Copilot-Taste, Umprogrammierbar

Copilot-Taste: Umprogrammierbar seit 25. Mai auf neuen Tastaturen

26.05.2026 - 01:16:07 | boerse-global.de

Microsoft reagiert auf Nutzerkritik und erlaubt das Verschieben des Copilot-Buttons sowie die Umbelegung der Tastaturtaste.

Copilot-Taste: Umprogrammierbar seit 25. Mai auf neuen Tastaturen - Foto: über boerse-global.de
Copilot-Taste: Umprogrammierbar seit 25. Mai auf neuen Tastaturen - Foto: über boerse-global.de

Ab sofort lassen sich die störenden Floating-Buttons verschieben – und die umstrittene Copilot-Taste auf neuen Tastaturen wieder umprogrammieren.

Neue Freiheiten für Excel-Nutzer und Entwickler

Seit Dezember 2025 nervte der schwebende Copilot-Button in Word, Excel und PowerPoint viele Anwender. Besonders in Excel verdeckte das Symbol regelmäßig Zellen und unterbrach gewohnte Arbeitsabläufe. Microsoft reagiert nun: Nutzer können den Button entweder im schwebenden Zustand belassen, an den Fensterrand andocken oder direkt in die obere Symbolleiste integrieren. Die Einstellung bleibt für die gesamte Sitzung erhalten.

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Noch einen Schritt weiter geht der Konzern bei der Hardware. Seit dem 25. Mai 2026 lässt sich die dedizierte Copilot-Taste auf neuen Tastaturen wieder umbelegen. Sie hatte bei vielen Geräten die rechte Strg- oder Kontextmenü-Taste ersetzt – ein Problem vor allem für Entwickler und Power-User, die auf die klassischen Tasten angewiesen sind.

Copilot Chat wird zum eigenständigen Produktivitätstool

Doch Microsoft erweitert nicht nur die Bedienung, sondern auch die Fähigkeiten des Assistenten. Der Copilot Chat in der Microsoft-365-App kann ab sofort ganze Word-Dokumente, Excel-Tabellen und PowerPoint-Präsentationen aus einer einzigen Texteingabe erstellen. Ein neuer „Agenten-Modus" erlaubt es der KI, Dateien direkt zu bearbeiten, statt nur Vorschläge in einer Seitenleiste zu liefern.

Für Premium-Abonnenten gibt es den „Analyst Agent", der komplexe Datenauswertungen übernimmt. Privat- und Familienabonnenten verwalten ihre Nutzung über ein System von KI-Guthaben. Die Integration mit Drittanbietern wächst ebenfalls: Der neue AutoMemo Copilot Agent kann Besprechungsnotizen externer Aufnahmegeräte zusammenfassen und als Wissensbasis für künftige Dokumente nutzen.

Die Schatten-KI: 80 Prozent der Mitarbeiter nutzen unerlaubte Tools

Die rasante Verbreitung dieser Werkzeuge überfordert viele Unternehmen. Laut Daten von Adaptive Security geben 80 Prozent der Beschäftigten zu, nicht genehmigte generative KI-Anwendungen bei der Arbeit zu nutzen. Nur zwölf Prozent der Organisationen haben dagegen ein formelles KI-Governance-Framework eingeführt.

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Diese „Schatten-KI" stellt IT-Abteilungen vor massive Sicherheitsrisiken – besonders durch Browser-Erweiterungen und nicht autorisierte OAuth-Verbindungen, die Unternehmensdaten mit ungeprüften KI-Modellen verknüpfen. Microsoft reagiert mit mehr Flexibilität: Seit April 2026 können Windows-11-Nutzer die Copilot-App vollständig deinstallieren. Für Unternehmen gibt es eine neue Gruppenrichtlinie, die die App nach 28 Tagen Inaktivität automatisch entfernt.

EnterpriseClaw: Einheitliche Standards für KI-Agenten

Ein Konsortium aus Technologieführern – darunter NVIDIA, OpenAI, Cisco, Okta und Automation Anywhere – stellte am 19. Mai 2026 „EnterpriseClaw" vor. Die Initiative soll als Orchestrierungs- und Governance-Ebene für autonome KI-Agenten dienen. Jeder Partner übernimmt spezifische Aufgaben: Okta verwaltet Identitäten und Zugriffe, Cisco sorgt für Laufzeitsicherheit, NVIDIA kümmert sich um lokale Inferenz, und OpenAI liefert die zugrundeliegenden Reasoning-Modelle.

Die Forschung zur Effektivität dieser Werkzeuge liefert gemischte Ergebnisse. Der Microsoft Work Trend Index 2026 befragte 20.000 Beschäftigte in zehn Ländern. Ergebnis: 49 Prozent aller KI-Interaktionen betreffen inzwischen anspruchsvolle kognitive Arbeit. 58 Prozent der Befragten gaben an, Aufgaben erledigen zu können, die vor einem Jahr noch unmöglich waren. Gleichzeitig fühlen sich nur 13 Prozent der Mitarbeiter von ihrem Unternehmen ausreichend im Umgang mit diesen Werkzeugen unterstützt.

Wohin die Reise geht

Microsofts KI-Führung prognostiziert, dass KI-Systeme innerhalb der nächsten 18 Monate in den meisten Bürodisziplinen – Buchhaltung, Rechtsdienstleistungen, Projektmanagement – das menschliche Leistungsniveau erreichen werden. Der Konzern entwickelt bereits eigene Foundation-Modelle auf dem Weg zur sogenannten „Superintelligenz".

Der Weg dorthin ist jedoch steinig. 2026 wurden bereits rund 49.000 Stellenstreichungen auf KI-Implementierungen zurückgeführt. Und nicht überall steigert die Technologie die Produktivität: Einige Studien beobachten eine Verlangsamung der Entwicklungsgeschwindigkeit um 20 Prozent, wenn KI-Assistenten ohne ausreichende Schulung in Codierungs-Workflows integriert werden.

Microsofts Kurs ist klar: Weg von der reinen Funktionsflut, hin zu einem Assistenten, der nicht mehr im Weg steht. Ob die neuen UI-Anpassungen und Standards wie EnterpriseClaw die Lücke zwischen KIs Potenzial und praktischem Nutzen schließen können, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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