CryptoJS-Lücke, Hacker

CryptoJS-Lücke: Hacker stehlen 5,7 Millionen Euro aus 2.100 Wallets

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 17:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitslücke in CryptoJS-Bibliothek ermöglicht Angreifern Millionenbeute. Betroffene Nutzer mehrerer Wallet-Dienste sollten ihre Vermögenswerte umgehend transferieren.

CryptoJS-Sicherheitslücke: Millionenverluste bei Krypto-Wallets durch Angriffe
Digitale Kryptowährungs-Wallet-Oberfläche auf leuchtendem Bildschirm, symbolisiert Cybersicherheit und Blockchain-Sicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine kritische Schwachstelle in einer verbreiteten Verschlüsselungsbibliothek hat Angreifern den Zugriff auf mehr als 2.100 Krypto-Wallets ermöglicht. Der Schaden: über 5,7 Millionen Euro. Betroffen sind gleich mehrere große Blockchain-Netzwerke – und auch deutsche Anleger sollten hellhörig werden.

Die Schwachstelle im Detail

Das Problem liegt in der Bibliothek CryptoJS, genauer gesagt in Version 3.x – ausgenommen die Versionen 3.2.0 und 3.2.1. Die Schwachstelle basiert auf einer schwachen Zufallszahlengenerierung, die es Angreifern erlaubte, private Schlüssel zu kompromittieren. Das ist besonders heikel: Wer den privaten Schlüssel besitzt, kontrolliert die darauf liegenden Krypto-Assets vollständig.

Betroffen sind Nutzer mehrerer Wallet-Plattformen, darunter RWallet, Bexo, NanChat, Bitcoin Libre und Milo. Die Angriffe richteten sich gegen Vermögenswerte auf den Netzwerken von Bitcoin, Ethereum, Tron, Rootstock und Polygon.

Welle von Angriffen seit Mai

Die Ausnutzung der Sicherheitslücke erfolgte in mehreren Wellen. Ein besonders schwerer Vorfall ereignete sich am 27. Mai 2026: Damals wurden 431 Konten angegriffen, Beute: rund 3,14 Millionen Euro. Besonders hart traf es Bitcoin-Halter – allein 2,57 Millionen Euro wurden in der Kryptowährung gestohlen. Auf Ethereum entfielen 286.000 Euro, auf Rootstock 177.000 Euro. Tron- und Polygon-Nutzer verloren 81.000 beziehungsweise 23.000 Euro.

Die Gesamtschäden durch „Ill Bloom" summieren sich inzwischen auf mehr als 5,7 Millionen Euro.

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Branche unter Druck

Der Vorfall reiht sich ein in eine besorgniserregende Entwicklung: Laut Analysen von Chainalysis erreichten die gesamten Krypto-Verluste durch Sicherheitsvorfälle im ersten Halbjahr 2026 die Rekordsumme von 12,03 Milliarden Euro – ein Anstieg von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders drastisch: Phishing-Angriffe legten im zweiten Quartal 2026 um 300 Prozent zu.

Doch damit nicht genug. Seit dem 30. Juli 2026 sorgt ein weiterer Vorfall für Aufsehen: Ein Entropie-Fehler in Coldcard-Hardware-Wallets führte zum Diebstahl von rund 2.055 Bitcoin – etwa 130 Millionen Euro wert. Ursache war ein Integrationsfehler in der Firmware, der den Schlüsselraum auf 40 Bit kollabieren ließ. Angreifer konnten die Adressen dadurch per Brute-Force knacken.

Auch andere Sicherheitsvorfälle halten die Branche in Atem: Eine gefälschte Trezor-Werbung bei Google zog einem Nutzer rund 24 Bitcoin ab. Zudem wurden Betreiber von BTCPay-Servern aufgefordert, auf Version 2.4.2 zu aktualisieren, um eine kritische Schwachstelle zu schließen, die Angreifern die Kontrolle über Lightning-Netzwerk-Knoten ermöglichte.

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Was betroffene Nutzer jetzt tun sollten

Sicherheitsexperten raten Nutzern der betroffenen CryptoJS-basierten Wallets dringend, ihre Vermögenswerte sofort auf neu generierte Wallets zu übertragen. Die gute Nachricht: Das Bitcoin-Netzwerk selbst gilt weiterhin als sicher. Die Schwachstellen liegen in den individuellen Wallet-Implementierungen und Drittanbieter-Bibliotheken – und genau dort werden Angreifer auch künftig ansetzen.

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