Cyberangriffe, Banken

Cyberangriffe auf Banken: 196 Prozent mehr Banking-Trojaner

20.05.2026 - 03:41:48 | boerse-global.de

Hackerangriffe mit KI-Unterstützung nehmen drastisch zu. Jeder vierte Deutsche wurde bereits Opfer von Cyberkriminalität.

Cyberangriffe auf Banken: 196 Prozent mehr Banking-Trojaner - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Cyberangriffe auf Banken: 196 Prozent mehr Banking-Trojaner - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Kriminelle nutzen zunehmend Künstliche Intelligenz, um Bankkonten zu plündern und Verbraucher hereinzulegen. Allein im ersten Quartal 2026 stieg die Zahl der Banking-Trojaner weltweit um 196 Prozent auf 1,24 Millionen Fälle.

Der BSI Cybersicherheitsmonitor 2026 zeigt: Jeder vierte deutsche Internetnutzer wurde bereits Opfer von Cyberkriminalität. Besonders alarmierend: Elf Prozent der Befragten berichten von einem Vorfall innerhalb der letzten zwölf Monate. 2026 wurde bereits jeder neunte Bundesbürger attackiert.

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KI-gesteuerte Betrugsmethoden auf dem Vormarsch

Die Täter setzen verstärkt auf technisch ausgefeilte Werkzeuge. 86 Prozent aller Phishing-Angriffe nutzen inzwischen KI-gestützte Technologien. Die Betrüger erstellen täuschend echte Nachrichten oder führen sogenannte „Schockanrufe" durch – allein in Deutschland registrierten die Behörden rund 6.600 solcher Fälle.

Eine besonders perfide Masche ist das Quishing – Betrug mit gefälschten QR-Codes. Die Zahl dieser Angriffe stieg um 150 Prozent auf rund 18 Millionen Fälle. Die weltweiten Schäden durch smartphone-Attacken belaufen sich mittlerweile auf etwa 442 Milliarden Euro.

Die häufigsten Delikte: Online-Shopping-Betrug (22 Prozent der Opfer), gefolgt von unbefugtem Kontozugriff und direktem Online-Banking-Betrug. Rund 30 Prozent der Befragten fielen auf betrügerische Investment-Angebote herein, sogenanntes Cybertrading.

Sicherheitslücken bei Passwörtern und Authentifizierung

Trotz der wachsenden Bedrohung klafft eine gefährliche Lücke zwischen gefühlter und tatsächlicher Sicherheit. 74 Prozent der Nutzer halten ihre Passwörter für sicher. Doch nur 25 bis 40 Prozent verwenden eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA).

Die Folgen dieser Nachlässigkeit zeigen sich in konkreten Fällen. In Klagenfurt wurde ein 75-Jähriger um 110.000 Euro betrogen. Ein angeblicher Bankberater telefonierte ihn an, behauptete, das Konto sei kompromittiert – und veranlasste noch am selben Tag sieben unautorisierte Überweisungen.

Selbst vermeintlich sichere Systeme sind angreifbar. Microsoft warnte am 19. Mai vor einer kritischen SicherheitslĂĽcke in seiner Authenticator-App. Nutzer wurden aufgefordert, auf neuere Versionen fĂĽr Android und iOS zu aktualisieren.

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Banken haften – neue Regeln für Datenschutz

Ein wegweisendes Urteil des Landgerichts Berlin II stärkt die Position der Verbraucher: Banken haften grundsätzlich für Schäden aus Phishing-Angriffen – es sei denn, der Kunde handelt grob fahrlässig. Die Institute müssen nun proaktiv in Schutzmaßnahmen und Aufklärung investieren.

Am 19. Mai trat das Datennutzungsgesetz (DNG) in Kraft. Es setzt die europäische Data-Governance-Verordnung (DGA) um. Das Statistische Bundesamt (Destatis) wird zur zentralen Beratungsstelle für öffentliche Stellen bei der Pseudonymisierung und Anonymisierung geschützter Daten. Die Bundesnetzagentur übernimmt die Aufsicht über Datenvermittlungsdienste.

Parallel arbeiten das Bundesjustizministerium und das Gesundheitsministerium an einer gesetzlichen Klarstellung: Die Daten der elektronischen Patientenakte (ePA) sollen vor Pfändung geschützt werden – gleichgestellt mit der physischen Gesundheitskarte.

Digitalisierung schreitet ungebremst voran

Die Sicherheitsbedenken bremsen die digitale Transformation nicht. Eine Bitkom-Umfrage vom 18. Mai zeigt: 89 Prozent der Deutschen haben inzwischen eine Versicherung online abgeschlossen – ein Anstieg von 83 Prozent im Vorjahr. Besonders beliebt sind Haustier- und Reiserücktrittsversicherungen.

Die Bundesregierung treibt die Verwaltungsdigitalisierung voran. Das Bundesministerium für Digitales startete den „Bürger-Hackathon" unter dem Titel „Deutschland, was geht?". Bis Mitte Juni können Bürger Ideen zur Vereinfachung von Steuer- und Sozialverfahren einreichen. Die vielversprechendsten Prototypen sollen bis 2027 in die Bundesverwaltung integriert werden.

Mehrere Bundesländer – darunter Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg – schlossen sich Anfang Mai zur „Zukunftsallianz Künstliche Intelligenz" zusammen. Bis 2028 wollen sie eine gemeinsame Plattformarchitektur schaffen und die Datensouveränität in Europa sichern.

Ausblick: Der Balanceakt zwischen Komfort und Sicherheit

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Sicherheitsinfrastruktur mit der Bedrohung Schritt halten kann. Der Entwurf für digitale Gesundheitsstrukturen (GeDIG) stößt auf Widerstand von Ärzteverbänden. Die Freie Ärzteschaft warnt vor „digitalem Zwang" und befürchtet, dass Versicherungs-Apps eher Hürden als Hilfen darstellen.

Auch die Bundesverwaltung hat Hausaufgaben: Die Rechenzentren des Bundes verfehlen ihr Ziel, zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie zu arbeiten. Das nationale Rechenzentrumsregister bleibt lückenhaft – nur ein Bruchteil der 167 registrierten Einrichtungen liefert die erforderlichen Daten.

Die Integration des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) und der weitere Ausbau des Datennutzungsgesetzes werden entscheidend sein. Nur mit harmonisierten technischen Standards lässt sich eine sichere digitale Infrastruktur schaffen, die der wachsenden Flut KI-gesteuerter Cyberangriffe standhält.

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