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Crédit Agricole: 912 Kunden Opfer von Phishing und Voice-Betrug

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 13:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Crédit Agricole meldet erfolgreich unterbundene Phishing-Kampagne: 912 Kunden gaben Daten preis, 83 erlitten finanzielle Verluste durch Vishing.

Crédit Agricole: 912 Kunden durch mehrstufige Phishing-Attacke um Geld gebracht
Nahaufnahme einer Person, die ein Smartphone in einem Büro hält, während sie eine Banking-App verwendet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die französische Großbank Crédit Agricole hat Details zu einer umfangreichen Phishing-Kampagne veröffentlicht, die gezielt auf die Zugangsdaten ihrer Kundschaft abzielte.

Nach Angaben des Geldinstituts gelang es den Betrügern, eine beträchtliche Anzahl von Personen zur Preisgabe sensibler Informationen zu bewegen. In der Folge kam es bei einem Teil der Betroffenen zu unautorisierten Finanztransaktionen, nachdem die Täter zusätzliche psychologische Druckmittel eingesetzt hatten.

Insgesamt gaben 912 Kunden ihre persönlichen Zugangsdaten auf einer gefälschten Website ein, die dem Online-Portal der Bank täuschend echt nachempfunden war. Der Betrug verlief dabei in mehreren Stufen. Zunächst wurden die Opfer über massenhaft versendete E-Mails auf die betrügerischen Internetseiten gelockt.

Branchenberichten zufolge wurden für den Versand dieser Nachrichten professionelle Infrastrukturen wie SendGrid und Amazon SES genutzt, über die täglich rund 7.000 betrügerische E-Mails verschickt wurden.

Zweistufiges Betrugsverfahren durch Identitätsdiebstahl

Besonders folgenreich war die zweite Phase des Angriffs, bei der die Täter über das reine Abgreifen von Daten hinausgingen. In 83 Fällen leisteten Kunden aktiv Zahlungen an die Betrüger. Dies geschah, nachdem sich die Kriminellen am Telefon als Mitarbeiter der jeweiligen Bankfiliale ausgegeben hatten.

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Für diese Form des sogenannten Vishing (Voice Phishing) nutzten die Angreifer zuvor gestohlene Daten, um gegenüber den Opfern eine glaubwürdige Vertrauensbasis aufzubauen und sie zur Freigabe oder Durchführung von Überweisungen zu bewegen.

Die Bank betonte in diesem Zusammenhang, dass der Erfolg dieser Manipulationen maßgeblich auf dem Missbrauch persönlicher Informationen beruhte, die die Kunden zuvor auf den gefälschten Webseiten selbst eingegeben hatten. Die Betrüger spiegelten den Betroffenen eine vermeintliche Notwendigkeit vor, Sicherheitsprüfungen durchzuführen oder verdächtige Transaktionen zu stoppen, was letztlich zur Ausführung der betrügerischen Überweisungen führte.

Sicherheit der bankeigenen Infrastruktur nicht beeinträchtigt

Trotz der hohen Anzahl an Phishing-Versuchen und des entstandenen Schadens bei den betroffenen Einzelpersonen stellte Crédit Agricole klar, dass die interne IT-Infrastruktur des Hauses zu keinem Zeitpunkt gefährdet war.

Die Bank bestätigte, dass ihre eigenen Systeme nicht kompromittiert wurden und keine Sicherheitslücke innerhalb der bankeigenen Server oder Anwendungen vorlag. Der Angriff habe sich ausschließlich gegen die Endkunden und deren Endgeräte bzw. deren Wahrnehmung gerichtet.

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Nach offiziellen Angaben konnte die Kampagne inzwischen erfolgreich unterbunden werden. Die Bank erklärte, dass der spezifische Betrugsmechanismus vereitelt worden sei und die Aktivitäten der Täter bereits seit zwei Monaten als beendet gelten.

Das Institut nutzt den Vorfall, um erneut auf die Gefahren durch Social Engineering aufmerksam zu machen. Experten für Cybersicherheit weisen in solchen Fällen regelmäßig darauf hin, dass Bankmitarbeiter niemals telefonisch nach Passwörtern fragen oder Kunden dazu auffordern würden, Überweisungen zur Verifizierung von Konten zu tätigen.

Die Aufarbeitung des Falls zeigt die zunehmende Professionalisierung von Phishing-Akteuren, die durch die Nutzung etablierter Cloud-Dienste für den E-Mail-Versand die Entdeckungsrate durch Spam-Filter minimieren. Für die betroffenen Kunden bleibt die Prüfung von Entschädigungsansprüchen oft ein komplexer Prozess, insbesondere wenn Transaktionen durch eine starke Kundenauthentifizierung vom Kontoinhaber selbst autorisiert wurden.

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