von Microsoft 365 Copilot zurück.
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Gleichzeitig verzeichnet die Sparte ein anhaltendes Kundenwachstum. Microsoft 365 Copilot kam zuletzt auf 30 Millionen bezahlte Sitze, bezogen auf eine kommerzielle Basis von mehr als 450 Millionen Office-365-Nutzern.
GitHub Copilot zählte im Juli 50 Millionen Anwender, nach 26 Millionen im Oktober des Vorjahres. Vorstandschef Satya Nadella zufolge beschleunigte sich das Umsatzwachstum nach Einführung der nutzungsbasierten Abrechnung um 60 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.
An den Finanzmärkten schloss die Microsoft-Aktie am 5. Oktober 2026 bei 525,18 US-Dollar, was einem Zuwachs von 1,48 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag entspricht. Analyst Derrick Wood vom Analysehaus Cowen stuft den Titel weiterhin mit einer Kaufempfehlung ein und sieht bei Cowork das Potenzial für eine ähnliche Entwicklung der Verbrauchsabrechnung, wie sie sich bereits bei Anthropic gezeigt hat.
