CRP bei Rheuma: DGRh rÀt zum Herz-Kreislauf-Check am 12. Oktober
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 10:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
FachbeitrĂ€ge heben die wachsende klinische Relevanz von EntzĂŒndungsmarkern wie dem C-reaktiven Protein fĂŒr die FrĂŒherkennung rheumatologischer und neurologischer Erkrankungen hervor. Sowohl in der Notfall- und Intensivmedizin als auch bei der Betreuung chronischer Erkrankungen liefern serologische Parameter wichtige Hinweise auf das AusmaĂ von GewebeschĂ€den und den Verlauf von EntzĂŒndungsprozessen.
Die Rolle des C-reaktiven Proteins in der Akutdiagnostik
Das C-reaktive Protein (CRP) ist ein Akutphase-Protein, das in der Leber synthetisiert wird. Nach einem auslösenden Ereignis, etwa einer GewebeschÀdigung oder einer Infektion, steigt die Konzentration im Blut bereits nach 4 bis 6 Stunden messbar an. Der physiologische Normalbereich liegt bei 0 bis 5 mg/L. Werte von mehr als 10 mg/L gelten in der klinischen Bewertung als pathologisch.
Ein deutlicher Anstieg auf ĂŒber 100 mg/L fungiert in der klinischen Routine als Signal fĂŒr weiterfĂŒhrende diagnostische AbklĂ€rungen. Werte in dieser Höhe werden am hĂ€ufigsten durch bakterielle Infektionen wie Pneumonien, Pyelonephritiden oder Appendizitiden hervorgerufen.
DemgegenĂŒber können Werte um etwa 50 mg/L auch mit viralen Infektionen vereinbar sein. Standard-CRP-Messungen erfassen systemische EntzĂŒndungen ab 10 mg/L, wĂ€hrend hochempfindliche Tests (hs-CRP) vor allem zur Beurteilung des kardiovaskulĂ€ren Gesamtrisikos eingesetzt werden.
Bei komplikationslosem Verlauf nach chirurgischen Eingriffen sinken die Werte wieder; anhaltend erhöhte Werte weisen hingegen auf sekundÀre bakterielle Komplikationen hin. Das Protein liefert jedoch keine eigenstÀndige Diagnose, weshalb sich therapeutische Schritte primÀr gegen die zugrunde liegende Ursache richten.
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KardiovaskulÀre Risiken bei rheumatischen Erkrankungen
Bei Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, systemischem Lupus erythematodes (SLE) und Spondylitis ankylosans spiegelt der CRP-Wert die KrankheitsaktivitĂ€t wider. Vor diesem Hintergrund rĂ€t die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Rheumatologie (DGRh) anlĂ€sslich des Welt-Rheuma-Tags am 12. Oktober dazu, das Herz-Kreislauf-Risiko bei entzĂŒndlich-rheumatischen Erkrankungen gemÀà S3-Leitlinie frĂŒhzeitig Ă€rztlich untersuchen zu lassen.
In Deutschland leben SchĂ€tzungen zufolge rund 1,8 Millionen Erwachsene mit einer entzĂŒndlich-rheumatischen Erkrankung. Auf die rheumatoide Arthritis und auf Spondyloarthritiden entfallen dabei jeweils etwa 700.000 Betroffene.
Die chronischen EntzĂŒndungsprozesse gehen mit einer erhöhten vaskulĂ€ren Belastung einher: Nach Angaben der Fachgesellschaft ist das Herzinfarktrisiko bei Menschen mit rheumatoider Arthritis um rund 40 Prozent erhöht. Bei Spondyloarthritiden liegt dieses Risiko je nach vorliegender Auswertung zwischen 21 Prozent und 51 Prozent höher, verbunden mit einem moderat gesteigerten Schlaganfallrisiko.
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Markerprofile bei akuten neurologischen SchÀdigungen
Ăber die Rheumadiagnostik hinaus gewinnen Markerprofile bei neurologischen SchĂ€digungen zunehmend an Bedeutung. Bei akuten Ereignissen wie HirnschĂ€den erreicht das CRP seinen Höchstwert typischerweise 24 bis 48 Stunden nach dem PrimĂ€rereignis.
ErgĂ€nzend kommen zellspezifische Proteine zum Einsatz, um neurologische VerlĂ€ufe frĂŒhzeitig abzubilden. Hierzu zĂ€hlt das Protein S100B mit einer Halbwertszeit von etwa 30 bis 120 Minuten, dessen Werte negativ mit der Glasgow Coma Scale (GCS) korrelieren.
FĂŒr die neuronenspezifische Enolase (NSE), die eine Plasma-Halbwertszeit von rund 24 Stunden aufweist, definieren Leitlinien von ERC und ESICM Grenzwerte zur Prognose: Ein Peak von mehr als 33 ”g/L im Zeitraum von 48 bis 72 Stunden nach erfolgreicher Wiederbelebung (ROSC) zeigt mit einer SpezifitĂ€t nahe 100 Prozent ein ungĂŒnstiges neurologisches Outcome an. FĂŒr verlĂ€ssliche Bestimmungen muss eine HĂ€molyse der Proben vermieden und Serum oder Plasma innerhalb von 30 Minuten abgetrennt werden.

