Cyberangriffe: 500 Millionen infizierte GerĂ€te weltweit als HintertĂŒren
15.06.2026 - 22:37:14 | boerse-global.de
Digitalkameras, Media-Streaming-Boxen und gĂŒnstige Elektronikartikel werden massenhaft als HintertĂŒren fĂŒr Cyberangriffe missbraucht.
Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Zahlreiche Billig-GerĂ€te werden bereits ab Werk mit Schadsoftware ausgeliefert. Die sogenannte âResidential Proxy Malware" verschafft Kriminellen Zugang zu privaten Heimnetzwerken und nutzt die Bandbreite ahnungsloser Verbraucher, um illegale AktivitĂ€ten zu verschleiern.
Das AusmaĂ der unsichtbaren Infektion
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Die Digital Citizens Alliance schĂ€tzt, dass allein in den USA rund 20 Millionen solcher HintertĂŒren existieren. Weltweit gehen Forscher von 100 bis 500 Millionen infizierten GerĂ€ten aus. Die oft als âSuper Boxes" oder markenlose Hardware verkauften Produkte werden vor allem ĂŒber groĂe Online-MarktplĂ€tze vertrieben.
Die Wall Street Journal konnte in Tests beobachten, wie frisch angeschlossene GerĂ€te innerhalb weniger Minuten Teil von Botnetzen wurden. Sie beteiligten sich an DDoS-Angriffen, leiteten illegalen GlĂŒcksspiel-Traffic weiter oder versuchten unbefugte Login-Manöver. Sicherheitsexperten von Comcast bezeichnen diese Entwicklung als das gröĂte digitale Risiko fĂŒr Verbraucher.
Die Strafverfolgungsbehörden haben reagiert. Erst kĂŒrzlich nahmen Ermittler einen 23-jĂ€hrigen Kanadier fest, der ein Netzwerk aus einer Million kompromittierter GerĂ€te kontrolliert haben soll.
KI-gesteuerte Phishing-Netzwerke
Die Automatisierung von CyberkriminalitĂ€t hat eine neue Dimension erreicht. Google leitete rechtliche Schritte gegen das transnationale Netzwerk âOutsider Enterprise" ein. Die Gruppe soll seit Juli 2023 eine ausgeklĂŒgelte Phishing-as-a-Service-Plattform betrieben haben, die Opfern in 95 LĂ€ndern geschĂ€tzte 1,9 Milliarden Euro abnahm.
Besonders perfide: Das Netzwerk nutzte Googles KI Gemini, um Code fĂŒr betrĂŒgerische Websites zu generieren und tĂ€uschend echte Nachrichten zu verfassen. Allein im Mai 2026 verschickte die Gruppe 2,5 Millionen betrĂŒgerische SMS an Android-Nutzer. Auf dem Höhepunkt ihrer AktivitĂ€ten verwaltete Outsider Enterprise ĂŒber eine Million betrĂŒgerische URLs und 9.000 gefĂ€lschte Websites.
Das FBI zerschlug diese Infrastruktur im Rahmen der âOperation Ghost Hook" â einem Teil der gröĂeren âOperation Riptide".
Angriffe auf Forschung und kritische Infrastruktur
Hochspezialisierte Angreifer zielen zunehmend auf sensible Forschungseinrichtungen ab. Die Google Threat Intelligence Group berichtet von der chinesisch verbundenen Gruppe UNC6508. Seit September 2023 attackiert sie medizinische, militÀrische und KI-Forschungseinrichtungen in Nordamerika.
Die Gruppe nutzt vor allem REDCap-Server aus, um die Schadsoftware âInfiniteRed" zu verbreiten. Diese stiehlt Zugangsdaten und hĂ€lt HintertĂŒren offen. Im Fokus stehen sensible Daten zu Drohnentechnologie, Maritimstrategie und Cyber-Offensivprogrammen.
Noch dreister agierte die Gruppe âVelvet Ant". Sicherheitsforscher von Sygnia deckten auf, dass die Gruppe fast ein Jahrzehnt unentdeckt in einem isolierten Netzwerk agierte. Forensische Beweise reichen bis 2017 zurĂŒck. Die Angreifer manipulierten interne Authentifizierungsmodule, um Sicherheitsprotokolle zu umgehen â gezielt in kritischen Infrastrukturen ohne direkten Internetzugang.
Anzeige: Allein in den USA schĂ€tzt die Digital Citizens Alliance rund 20 Millionen unsichtbare HintertĂŒren in privaten Netzwerken â weltweit bis zu 500 Millionen. Wer sein Heimnetzwerk nicht regelmĂ€Ăig auditieren lĂ€sst, riskiert, Teil eines Botnetzes zu werden. Unser Leitfaden liefert ein Schritt-fĂŒr-Schritt-Audit und fĂŒnf konkrete MaĂnahmen gegen Lieferketten-Angriffe. Heimnetzwerk-Audit jetzt sichern
Lieferketten-Risiken im Web
Selbst vertrauenswĂŒrdige Web-Tools sind nicht sicher. Forscher von Sansec entdeckten Kompromittierungen mehrerer populĂ€rer WordPress-Plugins, darunter OptinMonster, TrustPulse und PushEngage.
Angreifer injizierten schĂ€dlichen JavaScript-Code in ein Content Delivery Network (CDN). Dieser installierte versteckte HintertĂŒr-Plugins und erstellte unbefugte Administrator-Konten auf betroffenen Websites. Allein OptinMonster wird von ĂŒber einer Million aktiven Websites genutzt â ein einziger Schwachpunkt in der digitalen Lieferkette kann verheerende Folgen haben.
