CPT gegen Alzheimer: Wirkstoff verbessert kognitive Tests bei MĂ€usen
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 09:55 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine im Fachjournal Neuron veröffentlichte Forschungsarbeit vom 6. August 2026 liefert neue Einblicke in die molekularen Mechanismen der Alzheimer-Krankheit. Die Untersuchung zeigt, wie phosphoryliertes Tau-Protein (p-tau) direkt in die Mitochondrien vordringt und dort den zellulÀren Energiestoffwechsel beeintrÀchtigt.
Durch die Bindung an ein zentrales Enzym wird der regulĂ€re Elektronentransport umgekehrt. Dieser Vorgang setzt eine schĂ€dliche Kaskade in Gang, die maĂgeblich zum Abbau von Nervenzellen beitrĂ€gt.
Ein schÀdigender Kreislauf in den Mitochondrien
Im Zentrum der Beobachtungen steht das mitochondriale Enzym NDUFS3. Bindet phosphoryliertes Tau an diese Struktur, fĂŒhrt dies zu einem PhĂ€nomen, das in der Fachwelt als umgekehrter Elektronentransport (reverse electron transport) bekannt ist. Die biochemischen Folgen dieser Bindung sind tiefgreifend: Die betroffenen Nervenzellen produzieren deutlich weniger Energie, wĂ€hrend gleichzeitig toxische Ionen gebildet werden.
Gleichzeitig setzt dieser Prozess einen Teufelskreis in Gang, da der RĂŒckwĂ€rtsfluss der Elektronen die erneute Phosphorylierung von Tau-Proteinen weiter verstĂ€rkt. Die Forschungsgruppe wies diesen Pathomechanismus ĂŒber mehrere biologische Modelle hinweg nach. Zu den untersuchten Systemen der Studie zĂ€hlten Fruchtfliegen, Fische, aus humanen Stammzellen gezĂŒchtete Neuronen sowie menschliches Hirngewebe.
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Wirkstoff CPT stoppt RĂŒckwĂ€rtstransport im Tiermodell
Neben der EntschlĂŒsselung dieser zellulĂ€ren SchĂ€digung widmete sich die Studie auch einem potenziellen therapeutischen Gegenmittel. Im Mittelpunkt steht dabei der Wirkstoff CPT. Dieser MolekĂŒlkomplex besitzt die FĂ€higkeit, an NDUFS3 zu binden und das schĂ€dliche phosphorylierte Tau von dem Enzym zu verdrĂ€ngen.
In Versuchen mit MĂ€usen, die kognitive Defizite aufwiesen, verhinderte der Einsatz von CPT den pathologischen RĂŒckwĂ€rtstransport der Elektronen wirksam. In der Folge erzielten die behandelten Tiere bessere Resultate bei kognitiven Tests. Zugleich verringerten sich die EntzĂŒndungsreaktionen im Gewebe und das Voranschreiten der Neurodegeneration wurde eingedĂ€mmt.
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Vorbereitung kĂŒnftiger Humanstudien
Die Weiterentwicklung dieses Ansatzes wird derzeit vorangetrieben. Das Unternehmen Cerepeut, zu dessen MitgrĂŒndern Bingwei Lu von der Stanford University zĂ€hlt, testet den Wirkstoff CPT gegenwĂ€rtig in Tiermodellen. FĂŒr die Zukunft strebt das Unternehmen an, innerhalb von 2 Jahren entsprechende Humanstudien einzuleiten.
Dass die Reduktion von Tau-Proteinen klinische Relevanz besitzt, unterstreichen auch vorangegangene Forschungsdaten. Demnach zeigte bereits ein frĂŒherer klinischer Test, dass eine gezielte Senkung der Tau-Spiegel im Gehirn von Alzheimer-Patienten den kognitiven Abbau um bis zu 26% verlangsamte. Die neuen Erkenntnisse ĂŒber die Enzymbindung in den Mitochondrien liefern nun eine konkrete ErklĂ€rung fĂŒr diese ZusammenhĂ€nge.
