Copilot in Excel: Microsoft integriert 12 Finanz-Datenquellen
30.06.2026 - 15:49:29 | boerse-global.de
Der Softwarekonzern erweitert seinen KI-Assistenten um spezialisierte Finanzfunktionen und persönliche Vorlieben – doch die Integration sorgt auch für neue Probleme.
KI-Skills automatisieren das Monatsgeschäft
Microsoft hat am 29. Juni 2026 ein umfangreiches Update für Copilot in Excel veröffentlicht. Im Fokus stehen Finanzfachleute, die nun von sogenannten "AI Skills" profitieren können. Diese vorgefertigten Funktionen erledigen wiederkehrende Aufgaben wie den Monatsabschluss oder die Erstellung von Finanzberichten – ohne dass Nutzer jedes Mal neue Befehle formulieren müssen.
Die neue Funktionalität geht weit über Microsofts eigene Werkzeuge hinaus. Über die Copilot-Oberfläche lassen sich nun Daten externer Plattformen direkt einbinden. Zu den Partnern zählen LSEG, Ramp, Rogo, Samaya AI, Velixo und Vena. Auch Datenanbieter wie FactSet, S&P Global, Morningstar, CB Insights, Daloopa und PitchBook sind integriert. Für Analysten bedeutet das: Marktvergleiche und komplexe Datenauswertungen direkt aus Excel heraus, ohne lästigen Datenexport.
Personalisierung für den individuellen Arbeitsstil
Parallel zu den Finanzfunktionen hat Microsoft eine Personalisierungs-Update ausgerollt. Nutzer können jetzt eigene Formatierungsregeln festlegen, die der KI-Assistent bei der Tabellenerstellung automatisch berücksichtigt.
Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
- Individuelle Formate: Datumsangaben und Tabellenlayouts lassen sich nach persönlichen Vorlieben einstellen
- Standardbefehle: Der KI kann beigebracht werden, Funktionen wie "Zentrieren über Auswahl" statt der üblichen Zusammenführung zu priorisieren
- Geräteübergreifende Synchronisation: Die Einstellungen werden mit dem Microsoft-Konto verknüpft und gelten auf allen Geräten
Ein Wermutstropfen: In geteilten Dateien behält der Dokumentenersteller die Oberhand. Erste Nutzer berichten zudem von Inkonsistenzen bei der Anwendung der Regeln. Microsoft sammelt derzeit Feedback, um die Funktion nachzuschärfen.
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Netzwerkprobleme und technische Hürden
Die breite Einführung von Copilot, die seit dem 15. Juni 2026 auf kommerziellen Windows-Geräten automatisch installiert wird, stellt IT-Administratoren vor neue Herausforderungen. In Unternehmensnetzwerken kam es zu Verbindungsabbrüchen – interessanterweise blieb Excel-Copilot oft funktionsfähig, während Word und andere Apps streikten.
Die Ursache: Blockierte WebSocket Secure (WSS)-Verbindungen. Microsoft empfiehlt, mehrere Domains von der Proxy-Überprüfung auszunehmen, darunter substrate.office.com und *.cloud.microsoft. Zudem sollten Admins ein 30-minütiges Timeout für diese Verbindungen einstellen.
Bugs und regulatorische Fallstricke
Die schnelle Expansion des KI-Assistenten bleibt nicht ohne Nebenwirkungen. Microsoft hat eingeräumt, dass die dedizierte Copilot-Taste auf neuen Tastaturen bei manchen Nutzern eher stört als nützt. Windows 11 soll daher bald erlauben, die Taste nach eigenen Wünschen zu belegen.
Für Excel-Nutzer gibt es weitere Ärgernisse: Ein Absturzfehler im Zusammenhang mit OneDrive-Verknüpfungen – ausgelöst durch ein Update vom Mai 2026 – bereitet Enterprise-Kunden Kopfzerbrechen. Und wer CSV-Dateien exportiert, stößt auf ein hartnäckiges Problem: Excel fügt ein Byte Order Mark (BOM) ein, das die JSON-Verarbeitung stört. Datenverarbeiter müssen spezielle Encoding-Korrekturen vornehmen.
Kartellbehörden schauen genau hin
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Die Bündelungsstrategie von Microsoft ruft zunehmend die Wettbewerbshüter auf den Plan. Am 26. Juni 2026 leitete die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM ein Verfahren gegen Microsoft ein. Der Vorwurf: Die Kopplung von Copilot mit Preiserhöhungen von bis zu 30 Prozent könnte wettbewerbswidrig sein. Ähnliche Untersuchungen laufen bereits in Großbritannien und den USA.
Unternehmensadministratoren haben noch bis zum 14. Juli 2026 Zeit, die automatische Installation der Copilot-App über das Microsoft 365 Apps Admin Center zu blockieren.
