Cyberangriffe, Reisebranche

Cyberangriffe auf Reisebranche: +24% im Mai 2026, 2.291 pro Woche

20.06.2026 - 12:43:34 | boerse-global.de

Kriminelle nutzen gestohlene Reisedaten fĂŒr prĂ€zise Phishing-Attacken auf Booking.com-Kunden. Die SchĂ€den in Europa sind enorm.

Reservation Hijack: Phishing-Angriff mit echten Buchungsdaten
Cyberangriffe - Ein Smartphone zeigt eine betrĂŒgerische WhatsApp-Nachricht mit Hotelbuchungsdetails, umgeben von einem dunklen, bedrohlichen Ambiente. 20.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Sicherheitsforscher von Bitdefender Labs schlagen Alarm. Eine neue Phishing-Kampagne namens „Reservation Hijack“ zielt auf Reisende in ĂŒber zehn LĂ€ndern ab – darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Die TĂ€ter nutzen Daten aus Leaks, um ihre Opfer mit korrekten Reisedetails zu tĂ€uschen.

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So funktioniert die Masche

Die Angreifer konzentrieren sich auf Kunden von Booking.com. Die Opfer erhalten Nachrichten ĂŒber WhatsApp. Die Absender geben sich als das gebuchte Hotel aus.

Der Clou: Die Nachrichten enthalten echte Buchungsdaten. Name des Reisenden, Hotelname, Aufenthaltsdaten und Buchungsnummer – alles korrekt. Die TĂ€ter fordern die Nutzer auf, ihre Kreditkartendaten zu verifizieren. Das Zeitfenster ist eng: meist 12 bis 24 Stunden. Andernfalls drohe die automatische Stornierung.

Die beigefĂŒgten Links fĂŒhren auf gefĂ€lschte Zahlungsseiten. Sie sehen den offiziellen Portalen tĂ€uschend Ă€hnlich.

Bedrohungslage verschÀrft sich

Die Reisebranche steht massiv unter Beschuss. Check Point Research zÀhlte im Mai 2026 durchschnittlich 2.291 Cyberangriffe pro Woche auf die Branche. Das ist ein Anstieg von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die finanziellen SchĂ€den sind enorm. Die Global Anti-Scam Alliance (Gasa) beziffert den Gesamtschaden durch Betrug in Europa fĂŒr 2025 auf rund 49,1 Milliarden Euro. In Deutschland gaben 66 Prozent der Befragten an, bereits mit Scam-Versuchen konfrontiert gewesen zu sein. Jeder vierte Betroffene verlor Geld – im Schnitt etwa 2.600 Euro.

Regionale FĂ€lle zeigen die Bandbreite

Die Polizei in Nordhessen meldete einen besonders schweren Fall. Eine Seniorin verlor Mitte der Woche rund 100.000 Euro durch einen Schockanruf. Die TĂ€ter gaben sich als Polizeibeamte aus.

In Friedberg ĂŒberwies eine Frau rund 2.000 Euro. Sie war per WhatsApp von einer Person kontaktiert worden, die sich als ihre Tochter ausgab. Im Kreis Olpe verloren Opfer fĂŒnfstellige BetrĂ€ge an angebliche Broker oder durch Enkeltrick-Varianten.

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Politik fordert schĂ€rfere Maßnahmen

Die Professionalisierung der TĂ€ter schreitet voran. Die OECD berichtet fĂŒr 2023/2024 von einem Anstieg des IdentitĂ€tsdiebstahls um 380 Prozent.

Die Verbraucherschutzminister der LĂ€nder reagierten am Freitag. Bei einer Konferenz in Potsdam forderten sie einstimmig einen nationalen Aktionsplan gegen Internetbetrug und Fake-Shops. Ihr Ziel: eine schnellere Abschaltung betrĂŒgerischer Webseiten und strengere IdentitĂ€tsprĂŒfungen bei der Registrierung von Internet-Domains.

Allein 2025 verzeichneten die Verbraucherzentralen rund 10.000 Beschwerden ĂŒber gefĂ€lschte Online-Shops. Spezielle Analyse-Tools wie der „Fake-Shop-Finder“ identifizieren derzeit monatlich etwa 1.800 neue betrĂŒgerische Plattformen.

So schĂŒtzen Sie sich

Das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und VerbraucherschĂŒtzer raten zur Vorsicht. Seriöse Buchungsportale fordern niemals sensible Zahlungsdaten ĂŒber Messenger-Dienste wie WhatsApp an.

Bei ungewöhnlichen Nachrichten sollten Sie den offiziellen Kommunikationsweg wĂ€hlen – ĂŒber die App oder die Webseite des Anbieters. Experten empfehlen zudem den Einsatz von Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) oder Passkeys.

Wer einen Betrug bemerkt, sollte sofort die Bank informieren und Strafanzeige erstatten. Das sichert Beweise und verhindert weitere Abbuchungen.

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