CuspAI sichert sich 450 Millionen Euro für KI-Materialforschung
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 18:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das britische Unternehmen CuspAI hat sich 450 Millionen Euro gesichert, um mit Künstlicher Intelligenz neue Materialien zu entdecken. Die Finanzierungsrunde vom heutigen Montag katapultiert den Wert des Startups auf 2,6 Milliarden Euro – ein Fünffaches seit September 2025.
Investoren von Weltformat steigen ein
Angeführt wurde die Series-B-Runde von den renommierten US-Venture-Capital-Firmen Kleiner Perkins und NEA. Mit dabei ist auch Amazon-Gründer Jeff Bezos über seine Beteiligungsgesellschaft Bezos Expeditions. Der UK Sovereign AI Fund und der singapurische Staatsfonds Temasek komplettieren das internationale Investorenbündnis.
Insgesamt hat das 2024 gegründete Unternehmen damit mehr als 670 Millionen Euro eingesammelt – inklusive einer 30-Millionen-Euro-Startfinanzierung und einer Series-A-Runde im Herbst 2025.
KI-Plattform MIRA: Der Schlüssel zur Materialrevolution
Das Herzstück von CuspAI ist die proprietäre Plattform MIRA. Sie nutzt generative KI für das sogenannte „inverse Materialdesign". Statt mühsam Moleküle zu testen, geben Forscher einfach die gewünschten Eigenschaften vor – etwa Hitzebeständigkeit oder Leitfähigkeit – und die KI berechnet die passende Molekularstruktur.
Die Technologie könnte besonders für die Halbleiterindustrie ein Gamechanger sein. Rund 80 Prozent der aktuellen Forschung des Startups konzentriert sich auf Halbleitermaterialien. Das Ziel: Ersatz für seltene und teure Metalle wie Ruthenium und Iridium finden, die in modernen Chips und sauberen Energieanwendungen unverzichtbar sind.
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AI Materials Foundry: Ein globales Netzwerk entsteht
Parallel zur Finanzierung launchte CuspAI heute die AI Materials Foundry Coalition – ein globales Netzwerk mit über 45 Gründungsorganisationen. Zu den Partnern zählen Schwergewichte wie Nvidia, Meta, Samsung, Hyundai und Henkel. Auch Industrieausrüster wie Applied Materials, Tokyo Electron und Lam Research sind mit an Bord.
Bereits bestehende Kunden für die Entdeckungsdienste des Startups sind unter anderem Meta, der Chipausrüster ASML, Hyundai und der finnische Chemiekonzern Kemira.
Expansion nach Europa, USA und Asien
Mit dem frischen Kapital plant CuspAI den Ausbau seiner geografischen Präsenz. Neben dem Hauptsitz im britischen Cambridge sollen neue Forschungsstandorte in der San Francisco Bay Area, in Singapur und an verschiedenen europäischen Standorten entstehen.
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Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 65 Mitarbeiter. Im wissenschaftlichen Beirat sitzen mit Yann LeCun und Geoffrey Hinton zwei der einflussreichsten KI-Forscher der Welt.
Die Anwendungsmöglichkeiten der Plattform gehen weit über Halbleiter hinaus: Auch hocheffiziente Batterien, Kohlenstoffabscheidung und Wasseraufbereitungsmembranen stehen auf der Agenda. CuspAI will die Lücke zwischen theoretischer KI-Forschung und industrieller Fertigung schließen – ein Ziel, das nun mit Milliarden-Rückendeckung in greifbare Nähe rückt.
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