Copilot: Microsoft sperrt Deep Research ab August hinter Bezahlschranke
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 15:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Konzern verlagert seine Deep-Research-Funktion in kostenpflichtige Abos – und sorgt damit für Kursverluste an der Börse.
Microsoft zieht die Daumenschrauben bei seiner KI-Software an. Ab dem 18. August 2026 wird die Deep-Research-Funktion aus der kostenlosen Copilot-Version verschwinden. Wer die leistungsstarke Recherche-KI weiter nutzen will, muss künftig ein Microsoft-365-Premium-Abo abschließen. Die Nachricht ließ den Aktienkurs des Konzerns am 22. Juli um rund 2,5 Prozent fallen.
Strategischer Kurswechsel bei KI-Angeboten
Der Schritt ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung von Microsofts KI-Portfolio. Während die Allgemeinheit den Zugang zu Deep Research verliert, behalten Geschäftskunden in den Premium-Tarifen weiterhin Zugriff. Der Konzern will seine Spitzen-KI offenbar stärker monetarisieren – ein riskanter Schachzug in einem zunehmend umkämpften Markt.
Trotz des kurzfristigen Kursrückgangs bleiben Analysten optimistisch. Von 37 bewertenden Instituten raten 35 zum Kauf der Aktie, nur einer zum Halten und einer zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei umgerechnet rund 558 Euro.
Neue Gratis-Funktionen als Ausgleich
Um den Wegfall von Deep Research abzufedern, bringt Microsoft zeitgleich neue Funktionen in die kostenlose Copilot-Version. Seit Juli 2024 steht allen Nutzern das OpenAI-O1-Modell zur Verfügung – inklusive eines sogenannten „Thinking-Modus", der den Gedankengang der KI bei komplexen Aufgaben sichtbar macht.
Noch in diesem Monat erweitert Microsoft Copilot Chat zudem um das Modell Claude von Anthropic. Der KI-Assistent wird damit flexibler, auch wenn die besten Funktionen hinter der Bezahlschranke bleiben.
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Milliarden-Investitionen in die KI-Zukunft
Die Kosten für den Betrieb generativer KI sind immens. Microsoft prüft daher den Einsatz von Moonshot AIs Kimi K3 – einem offenen Modell, das seit dem 16. Juli 2024 verfügbar ist. In Tests übertrifft es mehrere proprietäre Modelle bei Programmieraufgaben. Der Wechsel könnte Microsoft bis zu 550 Millionen Euro an Rechenkosten sparen.
Parallel dazu baut der Konzern seine europäische Infrastruktur aus. Eine milliardenschwere Partnerschaft mit Mistral nutzt deren GPU-Kapazitäten in Europa, inklusive NVIDIA-Hardware, für Microsoft Foundry und Copilot Studio.
Mittelstand im Visier
Ab dem 1. August 2024 dürfen Cloud Solution Provider kostenlose 30-Tage-Tests von Copilot für bis zu 25 Nutzer pro Unternehmen anbieten. Zielgruppe sind Firmen mit weniger als 300 Mitarbeitern. Microsoft investiert umgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro in Fachpersonal, das die KI-Einführung in diesen Betrieben begleitet.
Im Entwicklerbereich vermeldet GitHub Copilot einen Meilenstein: 4,7 Millionen zahlende Abonnenten. Am 23. Juli startete zudem die technische Vorschau der GitHub-Copilot-Desktop-App für Windows 11, Mac und Linux – eine zentrale Anlaufstelle für KI-Agenten.
Neben der KI-Integration modernisiert Microsoft auch seine Standard-Tools wie Outlook massiv, um die Produktivität weiter zu steigern. Entdecken Sie in diesem kostenlosen Kurs, wie Sie die neuen Funktionen und bewährte Zeitspar-Tricks für Ihren Arbeitsalltag optimal nutzen. 7 Outlook-Zeitspar-Tricks jetzt gratis sichern
Für August plant Microsoft eine dauerhafte Copilot-Schaltfläche in Classic Outlook für Windows. Die Änderung ist zwar rein optischer Natur, passt aber ins Gesamtbild: Der Konzern will seine verschiedenen Copilot-Anwendungen bis Ende nächsten Monats zu einem einheitlichen Produkt verschmelzen.
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