Cyberabwehr in Dubai: Reaktionszeiten sinken von Tagen auf Minuten
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 00:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Innenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate (MoI) hat gemeinsam mit der Polizei von Dubai und dem Dubai Electronic Security Centre die nationale Aufklärungskampagne „UAE is Safe With Your Digital Awareness“ ins Leben gerufen.
Die Initiative startete anlässlich des weltweiten Monats des Bewusstseins für Cybersicherheit im Oktober. Im Rahmen einer Pressekonferenz im Dubai Police Officers' Club wurden die strategischen Ziele der Kampagne vorgestellt, die vor allem auf den Schutz der Bürger vor zunehmend komplexeren digitalen Bedrohungen abzielen.
Strategie gegen hochtechnisierte Betrugsmaschen
Das übergeordnete Ziel der Kampagne ist laut Angaben des Innenministeriums eine Quote von null Opfern durch organisierte Cyberkriminalität. Die Strategie stützt sich dabei auf drei wesentliche Säulen: die proaktive Begleitung von Kriminalität, die durch Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt wird, die Stärkung des allgemeinen gesellschaftlichen Bewusstseins sowie den konsequenten Ausbau technischer Abwehrwerkzeuge.
Brigadegeneral Saeed Al Hajri vom Innenministerium wies darauf hin, dass Kriminelle verstärkt KI-Technologien für Betrug, Phishing, Datenhacks und die Erstellung von Deepfakes nutzen. Betrüger setzten die Technologie ein, um täuschend echte Websites und Werbeanzeigen zu erstellen.
Die dabei erzielten kriminellen Erlöse würden häufig über ein Geflecht digitaler Wallets verschoben. Besonders gewarnt wurde vor gefälschten Jobangeboten. Werden hierbei Kontozugriffe gewährt oder Geldtransfers abgewickelt, könnten die Betroffenen selbst in den Fokus polizeilicher Ermittlungen geraten.
Technologische Aufrüstung und forensische Analyse
Um diesen Entwicklungen zu begegnen, hat die Polizei von Dubai ihr Forensik-Labor signifikant erweitert. Die neuen Kapazitäten umfassen spezialisierte Systeme zur Erkennung von manipulierten Gesichtern, Stimmen und Videos sowie eine dedizierte Einheit für KI-Kriminalität.
Amer Sharaf betonte in diesem Zusammenhang, dass die Reaktionszeiten auf Vorfälle teilweise von mehreren Tagen auf wenige Minuten gesenkt werden konnten. Mit dem KI-basierten Open-Source-Tool „Sarab“ steht zudem ein Werkzeug zur Verfügung, das Video- und Audiomanipulationen prüft und der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich gemacht wird.
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Brigadegeneral Abdulrahman Sharaf Al Maamari erläuterte den Erfolg bisheriger Maßnahmen. Im vergangenen Jahr erreichten die Aufklärungsbotschaften mehr als 11 Millionen Menschen, wobei eine Quelle sogar von über 13 Millionen Begünstigten spricht.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Schutz von Minderjährigen, da Kinder teils mehr als 7 Stunden täglich an Tablets verbringen. Während Cyberkriminalität und E-Betrug im Vorjahr rund 60 % der Aufklärungsvorträge ausmachten, soll dieser Anteil im laufenden Jahr auf über 80 % gesteigert werden.
Regulierung von Inhalten und internationale Kooperation
Begleitend zur Kampagne hat die National Media Authority der VAE Richtlinien für digitale Inhalte präzisiert. Die Behörde warnt davor, dass KI-generierte Darstellungen nationaler Symbole oder öffentlicher Personen ohne offizielle Genehmigung gegen Medienstandards verstoßen. Die Regeln fordern den strikten Respekt vor staatlichen Institutionen und der nationalen Identität.
So ist beispielsweise die Nutzung der emiratischen Kandura in sozialen Medien zu Werbezwecken ausschließlich Staatsbürgern vorbehalten. Dr. Jamal Al Kaabi, Generalsekretär der Behörde, stellte klar, dass diese Vorgaben für alle digitalen Kanäle gelten und auch den Schutz personenbezogener Daten sowie das Verbot von Falschnachrichten umfassen.
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Parallel dazu startete die Regierung der VAE in Abu Dhabi die globale SAFE-T-Initiative unter der Schirmherrschaft von HH Sheikha Fatima bint Mubarak. In Zusammenarbeit mit UNODC und der General Women's Union soll diese Initiative technologiegestützte Gewalt gegen Frauen bekämpfen. Daten des UNDP zeigen die Relevanz: In arabischen Staaten haben 6 von 10 Frauen mit Internetzugang bereits digitale Gewalt erfahren.
Die Kampagne des Innenministeriums wird den gesamten Oktober über durch verschiedene Maßnahmen begleitet. Khaled Tahlik, Direktor der Abteilung für Cyberkriminalität, kündigte wöchentlich wechselnde Themenschwerpunkte, Schulvorträge und eine enge Kooperation mit Partnern wie Emirates Airline sowie den Telekommunikationsanbietern „du“ und „e&“ an. Die bereits etablierte Plattform „ecrimehub.gov.ae“ verzeichnete im Vorjahr bereits über eine Million Besucher.
