Cyber-Spionage JINX-0164: macOS-Malware greift Krypto-Firmen an
29.05.2026 - 18:06:01 | boerse-global.deDer Bedrohungsakteur JINX-0164 greift gezielt Mitarbeiter von Kryptowährungsunternehmen und Softwareentwickler über LinkedIn an.
Die Täter nutzen raffinierte Social-Engineering-Taktiken. Ihr Ziel: eine spezialisierte macOS-Malware verbreiten und sensible Zugangsdaten sowie digitale Vermögenswerte stehlen.
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Gefälschte Bewerbungsprozesse als Einfallstor
Die Angreifer gehen hochgradig personalisiert vor. Über gefälschte Recruiter-Profile auf LinkedIn nehmen sie Kontakt zu potenziellen Opfern auf. Sie laden diese zu vermeintlichen Vorstellungsgesprächen oder technischen Meetings ein.
Die Betroffenen erhalten Links zu manipulierten Webseiten, die legitime Meeting-Plattformen imitieren. Um am Gespräch teilzunehmen, sollen die Nutzer eine Softwarekomponente herunterladen – angeblich ein notwendiger Audiotreiber oder Audio-Fix.
In Wahrheit steckt dahinter der Dropper für eine macOS-Malware namens AUDIOFIX. Die in Python geschriebene Schadsoftware läuft sowohl auf älteren Intel-Macs als auch auf neueren Systemen mit Apple-Silicon-Chips.
AUDIOFIX räumt systematisch Daten ab
Einmal aktiv, fungiert AUDIOFIX als Infostealer und Remote Access Trojaner (RAT). Die Malware extrahiert eine breite Palette vertraulicher Informationen: Browser-Zugangsdaten, Passwort-Manager-Inhalte und die systemweite iCloud-Keychain.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Krypto-Infrastruktur der Opfer. Die Malware scannt das System nach privaten Schlüsseln und Daten von Krypto-Wallets. Auch SSH-Keys und Cloud-Tokens für AWS, Google Cloud, Azure und Cloudflare werden entwendet.
Sitzungsinformationen von Slack, Discord und Telegram stehen ebenfalls im Fokus. Das ermöglicht den Angreifern die Übernahme von Unternehmenskonten.
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Supply-Chain-Angriffe und technische Raffinesse
Neben der LinkedIn-Masche nutzt JINX-0164 auch Supply-Chain-Angriffe. Im April entdeckten Forscher eine kompromittierte Version des npm-Pakets @velora-dex/sdk (v4.9.1). Es enthielt eine Go-basierte Backdoor namens MINIRAT.
Diese verschafft den Angreifern dauerhaften Zugriff auf Entwicklungsumgebungen. Die Aktivitäten zielen besonders auf Git-Repositories und CI/CD-Systeme ab. In einem dokumentierten Fall injizierten die Täter bereits Code in interne Repositories.
Um ihre Spuren zu verwischen, nutzen die Akteure VPN-Dienste wie Mullvad, Astrill oder ExpressVPN.
Die Taktiken ähnlen stark bekannten nordkoreanischen Gruppierungen wie BlueNoroff. Direkte Überschneidungen in der Infrastruktur konnten Ermittler jedoch nicht feststellen. JINX-0164 wird seit Mitte 2025 beobachtet und entwickelt seine Werkzeuge kontinuierlich weiter.
Experten raten Unternehmen im Krypto-Sektor zu erhöhter Wachsamkeit bei unaufgeforderten Kontaktanfragen und strenger Prüfung von Software-Abhängigkeiten.
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