Cyberangriff Frankreich, Intermarché und Netto

Cyberangriff setzt Kühlanlagen in 150 Märkten außer Betrieb

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 16:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Ein Angriff auf einen dänischen Software-Dienstleister setzte Kühl- und Gefrierschränke in rund 150 französischen Märkten in den Auftaumodus. Die Staatsanwaltschaft von Paris ermittelt, während verdorbene Waren entsorgt werden müssen.

In Frankreich müssen wegen eines Cyberangriffs viele gekühlte Produkte in Supermärkten weggeworfen werden. (Symbolbild) - Bild: Nicolas Armer/dpa
In Frankreich müssen wegen eines Cyberangriffs viele gekühlte Produkte in Supermärkten weggeworfen werden. (Symbolbild) - Bild: Nicolas Armer/dpa

Ermittlungen nach Angriff auf Kühltechnik

  • Die Attacke stellte Kühl- und Gefrierschränke in der Nacht zu Montag auf Auftauen um.
  • Bei Les Mousquetaires mit Intermarché und Netto waren etwa 150 Geschäfte in Frankreich betroffen.
  • Die Cyberkriminalitäts-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

Eine groß angelegte Cyberattacke hat Kühlanlagen in Märkten mehrerer großer französischer Lebensmittelhandelsketten gestört.

Software-Dienstleister im Fokus

Nach Angaben eines Sprechers der Handelsgruppe Les Mousquetaires gelang es den Angreifern, Kühl- und Gefrierschränke in der Nacht zu Montag in den Auftaumodus zu versetzen. Der Konzern, zu dem die Supermärkte Intermarché und Netto gehören, zählte etwa 150 betroffene Geschäfte in ganz Frankreich.

Auch Dominique Schelcher, Leiter der Gruppe Coopérative U, bestätigte eine Attacke auf Kühlanlagen in mehreren Geschäften. Er bezeichnete sie als «beispiellos» und «inakzeptabel».

Waren müssen entsorgt werden

Medienberichten zufolge könnten weitere Handelsketten betroffen sein. Der Angriff habe sich gegen einen dänischen Software-Dienstleister gerichtet, mit dem verschiedene Lebensmittelhändler arbeiten.

Viele Produkte müssten entsorgt werden, teilte Les Mousquetaires mit. Die Schadenshöhe sei noch nicht absehbar. Teams des Unternehmens arbeiteten gemeinsam mit Kältetechnikern daran, die Anlagen möglichst schnell wiederherzustellen.

Pariser Staatsanwaltschaft untersucht Folgen

Die Cyberkriminalitäts-Abteilung der Staatsanwaltschaft von Paris übernahm die Ermittlungen. Nach Angaben der Behörde wurden auch Brandausbrüche gemeldet.

Die Untersuchung soll die Opfer erfassen und klären, in welchem Zusammenhang sie mit den gemeldeten Schäden stehen.

Angriff auf vernetzte Kühltechnik

Der Vorfall zeigt, wie stark der Lebensmittelhandel inzwischen von digital gesteuerten Anlagen abhängt. Kühl- und Gefriersysteme arbeiten in vielen Filialen nicht mehr isoliert, sondern werden zentral überwacht, gewartet oder über externe Dienstleister verwaltet. Ein Zugriff auf diese Infrastruktur kann deshalb gleichzeitig zahlreiche Standorte treffen.

Die unmittelbare Folge ist nicht nur ein technisches Problem. Werden temperaturempfindliche Waren zu warm, müssen Händler sie aus Gründen des Verbraucherschutzes aus dem Verkauf nehmen. Für die betroffenen Unternehmen entstehen dadurch Kosten für Warenvernichtung, Ersatzbeschaffung und Reparaturen; hinzu kommen mögliche Liefer- und Versorgungsprobleme in einzelnen Regionen.

Ermittlungen sollen Verantwortliche und Schäden klären

Die Pariser Staatsanwaltschaft untersucht den Angriff und will die betroffenen Opfer sowie den Zusammenhang zwischen den gemeldeten Schäden erfassen. Dass auch Brandausbrüche gemeldet wurden, erweitert den Blick von einem digitalen Eingriff auf mögliche physische Folgen.

Für Handelsketten rückt damit die Absicherung ausgelagerter Software und vernetzter Betriebstechnik in den Mittelpunkt. Entscheidend wird sein, ob der Dienstleister den Angriff eindämmen kann, wie viele Märkte tatsächlich betroffen sind und ob sich die Schäden auf Kühlanlagen beschränken.

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