Copilot Cowork: Microsoft wechselt zu Pay-per-Task-Abrechnung
19.06.2026 - 08:52:39 | boerse-global.de
Seit dem globalen Release am 16. Juni 2026 zahlen Unternehmen pro Aufgabe – und nicht mehr pauschal.
Neue Kredit-Währung für KI-Aufgaben
Mit der allgemeinen Verfügbarkeit von Copilot Cowork führt Microsoft sogenannte „Copilot Credits“ als Zahlungsmittel ein. Ein Credit kostet einen Cent. Hinzu kommt die monatliche Grundgebühr von 30 Euro für die Microsoft-365-Copilot-Lizenz.
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Die Kosten pro Aufgabe hängen von mehreren Faktoren ab: Modellnutzung, Datenabruf, Tool-Aufrufe und Rechenzeit. Microsoft unterscheidet drei Kategorien:
- Einfache Aufgaben: 5 bis 10 Credits (1 bis 3 Euro)
- Standardaufgaben: 20 bis 50 Credits (4 bis 7 Euro)
- Komplexe Aufgaben: 100 Credits oder mehr (ab 7 Euro)
Während der Testphase verarbeitete das System über zwei Millionen Aufgaben. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit lag bei 18 Minuten. Maximal läuft ein einzelner Vorgang acht Stunden.
Teure Überraschung für Vielnutzer
Der Wechsel zur nutzungsbasierten Abrechnung folgt einem ähnlichen Schritt bei GitHub Copilot, das seit dem 1. Juni 2026 nach Tokens abrechnet. Microsoft-Manager Charles Lamanna räumt ein, dass die Kosten für Power-User schnell steigen können. Wer hunderte Aufgaben pro Woche ausführt, zahlte bislang pauschal 29 Euro – unter dem neuen Modell können es rund 750 Euro werden.
Die Entwicklung spiegelt einen Branchentrend wider: Die durchschnittlichen Kosten für KI-Interaktionen stiegen von 4 Cent im Jahr 2023 auf 1,20 Euro im Jahr 2026. Goldman Sachs prognosticierte, dass der Bedarf an Tokens durch KI-gesteuerte Arbeitsabläufe um das 24-fache steigen könnte.
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Zur Kostenkontrolle stellt Microsoft administrative Werkzeuge im M365 Admin Center bereit. Unternehmen können Ausgabenlimits und Warnmeldungen für einzelne Nutzer, Gruppen oder Abteilungen festlegen.
DeepSeek als kostengünstige Alternative
Microsoft prüft derzeit den Einsatz einer angepassten Version von DeepSeek V4 als günstigere Antriebsmaschine für Copilot Cowork. DeepSeek-Modelle sind seit Januar 2025 über Azure AI Foundry verfügbar. Die V4-Pro-Version könnte die Betriebskosten drastisch senken.
Interne Schätzungen gehen von bis zu 80 Prozent Ersparnis aus. Zum Vergleich: Das derzeit genutzte Opus 4.8 von Anthropic kostet rund 25 Euro pro Million Tokens, die DeepSeek-Alternative lediglich 87 Cent. Allerdings gibt es Vorbehalte: Eine US-Behördenprüfung vom Mai 2026 sieht das Modell hinter führenden US-Systemen. Zudem laufen rechtliche Prüfungen zu chinesischen Gesetzen und bestehenden Verboten in mehreren US-Bundesstaaten.
Fortune-500-Unternehmen setzen bereits auf Copilot Cowork
Trotz der Preisänderungen haben über die Hälfte der Fortune-500-Unternehmen Copilot Cowork bereits genutzt – darunter Accenture, Avanade und Zurich Insurance. Das System bewältigt mehrstufige Arbeitsabläufe in Microsoft-365-Anwendungen: Daten abrufen, Termine planen, komplexe Dokumente erstellen.
Für Teilnehmer des Frontier-Programms mit Zugang zu GPT-5.5 gilt eine Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2026. Ein günstigeres „Cowork 1“-Modell soll ebenfalls in Kürze erscheinen und Unternehmen mehr Budgetflexibilität bieten.
