Cyberkriminalität, Millionen

Cyberkriminalität: 3.500 Deutsche verlieren 9 Millionen Euro an Betrüger

26.06.2026 - 11:19:41 | boerse-global.de

Aktuelle Betrugswelle mit gefälschten Rechnungen und Pop-ups. Behörden gelingen Festnahmen und Zerschlagung von Netzwerken.

Cyberkriminalität: Neue Phishing-Welle und Festnahmen
Cyberkriminalität - Ein bedrohliches, rot leuchtendes Vorhängeschloss-Symbol über einem unscharfen Computerbildschirm mit Code und Warnmeldungen. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gefälschte Rechnungen von Tech-Support-Diensten

Eine aktuelle Welle von Phishing-Angriffen zielt auf Nutzer ab, die vermeintliche Abonnements für Antivirus-Software oder technischen Support abschließen. Die Täter geben sich als bekannte Dienstleister wie den Best-Buy-Service „Geek Squad“ aus.

Sie versenden E-Mails oder SMS mit Rechnungen über mehrere hundert Dollar – angeblich für ein verlängertes Abo. In den Nachrichten steht eine Telefonnummer, die Opfer für „Stornierungen“ anrufen sollen. Die US-Handelsbehörde FTC zählte allein 2023 rund 52.000 solcher Fälle.

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Experten warnen: Wer die Nummer wählt, riskiert die Installation von Fernwartungssoftware auf dem eigenen Rechner. Die Devise lautet: Nicht anrufen, stattdessen das System auf Schadsoftware prüfen.

Gefälschte Virus-Warnungen im Browser

Auch deutsche Polizeibehörden schlagen Alarm. In einem aktuellen Fall aus Sachsen lockte ein manipuliertes Pop-up einen Nutzer mit einer angeblichen Trojaner-Warnung. Auch hier wurde eine Telefonnummer eingeblendet – angeblich von Technikern, die Hilfe anbieten.

Im Telefonat forderte der Betrüger das Opfer auf, Apple-Pay-Geschenkkarten zu kaufen, um die „Bereinigung“ zu bezahlen. Die Polizei betont: Seriöse Unternehmen verlangen niemals Zahlungen per Gutscheinkarte. Der Betroffene erkannte den Betrug rechtzeitig – es entstand kein Schaden.

Internationale Erfolge gegen Cyberkriminelle

Während Verbraucher ins Visier geraten, melden Behörden Erfolge. Am Frankfurter Flughafen nahmen Ermittler Mitte der Woche einen 47-jährigen Spanier fest. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2008 und 2013 Schadsoftware entwickelt und vertrieben zu haben. Der Schaden: rund 4,5 Millionen US-Dollar. Ihm droht die Auslieferung in die USA.

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Auf Mallorca und in Barcelona zerschlugen Ermittler zudem eine Bande, die über 26 betrügerische Websites operierte. Rund 3.500 Deutsche wurden Opfer, der Schaden liegt bei etwa 9 Millionen Euro. Die Täter wuschen das Geld unter anderem über Scheinfirmen für Bootsvermietungen.

So schützen Sie sich

Die Methoden sind vielfältig: gefälschte Buchungsbestätigungen, manipulierte Anhänge in Messengern, falsche Support-Anrufe. Sicherheitsbehörden raten zu grundsätzlichem Misstrauen bei unerwarteten Kontaktversuchen.

Nutzen Sie offizielle Kommunikationswege der Unternehmen – klicken Sie nicht auf Links in Nachrichten. Setzen Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung ein und halten Sie Software aktuell. So minimieren Sie die Angriffsfläche für Betrüger.

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