CrystalDiskInfo 9.9.0 entlarvt gefÀlschte Samsung-SSDs
20.05.2026 - 09:45:56 | boerse-global.deHintergrund ist eine Welle hochentwickelter FĂ€lschungen der beliebten 990 Pro.
GefÀlschte SSDs tÀuschen selbst Benchmarks
Die Plagiate werden immer raffinierter. Berichte aus April 2026 zeigen: Kopien der Samsung 990 Pro absolvieren populĂ€re Benchmark-Programme wie CrystalDiskMark ohne Fehlermeldung. In Kurzzeittests erreichen sie sequenzielle Lesegeschwindigkeiten von ĂŒber 7 GB/s â fast exakt die Werte des Originals.
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Der Trick: Die FĂ€lscher setzen auf einen extrem aggressiv konfigurierten SLC-Cache. Dieser schnelle Zwischenspeicher fĂ€ngt kurze Datenlasten ab und simuliert hohe Performance. Die TĂ€uschung fliegt erst bei groĂen Datenmengen auf.
Ein dokumentierter Testfall zeigt das AusmaĂ: Beim Kopieren einer 370 GiB groĂen Videodatei brach die Schreibrate drastisch ein. Eine echte 990 Pro erledigte den Transfer in rund 3,5 Minuten mit ĂŒber 1.800 MB/s. Das Plagiat benötigte mehr als 25 Minuten â bei mageren 261 MB/s Durchschnittsgeschwindigkeit.
CrystalDiskInfo 9.9.0 schlÀgt Alarm
Am 18. Mai veröffentlichte Entwickler hiyohiyo ein Wartungsupdate fĂŒr das weit verbreitete Diagnose-Tool. Version 9.9.0 erkennt erstmals gezielt gefĂ€lschte Samsung-Laufwerke.
Die Software vergleicht PCI-Vendor-IDs und spezifische S.M.A.R.T.-Daten mit den Spezifikationen der Originalhersteller. FĂ€lscher verwenden oft gĂŒnstigere Controller-Chips von Drittanbietern und programmieren diese so um, dass sie sich als Samsung-Komponenten ausgeben. Dabei entstehen Inkonsistenzen, die CrystalDiskInfo nun systematisch ausliest.
Das Update verbessert zudem die Sicherheit beim Laden von Programmbibliotheken. So verhindert es, dass die Software selbst durch manipulierte Dateien korrumpiert wird.
Europa ist betroffen
Das Problem beschrĂ€nkt sich lĂ€ngst nicht mehr auf asiatische Online-MarktplĂ€tze. Mitte April erhielten KĂ€ufer bei namhaften HĂ€ndlern in Ăsterreich und Deutschland gefĂ€lschte SSDs. Ein betroffener Nutzer berichtete von zwei Laufwerken, die sich nach Lieferung als unbrauchbar erwiesen.
Die Ă€uĂere Verpackung war fast perfekt kopiert. Erst der direkte Vergleich offenbarte feine Unterschiede in der DruckqualitĂ€t und der Platzierung von PrĂŒfsiegeln.
Das deutlichste Warnsignal findet sich unter dem Aufkleber: Samsung verwendet fĂŒr seine Hochleistungsserien konsequent schwarze Leiterplatten. Die in Europa aufgetauchten FĂ€lschungen hatten blaue Platinen und fremde Controller-Chips von Realtek oder Maxio statt des proprietĂ€ren Samsung-Controllers âPascalâ.
Samsung Magician als zweite PrĂŒfinstanz
Die offizielle Verwaltungssoftware Samsung Magician erkennt die Plagiate zwar oft als Laufwerke, markiert sie jedoch eindeutig als âNon-Samsungâ-Produkte oder verweigert die Anzeige einer gĂŒltigen Seriennummer. In extremen FĂ€llen lieĂen sich die gefĂ€lschten DatentrĂ€ger nicht einmal formatieren.
Samsung selbst betont, die Berichte sehr ernst zu nehmen und kĂŒndigte an, konsequent gegen die Verbreitung vorzugehen.
Warum die FĂ€lschungswelle jetzt kommt
Hinter der aktuellen Welle steckt eine angespannte Situation auf dem globalen Speichermarkt. Seit Ende 2025 sind die Preise fĂŒr NAND-Flash und DRAM drastisch gestiegen. Analysten fĂŒhren das auf geopolitische Spannungen und die massive Nachfrage nach KI-Rechenzentren zurĂŒck. Die Preise fĂŒr Speicherkomponenten hatten sich seit November zeitweise verdoppelt oder verdreifacht.
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Dieses Hochpreisumfeld bietet idealen NĂ€hrboden fĂŒr BetrĂŒger. Wenn eine Samsung 990 Pro mit 1 TB regulĂ€r knapp 200 US-dollar kostet, wirken Angebote fĂŒr die HĂ€lfte verlockend. Kriminelle nutzen die PreissensibilitĂ€t der Kunden aus.
Die Betrugsmaschen beschrĂ€nken sich nicht auf SSDs. Auch bei microSD-Karten und externen Festplatten gibt es regelmĂ€Ăig FĂ€lle, bei denen manipulierte Firmware eine höhere KapazitĂ€t vorgaukelt. Sobald der tatsĂ€chliche Speicherplatz ĂŒberschritten ist, ĂŒberschreibt das GerĂ€t Ă€ltere Daten ohne Warnung.
So schĂŒtzen Sie sich
Kaufen Sie Speicherlösungen ausschlieĂlich ĂŒber den offiziellen Samsung-Shop oder autorisierte FachhĂ€ndler. Von auffallend gĂŒnstigen Angeboten auf Marktplatz-Plattformen sollten Sie die Finger lassen.
Bereits gekaufte Laufwerke lassen sich am sichersten per Software prĂŒfen. Neben CrystalDiskInfo gilt Samsung Magician als Goldstandard fĂŒr die EchtheitsprĂŒfung. Achten Sie zudem auf die Farbe der Platine und die QualitĂ€t der Verpackungsaufdrucke.
Da die FĂ€lscher ihre Methoden stĂ€ndig anpassen, ist eine regelmĂ€Ăige Aktualisierung der Diagnose-Tools unerlĂ€sslich. Die Industrie steht vor der Herausforderung, kĂŒnftig kryptografische Signaturen oder fĂ€lschungssichere Hardware-IDs tiefer in die Speicherarchitektur zu integrieren. Bis dahin bleibt Wachsamkeit der beste Schutz vor finanziellem Verlust und Datenkorruption.
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