Cyber-Betrug: 37 Prozent der Konsumenten bereits Opfer von Phishing
03.07.2026 - 14:36:15 | boerse-global.de
Die Maschen reichen von gefĂ€lschten BKA-Schreiben ĂŒber Signal-Hacking bis zu Support-Betrug mit hohen SchĂ€den.
GefĂ€lschte BKA-Mails: âZahlen Sie oder gehen Sie in Haftâ
Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor einer neuen Phishing-Welle. Kriminelle verschicken E-Mails im Namen des Bundeskriminalamts â mit echtem Briefkopf und einem fiktiven Oberstabsfeldwebel als Absender. Die Drohung: angeblich ein Haftbefehl, sofern die EmpfĂ€nger nicht binnen 72 Stunden eine Kopie ihres Reisepasses schicken.
âKeine Behörde verschickt Vorladungen per E-Mailâ, stellt Heike Teubner von der Verbraucherzentrale klar. Ăhnliche Taktiken sind auch mit gefĂ€lschten Dokumenten der spanischen Guardia Civil im Umlauf. Das spanische Cybersicherheitsinstitut INCIBE betont: Behörden fordern Zahlungen niemals auf diesem Weg.
Signal-Nutzer im Visier: Russische Hacker stehlen Chats
Das FBI und die US-Behörde CISA melden eine spezialisierte Phishing-Attacke gegen Signal-User. Dahinter stecken russische Gruppierungen (UNC5792 und UNC4221), die dem Geheimdienst FSB zugeordnet werden. Ihr Ziel: der Backup Recovery Key. Mit diesem SchlĂŒssel können Angreifer die gesamte Chat-Historie wiederherstellen und das Konto ĂŒbernehmen.
Betroffen sind vor allem Regierungsbeamte, MilitÀrangehörige und Journalisten.
Parallel dazu geraten Krypto-Anleger ins Visier. Unter dem Vorwand der neuen MiCA-Richtlinien verschicken BetrĂŒger gefĂ€lschte Mails im Namen von Plattformen wie Binance. Die Drohung: KontoschlieĂung, falls die Zugangsdaten nicht ĂŒber einen Link bestĂ€tigt werden. Bitpanda stellt klar: Solche Aufforderungen per externem Link gibt es nicht.
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25.000 Euro Schaden: Seniorin fÀllt auf Support-Betrug herein
Die Landespolizeiinspektion Gera meldet einen schweren Fall: Eine 75-JĂ€hrige aus Weida klickte auf ein Werbebanner â ihr Computer sperrte sich. Ein angeblicher Microsoft-Mitarbeiter installierte per Fernzugriff Software und veranlasste Banktransaktionen. Der Schaden: bis zu 25.000 Euro.
Die Polizei warnt: Microsoft kontaktiert Kunden niemals unaufgefordert und verlangt keinen Fernzugriff.
In Neuhofen und Ludwigshafen trieben falsche Bankmitarbeiter ihr Unwesen. Sie erfragten telefonisch PIN-Nummern und holten EC-Karten persönlich bei Seniorinnen ab. Eine Frau durchschaute den Betrug rechtzeitig.
McAfee-Studie: 37 Prozent schon einmal betrogen
Eine aktuelle Erhebung von McAfee zeigt die Ursachen. 82 Prozent der Konsumenten achten beim Online-Shopping nur auf den gĂŒnstigsten Preis. 40 Prozent vertrauen blind auf Rabatte. Die Folge: 37 Prozent wurden bereits Opfer von Shopping-Betrug. Jeder fĂŒnfte Betroffene verlor mehr als 500 Dollar.
Besonders tĂŒckisch: KĂŒnstliche Intelligenz macht Phishing-Mails perfekt. 70 Prozent der Befragten können KI-generierte Nachrichten kaum noch von echten unterscheiden.
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BaFin stoppt illegale Finanzangebote
Die Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erweiterte ihre Warnliste. Am 3. Juli untersagte die Behörde die Angebote von grueneleidenschaft.com und helmorixy.net. Die GrĂŒne Leidenschaft GmbH bewarb ohne Erlaubnis Festgeldanlagen in Paulownia-BĂ€ume. Die britische Helmorixy Ltd bot unautorisierte Kryptowerte-Dienstleistungen an â und nutzte unbefugt das Logo des Bundesfinanzministeriums.
Experten raten: Bei unaufgeforderten Mails keine Links öffnen, keine AnhĂ€nge herunterladen. Im Zweifel direkt ĂŒber die offiziellen Apps oder Webseiten der Anbieter Kontakt aufnehmen.
