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Corsair Vengeance: Erstmals chinesische DRAM-Chips in Mainstream-RAM

27.05.2026 - 00:30:15 | boerse-global.de

Corsair integriert erstmals DRAM-Chips von Changxin Memory Technologies in seine Vengeance DDR5-Module. Der Schritt signalisiert einen Wandel im globalen Speicherchip-Markt.

Corsair Vengeance: Erstmals chinesische DRAM-Chips in Mainstream-RAM - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Corsair Vengeance: Erstmals chinesische DRAM-Chips in Mainstream-RAM - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Der globale Speicherchip-Markt erlebt eine Zeitenwende: Erstmals verbaut ein fĂĽhrender westlicher Hardware-Hersteller chinesische DRAM-Chips in seinen Mainstream-Produkten. Konkret handelt es sich um die Vengeance DDR5-Module von Corsair, die nun mit Speicherchips von Changxin Memory Technologies (CXMT) ausgeliefert werden.

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Ende Mai entdeckten Branchenbeobachter die CXMT-Chips in den Arbeitsspeicher-Modulen des US-Herstellers. Bislang dominierte ein Trio aus Samsung, SK Hynix und Micron den Markt für DDR5-Speicher. Der Einstieg von CXMT in die Lieferkette westlicher Marken markiert einen strategischen Wandel – angetrieben durch die explosionsartige Nachfrage nach KI-Chips und aggressive Expansionspläne chinesischer Hersteller.

Integration in die Corsair Vengeance-Serie

Die betroffenen Module gehören zur Corsair Vengeance DDR5-Reihe mit 16 GB Kapazität und einer Taktung von DDR5-6000. Die technischen Daten umfassen Timings von 36-44-44-96 bei 1,35 Volt. Das Modell mit der Teilenummer CMK5X16G3E60C36A2 unterstützt sowohl Intels XMP- als auch AMDs EXPO-Übertaktungsprofile.

Bereits am 25. Mai wurde bekannt, dass die Module die notwendigen internationalen Zertifizierungen erhalten haben – darunter UKCA- und CE-Kennzeichnungen. Einige Versionen tragen ein „CN"-Suffix, was darauf hindeutet, dass es sich zunächst um eine gezielte Markteinführung oder Pilotphase handeln könnte.

CXMT war erst 2025 in die DDR5-Produktion eingestiegen. Der Hersteller hat ehrgeizige Pläne: Chips mit Geschwindigkeiten von bis zu 8000 MT/s in 16-Gb- und 24-Gb-Dichten sind in der Pipeline. Mit der Aufnahme in Corsairs etablierte Vengeance-Reihe hat CXMT bewiesen, dass seine Chips die hohen Anforderungen des Enthusiasten-Marktes erfüllen.

Preiskampf: Chinesische Chips zum halben Preis

CXMT und der NAND-Spezialist Yangtze Memory Technologies (YMTC) setzen auf eine aggressive Preisstrategie. Während vergleichbare DRAM-Komponenten weltweit zwischen 300 und 400 Euro kosten, bieten die chinesischen Hersteller ihre Chips Berichten zufolge für umgerechnet rund 150 Euro an.

Das Ziel ist klar: Marktanteile erobern. Aktuell hält CXMT rund 7,7 Prozent des globalen DRAM-Marktes, YMTC kommt bei NAND auf 11 bis 13 Prozent. Die Expansion fällt in eine Zeit, in der die etablierten Hersteller ihre Spitzenkapazitäten in die Produktion von High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Anwendungen verlagern. Dadurch entsteht eine Lücke im Standardmarkt für RAM und SSDs.

Der Druck zeigt bereits Wirkung: HP, Dell, Acer und Asus prüfen offenbar ebenfalls eine Zusammenarbeit mit CXMT. Branchenanalysten erwarten, dass der verstärkte Wettbewerb die Preise für RAM und SSDs deutlich senken könnte – ein Segen für Verbraucher, eine Herausforderung für die etablierten Hersteller. Ein Samsung-Berater warnte kürzlich, dass die neue Kapazität bereits 2028 zu einem Preisverfall führen könnte.

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Rekordzahlen und Milliarden-Börsengang

CXMTs technischer Erfolg basiert auf beeindruckenden Finanzzahlen. Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 50,8 Milliarden Yuan (rund 7,4 Milliarden Euro) – ein Plus von 719 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Noch spektakulärer: Der Nettogewinn stieg auf 33 Milliarden Yuan, ein Sprung von 1268 Prozent.

Am heutigen Mittwoch steht CXMT vor einem entscheidenden Schritt: Die IPO-Prüfung an der Shanghaier STAR Market. Schätzungen zufolge könnte die Bewertung bei rund drei Billionen Yuan (etwa 414 Milliarden Euro) liegen. Das frische Kapital soll in die Verdopplung der Wafer-Produktion und den Aufbau eigener HBM-Fertigungskapazitäten fließen.

Die Fertigungsanlagen laufen bereits mit einer Auslastung von 94 Prozent. Auch YMTC hat einen Börsengang beantragt – ein klares Signal für den Kapitalhunger der chinesischen Halbleiterindustrie.

„Tau Law": Chinas Weg ohne EUV-Lithografie

Parallel zu CXMTs Erfolg zeichnet sich ein strategischer Wandel in der gesamten chinesischen Chipindustrie ab. Auf einem Symposium in Shanghai stellte Huawei am 25. Mai das Konzept des „Tau Law" vor – ein theoretischer Rahmen, der die Weiterentwicklung von Chips ohne die derzeit handelsbeschränkte EUV-Lithografie ermöglichen soll.

Das Ziel: Bis 2031 die Leistungsfähigkeit von 1,4-Nanometer-Prozessen erreichen – mit alternativen Fertigungsmethoden. Während CXMT und YMTC auf bewährte Technologien für DDR5 und NAND setzen, bauen sie so die finanzielle Basis für die nächste Generation heimischer Halbleiterfertigung.

Ausblick: Ende der Triopol-Herrschaft?

Der Einzug von CXMT in Corsairs Vengeance-Module könnte ein Wendepunkt sein. Für Verbraucher bedeutet der vierte große Anbieter im DRAM-Markt Entspannung bei Preisen und Verfügbarkeit. Für Samsung, SK Hynix und Micron endet dagegen eine Ära der Marktbeherrschung.

Mit dem milliardenschweren Börsengang und Plänen für noch schnellere 8000-MT/s-Module wird CXMT den Druck auf die etablierten Hersteller weiter erhöhen. Samsung-Manager warnen bereits vor einer Abschwächung des Speicherwachstums vor 2028. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Corsair-Vorstoß der Auftakt zu einer grundlegenden Neuordnung der globalen Speicherchip-Lieferketten ist.

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